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Haus des Gastes und Wohnungen für Ältere sind die Poeler Themen

Kirchdorf Haus des Gastes und Wohnungen für Ältere sind die Poeler Themen

Die Ostseegemeinde plant in diesem Jahr neue Angebote für Touristen und die Insulaner — Sorgen bereiten die Seegrasproblematik und Umweltauflagen.

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Die Insel Poel punktet bei Urlaubern mit ihrer intakten Natur, den Stränden und sanftem Tourismus.

Quelle: Ulrich Jahr

Kirchdorf. „Wir sind uns sicher, dass es auch 2016 gelingen wird, wichtige, zukunftsweisende Vorhaben und Maßnahmen für die Insel Poel einzuleiten und umzusetzen.“ Beim Neujahrsempfang der Ostseegemeinde versprühten Bürgermeisterin Gabriele Richter und Gemeindevertretervorsteher Bodo Köpnick vor 200 Gästen Zuversicht.

In diesem Jahr hofft Poel auf eine kurzfristige Übergabe des Fördermittelbescheides, um das größte Bauvorhaben umzusetzen. Der Bau des Hauses des Gastes in Kirchdorf steht nach wie vor an oberster Stelle. Gabriele Richter: „Ein sehr großes Vorhaben für unsere Insel, das Aufmerksamkeit, Geduld und Zeit benötigt. Aber wir sind zuversichtlich, dass uns nun die frohe Botschaft des Wirtschaftsministeriums erreichen wird.“

Mit jährlich etwa 650 000 Gästeübernachtungen und vielen Tagestouristen spielt der Tourismus auf der Insel eine tragende Rolle. Das Haus des Gastes soll das neue Aushängeschild werden. Statt Sanierung des Gebäudes entsteht ein Neubau. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro, 300000 Euro muss die Gemeinde aufbringen. Mit dem Baubeginn ist nicht vor dem Sommer zu rechnen.

Frühestens Mitte 2017 könnte die Fertigstellung sein. „Die in der Planung umgestalteten Räumlichkeiten werden nicht nur das touristische Angebot für unsere Gäste bereichern, sondern auch den Bürgern unserer Insel zur Verfügung stehen“, so Bodo Köpnick.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Projekt „Wohnen im Alter“. Die Gemeinde hat sich im Rahmen des Aufstellungsbeschlusses dazu entschlossen, altersgerechtes Wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes hinter der Feuerwehr in Kirchdorf entstehen zu lassen. Die Planungsarbeiten umfassen einen Bearbeitungszeitraum von mehr als einem Jahr, da Baurecht zu schaffen ist.

Zur Aufwertung des Gemeinde-Zentrums in Kirchdorf sind Fördergelder beantragt worden. Damit sollen ein Sanitärgebäude errichtet und die Grünanlagen neu gestaltet werden.

Gabriele Richter: „Wir werden all das, was wir uns vorgenommen haben, beherzt anpacken. Aber dabei sollten wir uns nicht von überzogenen Erwartungen leiten lassen. Es wird vor allem darum gehen, die Balance zwischen Machbarem und Wünschenswertem zu finden.“

Einiges wurde im letzten Jahr umgesetzt. Die Häfen Kirchdorf und Timmendorf sind für den maritimen Tourismus der erste Anlaufpunkt. An den beiden Steganlagen fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.

Seit August stehen Gästen in den Häfen Elektrofahrräder zur Verfügung, mit denen die Insel erkundet werden kann. Die Anzahl der Fahrräder und die Standorte werden in diesem Jahr noch weiter ausgebaut.

Um den Informationsservice zu verbessern, wurde die Möglichkeit geschaffen, QR-Felder mit dem Smartphone zu scannen, um damit über das Internet weitere Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Gaststätten, Öffnungszeiten auf der Insel Poel zu erhalten.

Zu den langfristigen Herausforderungen zählt hingegen der Umgang mit dem Seegras. Gabriele Richter: „Um unser Seegrasproblem beneidet uns auf den Festland niemand. Das Wirtschaftsministerium schlägt vor, über den Landkreis Nordwestmecklenburg ein kreisbezogenes Entsorgungskonzept erstellen zu lassen, welches mit Fördergeldern begleitet werden kann. Wir können gespannt sein, wo dieser Weg hinführen wird.“ Das wohl größte Problem wird sein, wie sich der Spagat zwischen Naturschutz und Tourismus entwickeln wird. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg habe, so die Bürgermeisterin, weitere Vorschläge zur Ausweisung von Naturschutzgebieten an das Umweltministerium gegeben. Gabriele Richter: „Die Umsetzung würde zu Einschränkungen für die Bürger und Gäste, die Fischerei, die Angler und die Wasserwanderer führen. Die Entwürfe zum Managementplan Wismarbucht stehen nicht nur einer Entwicklung des Tourismus entgegen, sondern gefährden den Bestand der bestehenden touristischen Ausrichtung.“

Heiko Hoffmann

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