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Nordwestmecklenburg Hortplätze für Erstklässler gesichert Klassenräume in der Grundschule „Am Ploggensee“ werden umgebaut / Diakonie übernimmt Betreuung
Lokales Nordwestmecklenburg Hortplätze für Erstklässler gesichert Klassenräume in der Grundschule „Am Ploggensee“ werden umgebaut / Diakonie übernimmt Betreuung
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20:30 20.07.2016

Aufatmen in Grevesmühlen. Eltern der zukünftigen Erstklässler haben eine Sorge weniger. Hieß es vor einigen Monaten noch, dass der Hort in der Kita „Am Lustgarten“ überbelegt ist und für die ABC-Schützen nicht mehr genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen würden – immerhin fehlten 80 –, ist nun eine Lösung gefunden. Die Leiterin der Grundschule „Am Ploggensee“, Martina Olbrisch, arbeitete intensiv daran, die Strukturen in ihrer Einrichtung so zu ändern, dass drei Klassenräume zu Horträumen umfunktioniert werden können. Soll heißen: Die Schüler der drei ersten Klassen und der Diagnoseförderklasse (DFK) verbleiben nach dem Unterricht in der Schule. Die Zweit-, Dritt- und Viertklässler, die schon im Hort der Kita „Am Lustgarten“ betreut werden, gehen dort hin.

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Hortleiter Michael Skubski

Damit ist auch das Problem der Schulwegbegleitung für die Erstklässler der Ploggenseeschule gelöst. In der jüngsten Vergangenheit war es schwierig, jemanden dafür zu finden. Nun wird vorerst keine Begleitung benötigt. Die zukünftigen Erstklässler der Grundschule „Fritz Reuter“ werden im Hort der Kita „Am Lustgarten“ betreut. Den Weg dorthin sichert nach wie vor ein Schulwegbegleiter ab.

Die Betreuung der Hortkinder in der Ploggenseeschule übernimmt die Diakonie im nördlichen Mecklenburg. „Wir freuen uns, dass eine Lösung gefunden wurde“, erklärte Regina Pfuhl, Geschäftsbereichsleiterin für Kitas und Frühförderung bei der Diakonie, am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung für Eltern im Rathaussaal. Derzeit sei der Träger dabei, die Räumlichkeiten in der Schule für die Hortkinder herzurichten und Bewerbungsgespräche mit potentiellen Erziehern zu führen. Hortleiter wird Michael Skubski. Platz ist für 66 Kinder. „Wir haben einen ganzen Trakt für uns“, freut sich Regina Pfuhl. Untergebracht sind die Mädchen und Jungen im ersten Schulgebäude gegenüber der Kita „Am Ploggensee“, die auch zur Diakonie gehört.

Die Essenversorgung läuft über „Tischlein deck dich“. Entsprechende Verträge sollen mit dem Betreuungsvertrag herausgegeben werden, informiert Gabriele Krinke, Leiterin der Kita „Am Ploggensee“.

Gegessen wird in einem Speiseraum, der ebenfalls in der Ploggenseeschule eingerichtet wird.

Nichtsdestotrotz: Die eine oder andere Schwäche gibt es, wie auch der stellvertretende Bürgermeister Lars Prahler am Dienstagabend zugeben musste. Aber das liege nicht in den Händen der Stadt, sondern vielmehr in denen des Landkreises. Einen entscheidenden Nachteil haben die Eltern, deren Kinder in der Ploggenseeschule betreut werden: die Öffnungszeiten. Ist in der Kita „Am Lustgarten“ von montags bis freitags eine Betreuung bis 18 Uhr möglich, bietet die Diakonie diese nur bis 16.45 Uhr an, freitags sogar nur bis 16 Uhr. Mehrstunden können hinzugekauft werden. Außerdem: In den Sommerferien gibt es zwei Wochen Schließzeit. Eine Betreuung in den anderen vier Wochen ist nur bis 14 Uhr möglich. In der Kita „Am Lustgarten“ wird in diesem Jahr ein neues Modell eingeführt, das eine Ferienhortbetreuung bis 16 Uhr möglich macht.

Diese Unterschiede, so Lars Prahler, sind in der Größe der Einrichtungen begründet. Die größere Kita „Am Lustgarten“ könne aufgrund der höheren Anzahl an Personal ganz anders reagieren als die Kita „Am Ploggensee“. Untätig bleiben will die Diakonie diesbezüglich nicht. Sie ist weiterhin dabei, ihr Personal aufzustocken. Zudem ist eine Bedarfsprüfung bei den Eltern geplant, um festzustellen, wer eine längere Hortbetreuung benötigt. Und dann müssten Verhandlungen mit dem Landkreis geführt werden. In einem Punkt ist ihnen das Jugendamt schon entgegengekommen. „Ganztagskinder werden in den Ferien von 8 bis 14 Uhr betreut. Eltern von Teilzeitkindern können für zwei Monate einen Ganztags-Antrag stellen“, erklärte Regina Pfuhl.

Auch der Eigenanteil der Eltern für die Hortkosten unterscheidet sich in beiden Einrichtungen. Der liegt bei der Diakonie derzeit bei 127,40 Euro für Ganztagskinder und 74,84 Euro für Teilzeitkinder.

Für eine Betreuung in der Kita „Am Lustgarten“ zahlen Eltern 107,01 Euro (ganztags) und 73,70 Euro (Teilzeit). Hinzu kommen in beiden Einrichtungen die Kosten für das Mittagessen.

Diese Variante der Hortbetreuung, betonte Lars Prahler, werde nur als Übergangslösung gesehen. Viele Kommunalpolitiker der Stadt sprechen sich für eine Aula für die Regionale Schule „Am Wasserturm“

aus, in die ein Hort integriert werden könnte. Aber das ist Zukunftsmusik. „Wir haben alles versucht, dass jedes Kind, das jetzt in die Schule kommt, einen Hortplatz bekommt. Das ist uns gelungen“, freut sich Hauptamtsleiterin Pirko Scheiderer.

Jana Franke

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