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Nordwestmecklenburg Hagelsturm über MV: Nun beginnen die Aufräumarbeiten
Lokales Nordwestmecklenburg Hagelsturm über MV: Nun beginnen die Aufräumarbeiten
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12:05 19.06.2012
LAndunter gestern in der Innenstadt von Rostock. Quelle: Stefan Tretropp
Rostock

Ein kurzer, aber äußerst heftiger Hagelsturm hat gestern Nachmittag eine Schneise der Verwüstung durch Mecklenburg-Vorpommern gezogen – und einen Motorradfahrer in Ribnitz-Damgarten fast das Leben gekostet. Der 18-Jährige hatte im Hafen der Stadt unter einem Baum Schutz gesucht, als dieser plötzlich umstürzte und ihn unter sich begrub. Der Mann konnte noch selbst einen Notruf per Handy absetzen, wurde von der Feuerwehr befreit und in die Rostocker Uni-Klinik gebracht. In Ribnitz schlug zudem ein Blitz in einem Haus ein. Das ausgebrochene Feuer konnte der Hausbesitzer jedoch noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr löschen.

Den Raum Rostock hatte das Unwetter anscheinend zuerst erreich: Orkanartige Stürme fegten am Montagnachmittag über die Hansestadt. Wie aus dem Nichts brach das Unwetter los. Nun beginnen die Aufräumarbeiten. Rund 100 Mal musste die Polizei ausrücken, wie Polizeisprecherin Yvonne Hanske berichtete. „In der Südstadtklinik ist ein Baum auf vier Autos gefallen“, so Hanske. Außerdem wurde in der Östlichen Altstadt das Dach Petrikirche teilweise abgedeckt. Merkwürdig: In einigen Teilen der Stadt, blieb es ruhig. In Brinckmansdorf berichteten Anwohner nur von leichtem Regen.

Auch Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) hat der Sturm besonders schlimm erwischt: Ein Hagelschauer mit teils pflaumengroßen Eisstücken richtete große Schäden an. „Es gingen Scheiben zu Bruch, Gewächshäuser sind kaputt, zum Glück wurde niemand verletzt“, sagte Bürgermeister Stefan Kerth am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Vermutlich seien einige hundert Autos zerbeult worden, die draußen standen. Allein die Polizei meldete zehn verbeulte Einsatzwagen auf ihrem Hof. Innerhalb einer Viertelstunde war am Montagabend ein Unwetter mit Sturmböen und Hagel über die Kleinstadt hinweggezogen. „Unsere Straßen sehen aus, als hätte jemand die Bäume rasiert“, sagte Kerth.

Einen Überblick über alle Schäden gibt es noch nicht. Unsere Mitarbeiter sind zum Aufräumen unterwegs, hieß es. Das zerstörte Laub habe zeitweise die Gullys verstopft, so dass auch Keller vollliefen. Auch Fassaden seien beschädigt worden.

Rügen erreichte das Unwetter mit hühnereigroßen Hagelkörnern, die in Schaprode ersten Schätzungen zufolge rund 350 Autos beschädigten. „Die Hagelkörner zerstörten Scheiben, Rücklichter und Außenspiegel und schlugen Beulen in die Karosserie“, sagte der Hafenmeister Detlef Gögge am Dienstag der dpa. Bei den beschädigten Autos handele es sich vorrangig um Fahrzeuge von Hiddensee-Urlaubern. Die Touristen müssen ihre Fahrzeuge in Schaprode parken, weil Hiddensee – die kleine Schwesterinsel von Rügen – autofrei ist. „Es gibt im Ort kaum ein Auto, das keinen Schaden genommen hat.“

Nach Angaben Gögges zog das Unwetter mit bis zu sieben Zentimeter großen Hagelkörnern gegen 17 Uhr über den Ort und hinterließ ein großes Chaos. Dächer und Fassaden von Häusern wurden beschädigt, Planen von Booten durchschlagen. Menschen seien nicht verletzt worden. Aber einige Enten und Hühner sind laut Gögge im Hagelschauer umgekommen. „Nach zehn Minuten war alles vorbei.“ Die Mitarbeiter der Rügener Hafen und Touristik GmbH begannen am Dienstag die Schäden für die Versicherungen zu dokumentieren.

In Greifswald, Stralsund und im Westen von Mecklenburg waren kaum Auswirkungen des Unwetters zu spüren.

LN

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