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Nordwestmecklenburg Hilfe von der Küste rollt in die Hochwassergebiete
Lokales Nordwestmecklenburg Hilfe von der Küste rollt in die Hochwassergebiete
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18:15 02.07.2013
Wismar

Die Bilder vom Hochwasser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat Ramona Hoffmann noch immer im Kopf. „Aber jetzt, wo das Ausmaß der Schäden sichtbar wird und die Menschen wirklich Hilfe brauchen, sind sie aus den Medien verschwunden“, bedauert sie. Die engagierte Wismarerin wollte aber nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Über Facebook und die lokalen Medien organisierte sie binnen einer Woche in Wismar eine Sach- und Geldspendenaktion. Und sie bat das Technische Hilfswerk (THW) um Unterstützung. „Nachdem ich dem Ortsbeauftragten Conny Blut sagen konnte, dass wir die Fahrtkosten finanzieren, war er sofort dabei“, erzählt sie.

Freitagabend und Sonnabendvormittag stand Ramona Hoffmann auf dem THW-Hof im Stadtteil Kagenmarkt. Immer wieder fahren Autos vor, bis unters Dach vollgepackt mit Spenden für die Hochwasseropfer. Als ein Ehepaar einen Karton mit Müllsäcken, Putzmitteln und Schwämmen abliefert, können sich einige jugendliche THW-Helfer das Lachen nicht verkneifen. „So lustig ist das gar nicht“, werden sie von der Initiatorin zurechtgewiesen, „gerade das sind Sachen, die da unten dringend gebraucht werden.“

Viel Kleidung ist unter den Gaben. Obwohl daran mittlerweile kein Mangel mehr herrscht, wird sie begutachtet und — wenn sie akzeptabel ist — im Lastwagen verstaut. Willkommener sind Spenden wie eine Miniküche mit zwei Kochplatten und Backofen, ein Kühlschrank, Maler- und Putzartikel.

Olaf Heilig bringt neben allerlei Haushaltsgegenständen auch einen Fernseher. „Wir hatten einen Trauerfall in der Familie und räumen gerade auf“, sagt der 49-Jährige. Es freut ihn, dass die Möbel und das Geschirr vom Hochwasser betroffenen Familien nützlich sein können. „Da unten haben sie echte Probleme und wir hier oben jammern wegen Kleinigkeiten.“

Das Internet zieht weite Kreise. „Mein Sohn lebt in Kiel und hat über Facebook von der Aktion erfahren“, berichtet Werner Skomski. Prompt habe er seinem Vater den Auftrag erteilt, Reinigungsmittel, Schwämme und Tücher einzukaufen und zu spenden. „Wenn jemand in Not ist, muss man doch helfen. Das würden wir doch auch wollen“, sagt der 69-Jährige.

Auch Jana Selig hatte im Internet von der Spendenaktion gelesen. „Da ich ursprünglich aus Halle komme und Halle vom Hochwasser stark betroffen ist, wollte ich unbedingt etwas tun“, sagt sie. Das Auto, ein Kombi, war voll mit Sachspenden. Darüber hinaus gab sie aber auch Geld für den Transport. „Das ist doch das Wenigste, was man machen kann.“

Am Sonnabend gegen 13 Uhr setzte sich das tiefblaue Fahrzeug mit dem Kennzeichen THW-81281 gut gefüllt in Richtung Sachsen-Anhalt in Bewegung. „Ich rechne mit einer Fahrzeit von drei bis dreieinhalb Stunden für eine Strecke“, sagte Marcel Bernert. In Magdeburg wurden er und seine Kollegin Christiane Titze auch schon erwartet. Ramona Hoffmann hatte durch das Bürgerbüro in Magdeburg Kontakt mit einer Helferin vor Ort aufgenommen. Die wiederum organisierte zehn Helfer, die beim Ausladen des Lastwagens ganze Arbeit leisteten. Die Spenden aus Wismar wurden erst einmal in einem Lager verstaut und werden verteilt.

Übrigens waren sechs Mitarbeiter des THW Wismar in Dömitz und zwei in Boizenburg im Einsatz und haben dort tagelang Sandsäcke gefüllt.

Sylvia Kartheuser

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