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Hochschule: Firmen zögern mit Kooperation

Wismar Hochschule: Firmen zögern mit Kooperation

Rektor Norbert Grünwald präsentiert die Befragungsergebnisse zu Chancen der Zusammenarbeit.

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Anwalt Matthias Marx sowie die Studenten Dennis Osada und Jens Colberg sprechen über ihre Erfahrungen.

Quelle: Hannes Ewert

Wismar. Was weiß die regionale Wirtschaft von der Wismarer Hochschule und umgekehrt? Dieser Frage widmete sich eine Online-Befragung von Unternehmern. Diese wurde vom Regionalmarketing Mecklenburg-Schwerin e. V. initiiert — von der Hochschule selbst und der IHK unterstützt. Zwei Befragungsrunden, 78 Teilnehmer. Sicher nicht repräsentativ, doch Stimmungen und Trends wurden sichtbar. Gestern fand im Rechenzentrum der Hochschule die Auswertung der Umfrage statt. Unternehmer, Dienstleister und Mitarbeiter der Hochschule trafen sich zum Austausch.

„Hochschulen müssen in einer Wissensgesellschaft Motoren der regionalen Entwicklung sein“, so Prof. Norbert Grünwald, amtierender Rektor der Wismarer Hochschule zur Begrüßung. Doch der Motor stottert.

„Anlass zur Online-Befragung gaben kritische Nachfragen von Unternehmern, die Kommunikationsdefizite deutlich beim Namen nannten“, erklärte gestern Diedrich Baxmann, Vorstandvorsitzender des Regionalvereins. Die Umfrage ergab, dass 44 Prozent der Befragten die Kooperationsangebote der Hochschule für die Wirtschaft gar nicht kennen. Sie äußerten den Wunsch nach mehr Information, bevorzugt in Form von Newslettern, Veranstaltungen und persönlichen Gesprächen. „Vor allem die Fachkräftesicherung motiviert die Wirtschaft zur Kooperation“, erläuterte Prof. Dr. Gerd Schneider in seiner Auswertung und Präsentation der Daten. Doch auch Forschung und Entwicklung sowie praktische Hilfe bei der Firmenentwicklung würden die befragten Unternehmer zur Zusammenarbeit bewegen. Gespräche und Diskussionen zwischen den Anwesenden offenbarten die Komplexität dieses Themas. „Wir haben uns jetzt nach Berlin orientiert“, erzählte Torsten Habicht von der DB ProjektBau GmbH. „Dort stehen während der Praxisphase Studenten zum Beispiel drei Monate intensiv zur Verfügung.“ „Hierzulande keine Chance“, so Grünwald. „Diese Form verwehrt das Landeshochschulgesetz.“ Gerd Schneider: „Mittlerweile sind viele Themen durch die Politik ,verriegelt‘ und können von den Hochschulen allein gar nicht mehr gelöst werden.“

Über gute Synergien sprach Christa Blaffert, Personalleiterin bei der Seehafen Wismar GmbH. „Wir haben ausreichend Bewerber, können gar nicht alle Anfragen bewältigen“, nannte sie einen der Standortvorteile. „Allerdings sehen wir Reserven in einer Optimierung der Zusammenarbeit mit der Hochschule. Es gibt zwar eine Vereinbarung zum Verbundstudium, doch so richtig mit Leben erfüllt ist die nicht.“

Katharina Wieck hat an der Hochschule Wirtschaft studiert, im sechsten Semester beim Seehafen vorgesprochen, ihre Masterarbeit dort geschrieben und beste Erfahrungen gemacht. „Mein Übergang ins berufliche Leben war fließend“, so die 28-Jährige. „Schon während meines Studiums konnte ich viele unternehmensrelevante Themen ganz praxisnah bearbeiten.“

Mit frischem Wind und guten Ideen in Sachen „Nachwuchskräftesicherung und Talenteschmiede“ wartete Doreen Heydenbluth-Peters in ihrer Präsentation auf. Sie betreut den Akademischen Service für Karrierefragen der Hochschule Wismar. Im Zentrum auch ihrer Ausführungen: Transparenz für Unternehmer, Studenten und Lehrkräfte. „Die meisten Kollegen haben intensive Wirtschaftskontakte“, so Rektor Grünwald. „Aktive Kollegen sind mit Forschung und Entwicklungsprojekten oft überfordert, andere gucken über den Tellerrand der Lehre nicht gern hinaus.“ Darauf bezog sich auch die Frage von Unternehmer Torsten Hecht: „Lassen sich Strukturen an einer staatlichen Hochschule aufbauen, auf deren Boden Motivation und Engagement Nahrung finden?“ Claudia Walden-Bergmann von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät jedenfalls sucht dringend Unternehmen zur Kooperation im Bereich Controlling und Wirtschaftsrecht.

Ina Schwarz

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