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Nordwestmecklenburg Großer Bahnhof in Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Großer Bahnhof in Grevesmühlen
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20:33 19.06.2017
Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler im voll besetzten Veranstaltungssaal des Bahnhofs während der Eröffnung. Quelle: Fotos: K.-E. Schmidt (2), Prochnow (3)

Bürgermeister Lars Prahler musste alles geben, um sich Gehör zu verschaffen. Als er gestern um 11 Uhr seine Rede zur feierlichen Eröffnung des Bahnhofsgebäudes hielt, bekam nur ein Teil zu hören, was das Stadtoberhaupt zu sagen hatte. Der Grund: Mehr als 500 Besucher drängten sich in dem Gebäude, die Lautstärke war ebenso gewaltig wie das Interesse der Grevesmühlen an dem Haus, das etliche Jahre dem Verfall preisgegeben war.

Gestern wurde das Bahnhofsgebäude eingeweiht / Mehr als 500 Besucher kamen.

Seit gestern ist wieder Leben in dem mehr als 100 Jahre alten Backsteinbau. Rund 3,5 Millionen Euro, 1,6 Millionen Euro hat die Stadt als Eigenanteil finanziert, sind inklusive der Fördermittel in die aufwändige Sanierung geflossen. Und die ist wirklich gelungen, wie die Besucher gestern betonten. Und nicht nur die: „Die Räume sind toll, die Bedingungen hier einfach fantastisch“, schwärmt Christiane Goerke vom Jugendzentrum der Stadt. Das ist im ersten Stock untergebracht, in den vergangenen zwei Wochen war das Jugendzentrum aus der Baracke an der Reuter-Schule in den Bahnhof gezogen. Nun gibt es nagelneue Räume für die Mitarbeiter, die Jugendlichen und ihre Anliegen. „Nur der Billardtisch musste zurückbleiben, aber auch dafür finden wir eine Lösung“, so die Mitarbeiterin des Jugendzentrums, die zusammen mit Stadtjugendpflegerin Doris Lobatz in den Bahnhof eingezogen ist.

Direkt nebenan hat die Diakonie Räume angemietet, Mitarbeiter Maik Reschke bietet hier Kreativ-Kurse an, übt mit den Musikern der Diakonie und füllt das Haus mit seinen Ideen. Im Obergeschoss hat die Familienbildungsstätte des DRK ein neues Zuhause gefunden. „In der Pelzerstraße war es zu eng, wir haben schon eine Weile nach neuen Räumen gesucht. Und die hier sind perfekt“, so DRK-Geschäftsführer Ekkehard Giewald. Das Gebäude ist bis ins Dachgeschoss barrierefrei zu erreichen.

Im Erdgeschoss lädt das Café Kaffeebrenner ein. Chef Mario Wehr bietet dort alles an, was Reisende lange Zeit am Bahnhof vermisst haben. „Ab Juli haben wir täglich auf“, erklärt der Unternehmer, der mit seiner Frau hinter dem Tresen steht. „Das Haus ist toll geworden, hoffen wir, dass jetzt auch die Grevesmühlen kommen und es annehmen“, so der Unternehmer.

Davon geht Lars Prahler aus. Der Bürgermeister blickte gestern noch einmal zurück auf die vergangenen Jahre und das Projekt Bahnhof, „dass mich einige Haare gekostet hat“. 2012 hatte die Stadt das Gebäude erworben und seitdem mit zahlreichen Problemen gekämpft. „Aber das zum Glück Geschichte“, so Lars Prahler.

Geschichte

1865 wurde die Strecke Lübeck Bad Kleinen gebaut. In diesem Zusammenhang entstand der Grevesmühlener Bahnhof. Eigentlich sollte Grevesmühlen statt Kleinen (so hieß Bad Kleinen damals) zum Kreuzungspunkt der Ost-West- und Nord-Süd- Verbindungen der Friedrich-Franz-

Eisenbahn ausgebaut werden.

Daraus wurde jedoch nichts.

2012 erwarb die Stadt Grevesmühlen das Bahnhofsgebäude nach langen und zähen Verhandlungen mit der Bahn. Rund 3,5 Millionen Euro hat die Sanierung insgesamt gekostet.

Michael Prochnow

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