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Nordwestmecklenburg Hilfe zur Pflege: Neuer Service ist gefragt
Lokales Nordwestmecklenburg Hilfe zur Pflege: Neuer Service ist gefragt
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18:25 02.11.2013
Sozialberaterin Juliane Trebschuh (35, v.l.) und Pflegeberaterin Kathrin Menck (43) arbeiten in Grevesmühlen , Sozialberaterin Stefanie Hermann (29) im Pflegestützpunkt in Wismar. Quelle: Robert Niemeyer
Grevesmühlen

Die Kreisverwaltung Nordwestmecklenburgs ist mit dem Start der Pflegestützpunkte zufrieden. „Wir sind überrascht, wie gut das bisher angelaufen ist“, sagt Kerstin Weiss, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales Bildung und Gesundheit. Insgesamt hätten seit dem Start in den beiden Einrichtungen in Wismar und in Grevesmühlen 621 Beratungen stattgefunden. Rund 400 Menschen hätten bisher die Hilfe der fünf Mitarbeiterinnen in Anspruch genommen. Mitte Mai war der erste Pflegestützpunkt im Landkreis in der Grevesmühlener Malzfabrik eröffnet worden. Anfang Juni wurde der Pflegestützpunkt in Wismar eröffnet.

„Ich freue mich, dass so viele den Weg hierher finden“, sagt Kerstin Weiss. In der Kreis- und Hansestadt Wismar seien das doppelt so viele wie in Grevesmühlen. „Wir haben auch einen hohen Anteil an Beratungsgesprächen vor Ort“, erklärt Juliane Trebschuh, Sozialberaterin in Grevesmühlen. Gerade Betroffene, die etwas weiter weg wohnen, beispielsweise im Bereich Gadebusch oder an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, würden diesen Service abrufen. „Wir möchten natürlich zeitnah reagieren“, sagt Trebschuh. Heißt: Je nach Terminlage sei es auch möglich, nach Anruf innerhalb einer Stunde bei den Menschen zu Hause zu sein. Zu Beginn der Diskussionen um die Pflegestützpunkte war von verschiedenen Seiten gefordert worden, im südlichen Bereich des Landkreises eine Außenstelle des Pflegestützpunktes zu eröffnen. Der Gedanke ist laut Kerstin Weiss noch nicht vom Tisch. „Wir haben das nicht aus den Augen verloren. Noch ist es aber verfrüht, Aussagen dazu zu treffen.“

Zunächst einmal solle abgewartet und ausgewertet werden. Regelmäßig werde im Sozialausschuss des Kreistages über die Entwicklung der Pflegestützpunkte Rechenschaft abgelegt. Bis Mitte des nächsten Jahres müsse das Projekt sogar erstmals umfangreich evaluiert werden, so sieht es der Vertrag zwischen Kreis und Krankenkassen vor. Beide tragen die Kosten der Stützpunkte. Die drei Pflegeberaterinnen werden komplett von den Krankenkassen getragen. Bei den Sachkosten und den Personalkosten für die Sozialberatung finanziert der Landkreis ein Drittel, die Krankenkassen den Rest.

2013 gibt die Kreisverwaltung 27 000 Euro für die Pflegestützpunkte aus, 2014 werden es rund 36 500 Euro sein. Klar sei aber auch, vor allem um die Ausgaben zu rechtfertigen: „Die Pflegestützpunkte müssen sich etablieren“, sagt Kerstin Weiss.

Dass das klappt, daran arbeiten die Sozialberaterinnen Juliane Trebschuh und Stefanie Hermann sowie die Pflegeberaterinnen Kathrin Menck, Marlind Schöne und Renate Bartsch. „Es ist noch Luft nach oben, noch haben wir Platz für Beratung“, sagt Stefanie Hermann. Das Credo, mit dem die Stützpunkte punkten sollen: Unabhängigkeit. „Das wichtigste ist die neutrale Beratung“, sagt Juliane Trebschuh.

So werden beispielsweise Listen von Anbietern von Dienstleistungen alphabetisch geordnet an die Ratsuchenden verschickt.

Vor allem Angehörige Pflegebedürftiger suchen die fünf Mitarbeiterinnen auf. Von der Vorsorgevollmacht über Infos zur Pflegestufe über das Ausfüllen von Anträgen bis zur Hilfe bei der pflegegerechten Einrichtung der eigenen Wohnung reichen die Leistungen. Den größten Themenschwerpunkt machen Beratungen aus dem elften Sozialgesetzbuch (SGB XI), also den gesetzlichen Vorschriften zur Pflegeversicherung. 38 Prozent der Beratungsgespräche würden dazu geführt. „Viele kommen erst zu uns, wenn es einen Pflegefall gibt“, sagt Juliana Trebschuh. Es sei wünschenswert, wenn mehr Menschen früher kommen würden und vorsorgen. Außerdem weist sie darauf hin, dass das Thema Pflege nicht nur Senioren betrifft, sondern altersunabhängig ist.

13 Pflegstützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern existieren derzeit 13 Pflegestützpunkte, jeweils einer wurde in diesem Jahr in Wismar und in Grevesmühlen eröffnet. Die Landesregierung hat das Projekt im Nordwestkreis mit 100 000 Euro unterstützt.


Pflegestützpunkt Grevesmühlen

Börzower Weg 3, Grevesmühlen (Malzfabrik)

Kontakt: Telefon: 038 41/30 40 50 80 (Pflegeberaterung), 038 41/ 30 40 50 81 (Sozialberaterung), Fax: 038 41/ 30 40

85 081

Öffnungszeiten: Dienstag   9 bis 12 Uhr und 13 bis16 Uhr, Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr

Pflegestützpunkt Wismar

Dr.-Leber-Str. 2, Wismar

Kontakt: Telefon:038 41/30 40 50 82 (Pflegeberatung), 038 41/30 40 50 83 (Sozialberatung), Fax: 038 41/ 30 40 85 083

Öffnungszeiten: Dienstag, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, Donnerstag, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr.

• Weitere Informationen im Internet: www.PflegestuetzpunkteMV.de, E-Mail: Pflegestuetzpunkt.gvm@nordwestmecklenburg.de

Robert Niemeyer

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