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Nordwestmecklenburg Grüne Botschafterinnen in Weißrussland
Lokales Nordwestmecklenburg Grüne Botschafterinnen in Weißrussland
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22:15 06.07.2017
In Weißrussland zeigt die Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam gärtnern“, wie eine Kräuterspirale gebaut wird. „Es gibt einen Bedarf nach Wissen, das wir haben“, sagt Nicole Bowe. Quelle: Foto: Andrea Keil
Groß Rünz/Krivolselskiy

Bio-Landbau könnte eine Chance sein für Menschen und Natur in Weißrussland – ist dort aber als Wirtschaftsform fast völlig unbekannt. Zwei Frauen aus Nordwestmecklenburg haben sich auf den weiten Weg gemacht, um das zu ändern, Menschen auf dem Land zu informieren, Erfahrungen mit ihnen zu teilen und Interesse an der Produktion von Bio-Produkten zu wecken. „Ein erstes Samenkorn ist gesät worden“, sagt Andrea Keil nach der Rückkehr in Nordwestmecklenburg. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam gärtnern“ und die Vorsitzende Nicole Bowe waren im Rahmen eines gemeinsamen Förderprogramms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in Weißrussland. Nicole Bowe hat festgestellt: „Es gibt einen Bedarf nach Wissen, das wir haben.“

Mitglieder des Vereins „Gemeinsam gärtnern“ informieren über Biolandbau.

Mit Biolandbau kennt sich der Verein „Gemeinsam gärtnern“ bestens aus, aber auch damit, wie Menschen für ein ökologisches Wirtschaften und eine gute Gemeinschaft zu gewinnen sind. Der Verein wächst stetig. 46 Familien, Paare, Wohngemeinschaften und Singles aus Nordwestmecklenburg und dem angrenzenden Schleswig-Holstein gehören heute zur Gemeinschaft mit Sitz auf dem Eschenhof in Groß Rünz.

„Das sind über 100 Leute“, so Nicole Bowe.

Der Verein „Gemeinsam gärtnern“ passt mit seinem Wissen, der Erfahrung und der Fähigkeit zu begeistern zu einem Projekt, das der deutsche Verein „Einstieg“ und die Geografische Gesellschaft der Universität Minsk im Rahmen des bundesdeutschen „Förderprogramms Belarus“ organisieren. Der „Einstieg e. V.“ hatte den Wunsch: „Wir würden gerne einige gute Beispiele von Raumpionieren/Projekten präsentieren, die sich mit (ökologischem) Landbau, Tierhaltung, Fischerei und ähnlichem im ländlichen Raum beschäftigen und die deutsche Erfahrungen teilen und somit die Bewohner des ländlichen Raums in Weißrussland bei der Entwicklung der ländlichen Gebiete dort vor Ort unterstützen.“ Nicole Bowe und Andrea Keil informierten in Krivolselskiy über den Anbau von biologisch erzeugtem Gemüse und Kartoffeln von der ersten Idee bis zum laufenden Projekt. Auch beantworteten sie Fragen, diskutierten mit den Zuhörern, zeigen, wie eine Kräuterspirale gebaut wird. Andrea Keil sagt über die Zuhörer:

„Ich hatte den Eindruck, dass sie sehr offen sind und dort etwas bewegen wollen.“

„Wir bleiben in Kontakt mit dem Verein ,Einstieg’“, kündigt Nicole Bowe an. Für September ist ein Besuch von Weißrussen in Groß Rünz geplant.

Bio immer beliebter

9,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Mecklenburg-Vorpommern werden nach der neuesten Statistik des Umweltbundesamtes ökologisch bewirtschaftet – das heißt besonders ressourcenschonend, tiergerecht und umweltschonend. Damit liegt der Anteil des Ökolandbaus in MV deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,5 Prozent.

20 Prozent ist der Anteil, den die Bundesregierung anstrebt. Bisher übersteigt die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland die einheimische Produktion. Viele Ökoprodukte werden deshalb importiert. Der Gesamtumsatz in der Bundesrepublik wuchs von 1,48 Milliarden Euro im Jahr 1997 auf 9,48 Milliarden Euro im vorigen Jahr. jl

Jürgen Lenz

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