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Nordwestmecklenburg Hundesport: Disziplin mit Freundschaft und Herz
Lokales Nordwestmecklenburg Hundesport: Disziplin mit Freundschaft und Herz
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20:10 28.04.2018
Grevesmühlen

„Dafür“, so erklärt Hans Ahrenhoevel mit ernster Stimmer, „kann ich nur ein ,Befriedigend’ geben. Der Hund ist unkonzentriert und hält das Tempo nicht.“

Benny Andersson steht ein paar Meter weiter, neben ihm seine Beaglehündin „Elli“. Beide haben gerade den Teil „Unterordnung“ der Begleithundeprüfung absolviert. Das ist eine der ersten Stufen der Hundesausbildung, der Start sozusagen. Und der ist nicht ganz so gut gelaufen. „Aber am Ende ist dieser Teil bestanden“, sagt Hans Ahrenhoevel. Seines Zeichen Prüfer, korrekt aber trotzdem fair. „Das klingt erst einmal ziemlich streng, aber das ist auch notwendig“, sagt Marko Wulf, jahrelanges Mitglied im Hundesportverein und Beobachter.

Benny Andersson atmet auf. Dieser Teil der Prüfung ist geschafft, die Theorie am Vormittag hat er ebenfalls bestanden, fehlt nur noch der Verkehrstag. „Dabei lernen die Hunde mit Stress umzugehen“, erklärt Hans Ahrenhoevel. „Wir prüfen verschiedene Situationen im Straßenverkehr wie sie im Alltag immer wieder vorkommen. Der Hund muss mit dem Stress umgehen können.“ Auch das schafft „Elli“, die mit ihren 17 Monaten noch sehr jung ist, aber schon seit einem Jahr im Verein trainiert. Und das ist auch notwendig.

„Das sieht zwar alles leicht aus, aber das ist sehr viel Arbeit und Disziplin“, erklärt Marlies Posingies, Vorsitzende des Vereins und selbst Prüfling mit ihrem Airedale Terrier „Aramis“. Allerdings geht es bei ihnen um die IPO 1, das erste Ausbildungskennzeichen, wie es in der Fachsprache heißt. Das bedeutet, dass der Hund die grundlegenden Befehle beherrscht, seinem Herrchen beziehungsweise Frauchen blind vertraut und sich nicht ablenken lässt. Marlies Posingies und „Aramis“ haben am Morgen die Fährtensuche bereits mit „sehr gut bestanden, für den zweiten Teil auf dem Hundeplatz gab es 86 von 100 möglichen Punkte. Ein „gut“. Für Außenstehende war es eine perfekte Prüfung, der Hund hat alle Aufgaben erfüllt, war gehorsam und schnell. „Es sind meistens Kleinigkeiten“, erklärt Marko Wulf. „Der Hund beginnt zu früh, oder der Befehl kam zu spät. Das ist für Laien nicht erkennbar, aber für die Prüfung eben wichtig.“

Der Grevesmühlener Hundesportverein existiert seit 1973. Wie Marlies Posingies erklärt, stehe der Vereinsgedanke im Vordergrund. Die Prüfungen und Wettkämpfe sind fester Bestandteil der Arbeit des Hundesportvereins. „Aber uns geht es vor allem darum, den Hundebesitzern ein Zuhause zu bieten.“ Und das gelingt offenbar sehr gut, wie die Mitgliederzahlen zeigen. 36 sind es aktuell, Tendenz steigend. Kritisch betrachten die Mitglieder die steigende Zahl der großen Hunde in den Neubauwohnungen. „Grundsätzlich ist es kein Problem, wenn man die Hunde auspowert, sie genug Bewegung bekommen“, sagt die Vorsitzende. „Dann kann man auch eine Dogge im vierten Stock halten.“

Michael Prochnow

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