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Nordwestmecklenburg Herrnburgerin schneidert Ball-Kleider zur Fußball-EM
Lokales Nordwestmecklenburg Herrnburgerin schneidert Ball-Kleider zur Fußball-EM
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11:53 30.05.2012
Accessoires wie luftige Gestecke, Hüte, Schleifen, auffallende Kragen oder freche Fußballsticker im Dekolleté machten ihr Spiel mit Länderfarben und Stoffen erst richtig rund, erklärt Offenborn. Kroatien etwa fällt mit einem mittig platzierten Wappen aus Quelle: dpa
Herrnburg

Verträumt zupft Manuela Offenborn ihr Glanzstück zurecht, ein ausladendes Gewand in Schwarz-Rot-Gold. Über und über verspielt mit Pailletten besetzt könnte dieser Traum aus Taft und Satin zur Fußball-Europameisterschaft einen echten Treffer bei weiblichen Fans landen, hofft die Modedesignerin aus Herrnburg (Nordwestmecklenburg) vor den Toren Lübecks. Pünktlich zum Anpfiff der EM in Polen und der Ukraine am 8. Juni hat die sportbegeisterte Schneiderin Ball-Kleider in den Nationalfarben der 16 Teilnehmerländer in Aufstellung gebracht. Anstoß für ihr Mammutwerk war bereits Ende 2011: „Als die Qualifikationen durch waren, hab ich mich sofort an die Arbeit gemacht“, sagt sie.

Offenborn, die seit einem Jahr ein eigenes Brautmodenstudio in Lübeck „coacht“, verbrachte Tage und Nächte an der Nähmaschine, bis ihre aktuelle Fußballkollektion stand. Das Ergebnis ist eine Riege rauschender Roben für Shows, Messen und Sportevents. „Die Fußballkleider bringen Mode in ihrer schönsten Spielart in eine knallharte Männerdomäne“, meint die kleine blonde Frau. Lange Jahre schon sei sie selbst Fan nicht nur der deutschen Nationalelf. „Fußball ist ein Sport, der Massen mitreißt, Freundschaften entstehen lässt und Menschen verbindet, nicht erst seit Public Viewing“, erklärt die Modeschöpferin ihre stadionreife Festtagskollektion. In solch einem Gala-Dress könne selbst eine Braut in modischer Top-Form vor dem Altar auflaufen, findet Offenborn.

Einen gewissen Nationalstolz dürften Fußballkleider schon ausdrücken, betont die Fanfrau. So schuf sie einen wahren „Sturm“ aus farbenfrohen Stoffen, Rüschen und Spitzen. Das glitzernde Deutschland-Kleid etwa wurde passgenau mit Fußball-Aufnähern abgerundet. Die Schweden-Robe, körperbetont in Fischform geschnitten, kommt in sattem Meerblau mit sonnengelber Schärpe daher. Frankreichs Trikolore nimmt eher barocke frauliche Formen an. Das Favoriten-Kleid für Titelverteidiger Spanien kombinierte Offenborn mit einem klassischen Carmen-Kragen und traditionellem Kopfschmuck. Die Gastgeberländer Polen und Ukraine stechen mit ähnlichen Diademen aus der Kollektion hervor.

Russland trägt Kunstpelzbesatz, die Niederlande rot-weiß-blauen Bänderschmuck. Der griechische blau-weiße Sommertraum wird von einem riesigen Wagenrad-Hut gekrönt. Accessoires wie luftige Gestecke, Hüte, Schleifen, auffallende Kragen oder freche Fußballsticker im Dekolleté machten ihr Spiel mit Länderfarben und Stoffen erst richtig rund, erklärt Offenborn. So falle Kroatien mit einem mittig platzierten Wappen aus der Rolle. England trägt klassisches Weiß mit roter Schärpe. Umgekehrt findet sich dieser Look beim Fußball-Außenseiter Dänemark wieder - mit weißem Kreuz auf feuerrotem Grund.

In klaren klassischen Linien kreierte Offenborn das Italien-Outfit sowie das kleidsame „Trikot“ der Republik Irland. Ihr persönliches „Golden Goal“ aber sei ihr mit der Ballrobe für Deutschlands starken Vorrunden-Gegner Portugal gelungen, meint die Designerin. In frischem Grün und Rot strahlt dieser Blickfang der südeuropäischen Nation. „Die knalligen Farben in ihrer Kombination mag ich am meisten“, gesteht die Norddeutsche. Ein Eigentor leistete sich die fleißige Schneiderin aber auch: Das Tschechien-Kleid sei im ersten Anlauf voll daneben gegangen, gesteht sie. Unter dem blauen Oberteil hätte sie Rot und Weiß seitenverkehrt zum Rock vereint. Ein Flaggen-Fauxpas erster Güte, der viel Zeit kostete. Schließlich habe sie das Festgewand komplett neu zuschneiden und zusammennähen müssen, wie sie erzählt.

Als „Glücksfall“ sehen Händler von Textilien, Lebensmitteln oder Geschenkwaren die Fußball-EM an, wie Harald Treiber, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord in Kiel, einschätzt. Fanartikel seien ein echter Umsatzbringer und reines Zusatzgeschäft. Kurz vor dem Anpfiff zu dem Turnier würden die Verkaufsgewinne in die Höhe schnellen. „Fußball sorgt einfach für gute Stimmung, Gemeinsinn und Kauflaune“, freut sich Treiber. Hüte, Fahnen, T-Shirts, Kuchen, Süßigkeiten, Grillzubehör und Sportartikel in Schwarz-Rot-Gold hätten aktuell Hochkonjunktur. Ausgefallene Abendkleider aber zum Fußball-Fest könnten weibliche Fans jubeln lassen, vermutet der Experte.

LN

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