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Nordwestmecklenburg Historische Fotografien sind gerettet
Lokales Nordwestmecklenburg Historische Fotografien sind gerettet
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21:22 28.06.2013
Olaf Both (r.), Leiter des Schönberger Heimatmuseums, Jens Krakow und Ramona Borchardt von der Volks- und Raiffeisenbank zeigen eine der restaurierten Ambrotyopien von 1850. Quelle: Foto: Malte Behnk.

Als 1839 die Fotografie erfunden wurde, gab es etliche verschiedene Techniken. Eine davon war die Ambrotypie. Eine iod- und bromsilberhaltigen Kollodiumschicht — eine Art Klebstoff — wurde auf Glas belichtetet und entwickeltet. Das weißliche Glasnegativ wurde mit schwarzem Papier oder Samt hinterlegt und erhielt so seine positive

Bildwirkung. Drei solcher Ambrotypien im Archiv des Schönberger Heimatmuseums waren, das stellte sich im vergangenen Jahr heraus, von Schimmel befallen oder anders beschädigt. Sie wurden von einer renommierten Fachfrau für historische Fotos restauriert. Museumsleiter Olaf Both nahm sie jetzt mit Vertretern der Volks- und Raiffeisenbank, die 750 Euro zu den benötigten 1500 Euro beigesteuert hatte, entgegen.

Dabei erklärte Both Regionalleiter Jens Krakow und Ramona Borchardt aus der Schönberg Bankfiliale worum es sich bei den drei empfindlichen Glasplatten überhaupt handelt. Es sind Fotografien, die etwa zwischen 1850 und 1860 entstanden sind. „Das hier sind drei Damen aus Benzin, die am Fenster sitzen“, sagt Both und hält die Platte kurz vor die Lampe des Raumes. Das Foto ist von Schimmel stark beschädigt worden und nach der Restaurierung sehr lichtempfindlich.

Sehr gut restauriert und auch für die Dauerausstellung verwendbar ist ein Foto der Familie von Johann Peter Heinrich Barkenthien, der im Jahr 1836 geboren wurde und später seine Familie ablichten ließ, als die Technik ganz neu war. Alle Daten zu ihm und seiner Familie sind im Original auf der Rückseite des Rahmens in Bleistiftschrift zu finden.

Einzig das Bild zweier Männer mit Backenbärten, die auf einer Bank sitzen, konnte nicht herkömmlich wiederhergestellt werden. „Es wurde digital restauriert“, sagt Olaf Both, sehr positiv überrascht von dem Ergebnis. Das um 1850 entstandene Bild ist jetzt besser zu erkennen, als vor der Restaurierung. Etwa 400 Euro pro Bild wurden für den Erhalt ausgegeben. Das war nur möglich dank der Unterstützung der Volks- und Raiffeisenbank und privater Spender.

„Als Museum eine Förderung zu bekommen, funktioniert eigentlich nur bei großen Projekten“, beklagt Olaf Both. „Für einzelne Restaurierungen gibt es nichts. Es gibt ein Denkmalschutzgesetz, aber keines, um Kulturgüter zu schützen oder vorhandene Museen zu erhalten“, sagt er und fügt hinzu, dass das Museum in Schönberg wohl die älteste und bedeutendste Sammlung im Landkreis, abgesehen von den stadtgeschichtlichen Stücken in Wismar, aufweise.

Bestände
Das Museum für Heimatkunde in Schönberg verfügt über eine Sammlung von etwa 15000 Fotos von den 1850er bis in die 1990er Jahre.

Außerdem gehören zum Bestand etwa 16000 dreidimensionale Gegenstände, wie Olaf Both sagt.

Es gibt ein Denkmalschutzge- setz, aber keines, um Kulturgüter zu schützen oder vor- handene Museen zu erhalten.“ Olaf Both, Museumsleiter

Malte Behnk

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