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Nordwestmecklenburg Grüne Berufe in Zierow: Die Frage nach dem Standort
Lokales Nordwestmecklenburg Grüne Berufe in Zierow: Die Frage nach dem Standort
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21:13 07.07.2017
Schließen sich hier bald die Türen? Der Landkreis verhandelt mit dem Land um den Mietvertrag. Quelle: Foto: Oz
Grevesmühlen/Wismar

Werden die rund 600 Berufsschüler, die derzeit am Standort in Zierow unterrichtet werden, bald nach Wismar umziehen? Die Möglichkeit wird immer wahrscheinlicher. Nachdem das Land als Eigentümer der Immobilie den Mietvertrag mit dem Landkreis als Träger der Berufsschule gekündigt hat, laufen die Gespräche über die neuen Konditionen. Nur einigen konnten sich beide Seiten bislang nicht. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) hatte bereits zu Beginn der Verhandlungen durchblicken lassen, dass sie sich durchaus vorstellen könne, die Schüler in die sanierten Einrichtungen in Wismar umziehen zu lassen.

Das sieht offenbar auch die Mehrheit der Kreistagsmitglieder so. Denn der Antrag der LUL-Fraktion (Grüne/Liberale/Familie), mit einem Kreistagsbeschluss sich eindeutig für den Standort Zierow auszusprechen, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin, versuchte im Nachgang zu beschwichtigen. „Es geht nicht darum, denn Berufsschulstandort in Nordwestmecklenburg infrage zu stellen, die Ausbildung bleibt bei uns. Aber wir untersuchen, ob ein anderer Standort möglicherweise wirtschaftlicher ist.“ In den nächsten Wochen soll eine Entscheidung darüber fallen.

Neue Grundschule in Wismar

Der Landkreis hat grünes Licht für den Bau einer Grundschule in Wismar gegeben. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung mit „spezifischer Kompetenz“. Bedeutet: Dort sollen Kinder im Grundschulalter unterrichtet werden, die Handicaps haben. Wie Gudrun Sturmheit vom Fachdienst Bildung des Landkreises mitteilte, gab es laut Statistischem Landesamt im Schuljahr 2015/16 etwa 210 Kinder im Landkreis, die verschiedenste Einschränkungen haben. Nicht alle könnten im Rahmen der Inklusion an normalen Grundschulen unterrichtet werden. Dafür soll nun in Wismar eine neue Schule an der Bürgermeister-Haupt-Straße entstehen.

Schnelles Internet kommt nur schleppend voran

Es klingt vielversprechend, im Jahr 2018 soll der Landkreis flächendeckend mit schnellen Internetverbindungen versorgt sein. Gleichzeitig hat der Landkreis sein Konzept zum Thema E-Gouvernement auf den Weg gebracht. Bedeutet: Bis zum Jahr 2020 soll der Service der Kreisverwaltung nahezu vollständig auf Elektronik statt Papier umgestellt werden. Für die Nutze, sprich den Bürger, bedeutet das, dass sie den Großteil der Behördengänge von Zuhause per Rechner erledigen können – wenn sie das denn wollen. Linken-Fraktionschef Björn Griese warnte: „Es gibt auch Menschen, die kein Internet haben, auch für die müssen wir Service vorhalten.“

Und es gibt Menschen, deren Internet so langsam ist, dass sie schlichtweg die Portale des Landkreises nicht nutzen können. Zwar hat der Bund etliche Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um den Breitbandausbau voranzutreiben. „Die Ausschreibungen sind vorbereitet“, so Mathias Diederich.

Ein Platz im Kreistag bleibt frei

Die Zahl der Kreistagssitze ist von 61 auf 60 geschrumpft. Hintergrund ist der Mangel an Kandidaten auf der AfD-Liste. Nachdem Heide Nespital (AfD) verstorben ist, sie war 2015 für Jörg Schlegel, der auf seinen Sitz verzichtet hatte, in den Kreistag nachgerückt, musste das Mandat neu vergeben werden. Wie Kreistagspräsident Klaus Becker (CDU) am Donnerstag verkündete, verzichteten sowohl Stefan Zirnsak als auch Alfred Feustner und Jenny-Elisabeth Vaßmer auf den Sitz im Kreistag. Damit sei die Liste der AfD erschöpft und somit bleibt es dann bis zum Ende der Wahlperiode bei 60 Kreistagsmitgliedern, teilte der Landkreis gestern mit.

Geschwister-Scholl-Gymna- sium mit 460 Schülern

Der Landkreis hat die Kapazität des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Wismar angehoben. Dort dürfen künftig bis zu 460 Schüler aufgenommen werden. Die ursprüngliche Kapazitätsgrenze lag bei 408 Schülern. Hintergrund, der steigende Bedarf an Schulplätzen in der Hansestadt. Ein Antrag, die Aufstockung der Kapazität bis zum Ende des Schuljahres 2019 zu begrenzen, wurde von den Kreistagsmitgliedern am Donnerstag mehrheitlich abgelehnt.

Alleenkonzept

Der Kreistag sollte am Donnerstag auf Antrag der LUL-Fraktion die Fortschreibung des Alleenkonzeptes beschließen. Doch dazu kam es gar nicht erst. Kreistagspräsident Klaus Becker (CDU) nahm den Antrag von der Tagesordnung mit der Begründung, dass der Antrag nicht beinhalte, wie bei einem Beschluss durch den Kreistag die Umsetzung finanziert werden können. Das sei jedoch zwingend erforderlich.

Michael Prochnow

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