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Hilfe für den Marienaltar in der Klosterkirche läuft an

Neukloster Hilfe für den Marienaltar in der Klosterkirche läuft an

Der Marienaltar in der Klosterkirche von Neukloster bekommt Hilfe. Einstimmig haben die Stadtvertreter einem Antrag der CDU zugestimmt. Nun übernimmt die Stadt Neukloster die Verantwortung für das um 1500 geschnitzte Kunstwerk, das dringend restauriert werden muss.

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Hilfe für den Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert: Neuklosters Stadtvertreter setzen sich für die Restaurierung ein.

Quelle: Fotos: Sylvia Kartheuser (3), Haike Werfel

Neukloster. Auslöser des Antrags war ein zeitungsartikel über Staub und Feuchtigkeit, die den Altar angreifen . „Uns war vorher nicht bewusst, wie schlecht es um den Altar steht“, sagt Bert Schaffran (CDU). Das hätte ihnen erst der Artikel klargemacht. Auch, dass der Verfall ohne umfangreiche Restaurierungsarbeiten weiter voranschreiten wird. „Das darf bei der Bedeutung des Altars nicht geschehen“, heißt es in dem CDU-Antrag. Insbesondere mit Blick auf das Jubiläum „800 Jahre Neukloster“, das 2019 gefeiert wird (1219 war die erste urkundliche Erwähnung), sollte die Stadt Verantwortung übernehmen.

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Auf uns ist eine Lawine der Hilfsbereit- schaft zuge- rollt. Jetzt habe ich die Hoffnung, dass wir den Altar restaurieren können.“ Stadtvertreter Tilman Richter (WFN)

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„Wir müssen als Stadt zeigen, dass uns der Altar in der Klosterkirche, die schließlich unser Namensgeber war, am Herzen liegt“, betont Bert Schaffran. Mit ihrem einstimmigen Votum haben sich alle Stadtvertreter eindeutig zu dem Auftrag bekannt: Sie wollen die Initialzündung zur Hilfe für den Marienaltar sein.

Tilman Richter, Stadtvertreter und Kirchenmitarbeiter, hat mit so einem Abstimmungsergebnis gerechnet. „Seit dem Artikel rollt eine Lawine der Hilfsbereitschaft auf uns zu. Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt das Mitglied der Wähler für Neukloster (WFN). Vereine, Geschäftsleute und Firmen aus Neukloster hätten bereits ihre Unterstützung zugesagt. Der Kirchgemeinderat hat jetzt beschlossen, ein Sonderkonto einzurichten, auf dem ausschließlich Spenden für die Restaurierung des Marienaltars gesammelt werden. Sobald es eingerichtet ist, wird die Stadt darüber informieren.

„Die Notwendigkeit zur Sanierung des Altars besteht schon seit Langem“, erklärt Tilman Richter. Vor Jahren habe Diplom-Restaurator Michael John aus Nevern sich den Altar schon einmal angeschaut und eine Restaurierung empfohlen. „Damals hatte er auch erklärt, dass Staub und Feuchtigkeit einen idealen Nährboden für Mikroorganismen bilden, die nach und nach das Holz zersetzen“, sagt der Stadtvertreter und Kirchenmitarbeiter. Jetzt habe Michael John angeboten, den Altar zu reinigen und die Schäden aufzulisten. Die Kosten dafür sind mit knapp 900 Euro noch überschaubar. „Wenn es dann an die vollständige Sicherung des Marienaltars geht, befinden wir uns schnell im fünfstelligen Euro-Bereich. Das ist sehr viel Geld, aber auch sehr, sehr viel Arbeit“, beschreibt Tilman Richter, was auf Neukloster zukommen wird. Dennoch hätte die Stadt zum Jubiläum gern einen restaurierten Altar, bei dem das Gold wieder strahlt.

Der Altar in der Klosterkirche wird leicht übersehen, weil er so unmittelbar hinter dem Eingang steht. „Die Besucher sind meist so überwältigt von dem Raumeindruck, dass sie ihn gar nicht bemerken“, schildert Tilman Richter seine Beobachtungen. Doch es lohnt einen Blick. Der um 1500 in einer Lübecker oder Parchimer Werkstatt entstandene Marienaltar gilt kulturhistorisch als wertvoll und er weist einige Besonderheiten auf. Das beginnt schon damit, dass die Basis und der Aufsatz ursprünglich nicht zusammengehörten.

Aus der Geschichte

Obotritenfürst Heinrich Borwin I. beurkundet 1219 die Gründung des Klosters Sonnenkamp am Neuklostersee im slawischen Ort Kuscin. Es war die Keimzelle für das heutige Neukloster.

Kloster und Kirche waren der Gottesmutter Maria und dem Evangelisten Johannes geweiht. Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert zählt zu den ältesten in Mecklenburg-Vorpommern.

Vor der Reformation hatte die Klosterkirche mehrere Altäre. Erhalten blieben nur die Basis eines vor 1450 entstandenen und das Retabel eines Marienaltars, der um 1500 entstand. Beide Teile wurden vermutlich erst im 19. Jahrhundert zusammengefügt.

Sylvia Kartheuser

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