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Nordwestmecklenburg Hafenarbeiter legten gestern eine Schicht lahm
Lokales Nordwestmecklenburg Hafenarbeiter legten gestern eine Schicht lahm
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21:16 28.08.2013
Streikende Hafenarbeiter gestern am Seehafen. Quelle: Foto: Jens Büttner

Von 9 Uhr bis gegen 16.30 Uhr hielten gestern die Hafenarbeiter vor dem Werkstor des Wismarer Seehafens aus: Warnstreik. So legten sie eine ganze Schicht lahm. Was ihren Druck auf die Geschäftsleitung verstärken soll. Denn heute geht die Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di in die nächste Verhandlungsrunde, nachdem bereits zwei Termine ohne Ergebnis verliefen. Die Beschäftigten des Seehafens fordern ab 1. Juli dieses Jahres fünf Prozent mehr Lohn, Gehalt und Auszubildendenvergütung.

Der Arbeitgeber hatte 2,5 Prozent angeboten. „Das haben wir abgelehnt. Wir haben aber deutlich gemacht, dass man sich nahekommen kann“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Gerhard Mette gestern vor dem Werkstor. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Abschlüsse gegeben, die geringer waren als der Kaufkraftverlust. Das solle nun nicht mehr so sein. Denn diese fünf Prozent Lohnerhöhung würden nur einen Ausgleich für die Kaufkraftverluste seit dem letzten Tarifabschluss darstellen, so Mette weiter.

„Das hier sind doch nur einseitige Lohnverhandlungen“, sagte Hafenarbeiter Tobias Törber (28). Er hofft, dass sie mit dem Warnstreik Druck ausüben und besser verhandeln können. Hafenarbeiter Hendrik Otto (38) sagt es noch deutlicher: „Das ist eher ein Diktat als Verhandlung. Geld ist scheinbar für andere Sachen da, aber nicht für die Kollegen.“ Es sei ja einzusehen, dass modernisiert und investiert werden müsse im Seehafen, „aber es muss dabei auch was für die Kollegen abfallen.“

In roten T-Shirts mit der Aufschrift „Gute Arbeit. Gute Leute. Gutes Geld.“ auf dem Rücken, weißen Westen mit dem ver.di-Logo, Trillerpfeifen, Aufstellern und einem Transparent machten die Streikenden auf sich und ihre Forderungen aufmerksam. Der Seehafen hat rund 180 Beschäftigte, einschließlich derer, die sich in der Altersteilzeit befinden. Vor ihnen waren gestern ebenfalls welche zum Werktor gekommen und auch etliche, die eigentlich in Urlaub sind.

„Es haben sich etwa 75 Kollegen am Warnstreik beteiligt. Da ich weiß, dass Mitarbeiter durch die Geschäftsführung massiv beeinflusst wurden, ist das ein sehr gutes Ergebnis“, schätzte Ute Evers, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin Schwerin, ein. Man spüre vor Ort, dass die Arbeiter bereit seien, sich zu wehren.

Christel Ros

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