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Nordwestmecklenburg Hoffnung auf schnelles Internet in ganz Nordwestmecklenburg
Lokales Nordwestmecklenburg Hoffnung auf schnelles Internet in ganz Nordwestmecklenburg
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20:18 29.01.2016

Der Landkreis Nordwestmecklenburg soll bis Ende 2018 schnelles Internet bekommen — möglichst flächendeckend. Vorteil: Der Bund hat ein Förderprogramm aufgelegt. Gestern unterzeichnete Landrätin Kerstin Weiss (SPD) in Wismar Anträge für Ämter, in unterversorgt sind und in denen der Breitbandausbau zügig erfolgen soll: für Mecklenburg-Bad Kleinen, Lützow-Lübstorf und Rehna. Nachdem die Tinte der Unterschrift getrocknet war, wurden die Unterlagen, zu denen viele Tabellen gehören, nach Berlin gesendet — rechtzeitig vor dem Fristende am 31.

Januar.

Welche Gebiete nach dem ersten Aufruf (Call) in den Genuss von Mitteln aus dem Programm des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur kommen, entscheidet sich in etwa sechs Wochen.

„Wir wollen auf jeden Fall dabei sein“, betonte die Landrätin. „Schnelles Internet ist ein ganz wichtiger Standortfaktor für die Unternehmen und aus dem Leben der Bevölkerung nicht mehr wegzudenken“, begründete Kerstin Weiss das Engagement des Kreises. „Wir versuchen, die größten Lücken zu schließen. Die drei benannten Gebiete sind große zusammenhängende Einheiten. Und dort haben Telekommunikationsanbieter demnächst keinen Ausbau geplant, weil es sich für sie nicht rechnet.“ Bobitz, Groß Stieten, Metelsdorf, Dorf Mecklenburg, Barnekow, Zickhusen, Lübstorf, Pokrent, Klein Trebbow, Cramonshagen, Schildetal, Gottesgabe, Brüsewitz, Carlow, Schlagsdorf, Utecht, Thandorf, Königsfeld: Diese Gemeinden bzw. Teile davon und die Stadt Rehna sollen bald in den Genuss von Datenübertragungsraten von 50 Megabit je Sekunde (Mbit/s) kommen. „Wir brauchen den Breitbandausbau, um wirtschaftlich am Ball zu bleiben“, mahnte Dr. Roland Finke, Leiter der Kreis-Stabsstelle für Wirtschaftsförderung.

Während die Versorgung in zum Beispiel Wismar und Grevesmühlen recht gut ist, hackt es auf dem Land. Dort ist das Internet teils sehr langsam. Es gibt aber nur Förderungen für Gebiete, die — laut Markterkundung des Breitbandkompetenzzentrums (BKZ) Mecklenburg-Vorpommern — kaum versorgt sind. „Auch Gemeinden, wo Anbieter einen Ausbau zugesagt haben, etwa Boltenhagen, Damshagen, Hohenkirchen, Zierow und die Stadt Warin, haben keine Chance, ins Förderprogramm aufgenommen zu werden“, erklärte Erich Reppenhagen (57). Der Breitbandbeauftragte des Landkreises hatte die Anträge auf Ausbau der Infrastruktur und auf Beratungsleistungen erarbeitet. Fachleute des BKZ waren mit im Boot. „Die Auswahl der Gebiete erfolgte nach sachlichen Gesichtspunkten.“

Sollte das Ministerium eine Zusage geben, geht die Arbeit richtig los. Nach dem vorläufigen Bescheid aus Berlin sind laut Reppenhagen im April die Ausschreibungen geplant. Vier Telekommunikationsanbieter sollen bereits ihr Interesse bekundet haben. Das Unternehmen, das die Ausschreibung gewinnt, darf mit Geld rechnen, ein Ausgleich für die Wirtschaftlichkeitslücke. Der Förderanteil des Bundes beträgt im Regelfall 50 Prozent, kann aber bei steuerschwachen Regionen bis auf 70 Prozent steigen. Dies trifft wohl auf Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen und Rehna zu. Bei Lübstorf-Lützow geht Reppenhagen von 60-prozentiger Förderung aus. Dazu hat das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Kofinanzierungsrichtlinie erlassen. „Bei den Gemeinden verbleibt in jedem Fall ein Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent. Dafür stehen unter anderem zinsgünstige KfW-Darlehen zur Verfügung.“

Wie Roland Finke versicherte, sind weitere Aufrufe im Abstand von drei Monaten geplant. Es könnten also weiteres Geld in den schnellen Breitbandausbau in Gemeinden fließen.

Norbert Wiaterek

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