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Nordwestmecklenburg Hochzeitsvorbereitung für die Gemeinde Upahl
Lokales Nordwestmecklenburg Hochzeitsvorbereitung für die Gemeinde Upahl
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15:13 14.03.2018
Das Wahrzeichen der Gemeinde Plüschow, das Künstlerschloss, könnte bald zu Upahl gehören.
Plüschow

Der Termin der geplanten Fusion der Gemeinden Upahl und Plüschow zur neuen Gemeinde Upahl zum 1. Januar 2019 rückt näher. Derzeit werden die Einwohner der betroffenen Gemeinden über den Stand der Dinge informiert. Einwohnerversammlungen finden dazu statt. Den Anfang machte jetzt Plüschow. Die kleine Gemeinde, zu der die Ortsteile Naschendorf, Hilgendorf und Friedrichshagen gehören, kann auf Dauer allein nicht existieren.

Fusionspläne zwischen Upahl und Plüschow nehmen konkrete Form an.

„2017 hatten wir einen Kassenkredit von 784000 Euro. Wir sind nicht mehr zahlungsfähig. Eine Fehlbedarfszuweisung erhalten wir auch nicht mehr. Denn die müssten wir nach drei Jahren wieder zurückzahlen können. Auch das ist nicht möglich“, erklärt Plüschows Bürgermeister Christian Baumann. Das Geld ist einer der Hauptgründe für die Fusion mit Upahl. Zumal sich diese Situation sonst in den kommenden Jahren nicht bessern würde. Es fließe insgesamt zu wenig Geld in die Gemeindekasse. So hätte man in der Gemeinde nur vier Unternehmen, die Gewerbesteuer zahlen. Und so gab es nach Darstellung von Baumann schon 2016 von der Kämmerin Kristine Lenschow die klare Aussage, dass der Saldo von Plüschow bereits seit 2012 negativ sei. Am 31. Januar 2017 fasste dann die Gemeindevertretung von Plüschow den Beschluss, Verhandlungen mit der vor allem aufgrund des vorhandenen Gewerbegebietes weitaus finanzstärkeren Gemeinde Upahl aufzunehmen, so Baumann.

„Wo liegt die Schuld? Hat die Gemeinde so schlecht gewirtschaftet oder gibt es andere Gründe?“, fragte Einwohner Joachim Schünemann. Eine Antwort bekam er von Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler. So habe Plüschow in den zurückliegenden Jahren unter anderem in neue Straßen investiert. Für die eingeworbenen Fördermittel mussten auch Eigenanteile aufgebracht werden. Die Gemeinde habe auch Grundstücke verkauft, um Einnahmen zu bekommen. Mittlerweile sei das Barvermögen aufgebraucht. Und da kaum Gewerbesteuern reinkommen, würde kein Bargeld fließen, was man noch ausgeben kann.

Doch warum hat die Gemeinde Upahl überhaupt ein Interesse an Plüschow? Diese Frage warf Künstlerin Miro Zahra in die Runde. „Es sind vor allem die sehr guten Erfahrungen, die wir 2011 bei der Fusion mit Hanshagen gemacht haben“, so Upahls Bürgermeister Steve Springer. Es würde alles hervorragend zusammenwachsen, auch was die Arbeit in den Vereinen beträfe. Damit versuchte Springer auch die Bedenken von Joachim Schünemann, dass mit der Fusion über Jahre aufgebaute Strukturen zerstört würden und sich die Gemeinde wieder ein Stückchen weiter von den Bürgern entfernen würde, zu entkräften.

Entkräften konnte auch Grevesmühlens Hauptamtsleiterin Pirko Scheiderer bei der Vorstellung des Gebietsänderungsvertrages die Sorge vieler anwesender Einwohner, dass mit der Fusion hohe Kosten auf sie zukommen würden. Vorhandene Verträge mit der Gemeinde würden bestehen bleiben und auch die Angaben im Ausweis könnten zum Beispiel kostenlos geändert werden. Im Paragraph 12 des Entwurfs werden zudem die Grundschule „Fritz Reuter“ und die Regionale Schule „Am „Wasserturm“ bzw, das Gymnasium „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen als Schuleinzugsbereiche für die Schülerinnen und Schüler der größeren Gemeinde genannt. Schüler, die derzeit noch an anderen Schulen unterrichtet werden, könnten diese nach der Fusion aber auch weiterhin besuchen, wie Scheiderer auf Nachfrage einer besorgten Mutter erklärte.

Mit aufgenommen in diesen Entwurf wurden auch mögliche Maßnahmen nach einer Fusionszuweisung. Aufgelistet sind hier unter anderem der Straßenausbau in Hilgendorf, die Anschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF 20) für die Freiwillige Feuerwehr Plüschow und der Ausbau des Sportlerheims in Upahl. Aber es ist eine Wunschliste, wie Scheiderer herausstellte. Denn klar ist, dass von den derzeit im Raum stehenden 200 000 Euro an Fusionsprämie längst nicht alle diese Maßnahmen umgesetzt werden können.

Am 15. März werden jetzt die Upahler in einer Einwohnerversammlung über diesen Gebietsänderungsvertrag informiert. Danach stimmen dann zuerst am 29. März die Upahler Gemeindevertreter und am 3.

April die Abgeordneten in Plüschow auf ihren Sitzungen über den Vertrag ab, der nach einer Genehmigung durch die Landrätin Kerstin Weiss zum 1. Januar 2019 wirksam werden könnte.

Plüschow

Nachdem im Sommer 2015 der Bürgermeister der Gemeinde Plüschow, Erhard Bräunig, verstorben war, begann die langwierige Suche nach einem Nachfolger. Über Monate hinweg suchte die Amtsverwaltung nach einem Bewerber. Schließlich übernahm im Frühjahr 2016 Christian Baumann das Amt, der Gemeinde drohte angesichts der ungeklärten Personalie die Zwangsverwaltung. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Eigenständigkeit der Gemeinde auf dem Prüfstand steht.

Dirk Hoffmann

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