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Nordwestmecklenburg Grünes Licht für neue Kita in Schönberg
Lokales Nordwestmecklenburg Grünes Licht für neue Kita in Schönberg
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20:57 08.03.2018
Die Geschäftsführerin Kati Eggert und der Vorstandsvorsitzende Joachim Mozar zeigen Außenansichten der künftigen Kita in Schönberg. Der Neubau schließt ans Schützenhaus an. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Dringend benötigte Kitaplätze, bessere Betreuungsbedingungen und neue Jobs: Das schafft der Verein „Haus des Kindes“ in Schönberg. Er kann nun grünes Licht geben für den Bau einer Kindertagesstätte, in die er inklusive Grundstückskauf 3,8 Millionen Euro investiert. „Mit den Ausschreibungen anfangen würden wir gerne im März/April“, sagt die Vereinsgeschäftsführerin Kati Eggert. Bauzeit laut Planer: anderthalb Jahre.

Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) bestätigt: „Der Verein ,Haus des Kindes’ hat nunmehr alle Voraussetzungen zum Bau der Kita laut dem vorliegenden Projekt in der Lübecker Straße geschaffen.“ Das Projekt existiert seit Längerem vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage an Betreuungsplätzen in Schönberg seit Jahren das Angebot übersteigt. Im Juli 2013 stellte die Architektin Anke Lindig erstmals die Baupläne des Gadebuscher Ingenieurbüros Hanft & Kautzky vor. Doch zunächst zogen sich Diskussionen darüber hin, wer Bauherr sein soll: die Stadt, der Verein oder eventuell ein privater Investor? Als die Stadtvertreter diese Frage endgültig geklärt hatten, bemühten sich der Verein und die Kommune um Zuschüsse. Sie mussten lange warten, bis eine „Richtlinie zur nachhaltigen ländlichen Entwicklung und Wiedernutzbarmachung devastierter Flächen und Rekultivierung von Deponien“ endlich rechtsgültig wurde. Damit der Weg frei für einen Zuschuss des Schweriner Wirtschaftsministeriums in der Höhe, wie ihn der Verein vor längerer Zeit beantragt hat: 2,5 Millionen Euro. Lutz Götze, seit 1994 in der Kommunalpolitik in Schönberg, sagt: „So eine hohe Fördersumme hatten wir noch nie.“

Joachim Mozar, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Haus des Kindes“, berichtet: „Die mündliche Zusage haben wir seit Mitte letzten Jahres.“ Doch darauf konnte der Verein nicht bauen. Kati Eggert erläutert: „Bis dato fehlte uns noch der Förderbescheid.“ Den übergab gestern Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Sie ist zwar nicht fürs Wirtschaftsministerium zuständig, war aber ohnehin in Nordwestmecklenburg. Sie besuchte Schulen in Grevesmühlen und Dassow, um Einblicke in den Schulalltag zu erhalten.

Nun wartet der Verein „Haus des Kindes“ nur noch auf Zuarbeiten der Stadt, des Landkreises und der Sparkasse: Grundstückskaufvertrag und schriftliche Ausfertigung einer bereits beschlossenen Bürgschaft der Kommune, Finanzierungszusage der Sparkasse für einen Kredit in Höhe von 1,1 Millionen Euro sowie die offizielle „Zustimmung zur Investition“ von der Kreisverwaltung. Kati Eggert sagt: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Die noch ausstehenden Schritte wurden bereits mit allen Beteiligten besprochen.

Der im April 1995 gegründete Verein „Haus des Kindes“ betreibt heute das „Kinderhaus am Oberteich“ mit 115 Hortplätzen und 66 Kindergartenplätzen, das „Haus des Kindes“ mit 69

Kindergartenplätzen und die integrative Kita „Regenbogen“ mit 33 Krippen- und 34 Kindergartenplätzen. Eine Sanierung der Kita „Regenbogen“ wäre nötig, langfristig aber unwirtschaftlich und unpraktikabel. Deshalb baut der Verein in unmittelbarer Nähe die neue Kita „Regenbogen“ mit 48 Krippen- und 60 Kindergartenplätzen. 41 Betreuungsplätze mehr bedeutet: mehr Arbeit. „Wir brauchen dann auch weitere Erzieher“, sagt Kati Eggert. Bewerbungen nehme der Verein schon jetzt an.

Kindergarten-Boom zu DDR-Zeiten: Villen zu Kitas

1953 öffnet in Schönberg das „Haus des Kindes“ als Ganztagskindergarten. Die Stadt nutzt dafür eine Villa in der Lübecker Straße.

Dort betreuen Erzieher 100 Mädchen und Jungen. Bis 1953 war der städtische Kindergarten fast acht Jahre in zwei Räumen des heutigen Sportlerheims in der Rudolf-Hartmann-Straße untergebracht.

1955 ruft der Rat der Stadt Schönberg alle Bürger dazu auf, mit Arbeitsleistungen und Spenden beim Bau einer Kinderkrippe mitzuhelfen. Am 7. Oktober wird der Grundstein gelegt. Die Bauarbeiten ziehen sich über fast zwei Jahre hin. Im Juni 1957 eröffnet die Stadt die Krippe. Arbeiter bauen sie in den folgenden Jahrzehnten mehrmals aus.

1958 eröffnet die Stadt im Sach’schen Haus in der Lübecker Straße einen Erntekindergarten. Ab 1960 richtet sie in dem selben Anwesen Räume her, um Gruppen eines ganzjährigen Kindergartens aufzunehmen. Eine weitere Kita öffnet später in einer Villa in der Straße der Technik. Das stattliche Gebäude gehörte ursprünglich zum Bauhof.

Jürgen Lenz

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