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Nordwestmecklenburg Hörl: „Wir tasten die Kurtaxe 2014 nicht an“
Lokales Nordwestmecklenburg Hörl: „Wir tasten die Kurtaxe 2014 nicht an“
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21:17 24.09.2013

Auf der Insel Poel steigt ab 2014 die Kurabgabe um 50 Cent auf zwei Euro. Außerdem wird künftig auch in der Nebensaison eine Kurtaxe fällig: ein Euro pro Tag. In Boltenhagen ist eine Veränderung vorerst kein Thema. Hier bleibt es bei 2,10 Euro am Tag für Personen ab 16 Jahren zwischen dem 1. Mai und 30. September. Im übrigen Zeitraum sind 1,50 Euro zu zahlen.

„Jeder muss selber kalkulieren. Es gibt zwar Gespräche unter den Kurdirektoren, aber keine Absprachen“, erklärt Kurdirektorin Claudia Hörl. Marianne Düsterhöft, Geschäftsführerin des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern, fügt hinzu: „Eine Gemeinde darf eine Kurabgabe erheben, wenn sie als Kur- und Erholungsort staatlich zertifiziert ist. Jede Gemeinde kann ihre Satzung so gestalten, wie sie möchte.“ Teilweise würden Gäste am Strand kontrolliert, in manchen Gemeinden auch direkt im Ort oder bei Veranstaltungen. Es empfehle sich also, die Kurkarte immer dabeizuhaben. „Die Kommunen sind auf die Einnahmen angewiesen. Das Geld fließt zurück im Interesse der Gäste“, sagt Marianne Düsterhöft.

Claudia Hörl zählt auf, was in Boltenhagen beispielsweise durch die Kurabgaben finanziert wird: die laufenden Kosten bei Grünanlagen, öffentlichen Toiletten, Promenade, Seebrücke oder auch die Unterhaltungsprogramme, für die kein Eintritt zu zahlen ist, sowie die kostenlose Bäderbibliothek. Auch die Reinigung von Wegen und Strand werde aus diesem Säckel bezahlt — im Unterschied zu anderen Kommunen ohne touristische Infrastruktur, in denen die Gemeinden für derartige Kosten aufkommen.

„Die Anwohner profitieren davon, dass sie in einem Kurort leben“, meint die Kurdirektorin. Letztlich müsse immer abgewogen werden zwischen den Kosten der Unterhaltung sowie der Belastung für den Endverbraucher. Boltenhagen liege bei der Höhe der Kurtaxe „in der Mitte“ in Mecklenburg-Vorpommern, schätzt sie ein.

In der Regel ziehen die Vermietungsbüros die Abgabe ein und führen sie an die Kurverwaltung ab. Gäste können auch persönlich bei den Mitarbeitern zahlen. Eine vollständige Kontrolle sei nicht möglich, merkt Claudia Hörl an. Bei großen Vermietungsbüros lasse ein Vergleich mit Vorjahren Rückschlüsse zu. Aber bei den zahlreichen privaten Vermietern gebe es „wenig Möglichkeiten, etwas abzuleiten. Ich bin nicht das Finanzamt“. Die Kurtaxe sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Eine Erhöhung müsste zunächst im Kurbetriebsausschuss diskutiert und von der Gemeindevertretung beschlossen werden.

Orte gestalten Höhe der Kurabgabe
Ermäßigungen bei der Kurabgabe gibt es im Seeheilbad Boltenhagen für Schwerbehinderte ab einem Grad von 50 Prozent. Diese zahlen einen Euro pro Tag zwischen Mai und September, außerhalb der Saison sind es 70 Cent.


Die durchschnittliche Kurabgabe eines Erwachsenen in der Hauptsaison in einem der fünf Seeheilbäder in Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Angaben des Bäderverbands bei 2,28 Euro. In den Seeheilbädern Graal-Müritz und Heiligendamm sind zwischen 1. Mai und 30. September zwei Euro zu zahlen, in der übrigen Zeit ein Euro.


In Schleswig-Holstein liegt die durchschnittliche Kurtaxe in einem Seeheilbad für einen Erwachsenen bei 2,42 Euro.

Ulrike Oehlers

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