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Nordwestmecklenburg Großes Theater im kleinen Dorf
Lokales Nordwestmecklenburg Großes Theater im kleinen Dorf
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20:49 12.06.2017
Die Schauspieler des „Lütt Theaters ut Grieben“ studieren im Feuerwehrgerätehaus ihr neues Stück ein. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Der laute Ruf einer Frau schallt durchs Feuerwehrgerätehaus in Grieben. „Ist der alte Wolf wieder auf der Suche nach Frischfleisch?“, will da jemand wissen. Die Frage steht im Textbuch der Komödie „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist“. Das Lütt Theater ut Grieben probt das Lustspiel im Obergeschoss des Feuerwehrhauses – dort, wo sich sonst die Brandschützer treffen.

Grieben feiert

Freitag, 23. Juni, 19 Uhr: Das Lütt Theater ut Grieben spielt das Stück „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist“

Sonnabend, 24. Juni, ab 13.30 Uhr: Amtsfeuerwehrtag, Oldtimertreffen, Musik, Spiele, Hüpfburg, Kaffee, Kuchen, deftige Speisen, abends Tanz

Sonntag, 25. Juni, 10 Uhr:

Gottesdienst im Festzelt

Der Eintritt ist frei.

Nun haben sich hier elf Frauen und Männer versammelt. Einige spielen ihre Theaterfiguren, andere lesen in den Textbüchern und warten auf ihren Auftritt. Bis zum 23. Juni muss jeder seine Rolle können. Dann lädt das Lütt Theater ut Grieben zur Premiere in ein Festzelt ein, das neben dem Gerätehaus stehen wird. Das „Lütt“ im Namen der Schauspielgruppe ist ein Zeichen von Bescheidenheit.

Gemessen an der Zahl der Einwohner ist das Theater in der Gemeinde Grieben sehr groß.

Elf Mitglieder bei 170 Einwohnern, das sind satte sechs Prozent. In Schönberg müssten, um den selben Anteil zu erreichen, 280 Frauen und Männer Theater spielen, in Rostock fast 13200.

Warum machen es in Grieben so viele? „Weil es Spaß macht“, antwortet ein Mann im Feuerwehrgerätehaus. Es ist Torsten Renzow. Im echten Leben arbeitet als er Rechtsanwalt und engagiert sich als Spielleiter des Griebener Theaters. Im neuen Stück tritt er als Notar Alfred Hähnlein auf.

Souffleuse Edith Schröder nennt einen weiteren Grund für die Theaterbegeisterung in der kleinen Gemeinde: „Wir machen es auch aus Tradition heraus.“ Bereits die Eltern und Großeltern einiger Darsteller von heute unterhielten das Publikum auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Sie brachten volkstümliche Lustspiele, aber auch klassische Stück wie „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist auf die Bühne, die übrigens meist in der Gaststätte „Die Sonne“ stand.

Das neue Stück bringt witzige Figuren zu einer unterhaltsamen Handlung zusammen. Sie dreht sich um einen Bauern, der beim Kartenspiel Hof und Frau verloren hat. Um die Schuld nicht einlösen zu müssen, will er verschwinden. Blöd nur, dass er jetzt eine Erbschaft antreten soll, die seine Anwesenheit nötig macht.

Mit Blick auf die Premiere am 23. Juni sagt Torsten Renzow: „Wir freuen uns über jeden, der kommt und bleibt.“ Beim letzten Mal machten das über 300 Zuschauer.

Fürs diesjährige Fest basteln Einwohner der Gemeinde Strohpuppen, die im Dorf ausgestellt werden. Eine weitere Besonderheit in Grieben: eine Wimpelkette, vom Frauenkreis der Kirchengemeinde genäht aus Kleidungsstücken, die Bürger gespendet haben.

Jürgen Lenz

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