Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Harter Kampf mit der Forst um den richtigen Waldabstand
Lokales Nordwestmecklenburg Harter Kampf mit der Forst um den richtigen Waldabstand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 20.10.2012
Nordwestmecklenburg

Klütz – Die Aufstellung eines Bebauungsplanes ist eine komplizierte Sache. Darauf wies Bürgermeister Dieter Fischer (parteilos) in der Sitzung des Klützer Bauausschusses am Donnerstagabend hin. „Die Stadt ist ja nicht der alleinige Entscheidungsträger. Es müssen viele Behörden und Verbände, also die Träger öffentlicher Belange, gehört und ihre Anregungen und Bedenken abgewogen werden“, erklärte er. Daher sei es nicht ungewöhnlich, wenn vom ersten Antrag bis zur Aufstellung eines Bebauungsplanes ein, anderthalb oder noch mehr Jahre vergehen. „Die Stadt ist nicht untätig“, wandte sich Dieter Fischer gegen Kritik, die Investor Rashmi Frank Bhimajyani und Architekt Klaus Heselhaus jüngst, wie berichtet, geäußert hatten. Doch nun ist der nächste Schritt für das Bauvorhaben der Beiden vollzogen. Für das Planungsgebiet „Am Klützer Bach“, das von der Straße Im Thurow bis zur Boltenhagener Straße reicht, empfahlen die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplanes. Die Träger öffentlicher Belange hatten keine gravierenden Bedenken. „Auch die Forstbehörde gibt ihre Zustimmung, wenn die Waldabstandsflächen zum nördlichen Gehölz eingehalten werden“, erklärte Planer Roland Mahnel. Auf die Änderung des Flächennutzungsplanes hatte das keine Auswirkungen, wohl aber auf den Bebauungsplan. Um den Waldabstand zu sichern, muss ein Grundstück etwas anders geschnitten werden. „Die Fläche würde aber gleich bleiben“, versicherte Roland Mahnel. Mit der Forst sei hart darum gekämpft worden, „dass die Waldgrenze da sein darf, wo sie jetzt ist“. Daher riet er, nicht mehr daran zu rütteln. Vor dem Hintergrund der Spannungen, die es in anderen Gemeinden – zum Beispiel in Boltenhagen – wegen der Nachbarschaft von Wohnhäusern und Ferienwohnungen gegeben hat, wurde im Bebauungsplan festgelegt, dass direkt an der Boltenhagener Straße 50 Prozent der Wohnfläche als Ferienwohnungen vermietet werden dürfen. Im hinteren Bereich sind es 40 Prozent. „Vom Ministerium haben wir die Versicherung, dass diese Festsetzung für das Sondergebiet Wohnen/Ferienwohnungen ausreicht“, erklärte der Planer. Kleingewerbe sei im Baugebiet, in dem insgesamt neun Häuser entstehen sollen, ebenfalls möglich, jedoch kein Beherbergungsbetrieb. Höchstens ein kleiner, und auch das nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Dass in der Nähe des Pumpwerks in der Straße Im Thurow ein Wendekreis mit einem Durchmesser von mehr als 200 Meter entstehen soll, störte vor allem Ausschussmitglied Peter Ellenberg. „Ich weiß, dass das nicht zu ändern ist“, sagte der Sachkundige Einwohner, „empfinde den Wendehammer aber als Fremdkörper.“ Er würde aber die gewachsene Struktur Im Thurow stören, der Straße, die neben der Straße Im Kaiser die älteste in Klütz ist.Dennoch empfahlen die Ausschussmitglieder um den Vorsitzenden Hartwig Holst der Stadtvertretung einstimmig, die Abwägung für den Bebauungsplan Nr. 29 „Am Klützer Bach“ zu beschließen. Einstimmigkeit gab es auch für die Satzung des B-Planes, allerdings mit einem Vorbehalt: Bevor sie den Stadtvertretern vorgelegt wird, müssen der Investor und die Forst ihre Zustimmung erklären.Dass die Fortsbehörde dem Bebauungsplan in der jetzigen, gänderten Form zustimmen wird, hatte Planer Roland Mahnel bereits signalisiert. Und auch Rashmi Frank Bhimajyani kann damit leben. Auf Nachfrage erklärte der 44-Jährige: „Ich sehe nicht, dass die Änderung von bedeutender Auswirkung auf den Plan ist.“ Seine Zustimmung zum Bebauungsplan sei der Stadt sicher, erklärte der gebürtige Hamburger am Telefon. Sein Ziel ist es, „eine der schönsten Ecken von Klütz zu entwickeln“.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Christin Büttner repariert nicht nur Latschen, Puschen und Pantoffeln, sondern nimmt auch ausgefallene Aufträge an – und wenn es ein Regenumhang für den Hund ist.

20.10.2012

Neues Sammlungskonzept zeigt: Im Volkskundemuseum in Schönberg ist erst ein Drittel erfasst.

20.10.2012

Unbekannte sind in der Nacht zu heute in die Rostocker Wohnung eingebrochen, in der die 17-jährige Rebecca fast vier Tage festgehalten und gepeinigt wurde.

08.01.2013