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Nordwestmecklenburg Hut ab: Aktiv in zwei Feuerwehren
Lokales Nordwestmecklenburg Hut ab: Aktiv in zwei Feuerwehren
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20:16 03.02.2018
Setzen Florian Staudy symbolisch die Feuerwehrmütze auf: Mathias Wigger (l., stellvertretender Wehrführer in Menzendorf) und Hans-Joachim Potschanteck (Wehrführer). Der 23-Jährige wurde offiziell in die Reihen der Kameraden aufgenommen. Nun ist er in zwei Wehren aktiv. Quelle: Fotos: Jana Franke
Menzendorf

Was für ein Engagement: Der 23-Jährige Florian Staudy ist am Freitagabend offiziell in die Reihen der Menzendorfer Kameraden aufgenommen worden. Dabei ist es nicht die einzige freiwillige Feuerwehr, in der der junge Mann aktiv ist. Seit Jahren ist er auch in Groß Rünz bei Rehna zur Stelle, wenn es „brenzlig“ wird. „Und eigentlich ist es noch nicht genug“, meint Florian, der in Lübeck arbeitet und seit Sommer vergangenen Jahres in Menzendorf wohnt. So erklärt er auch den Eintritt in die örtliche Wehr. „Ich bin mit der Feuerwehr groß geworden und hatte schon als Steppke einen Helm auf dem Kopf“, sagte er. Bei drei Einsätzen der Menzendorfer Kameraden war er im vergangenen Jahr dabei.

Florian Staudy wurde offiziell in die Reihen der Menzendorfer Kameraden aufgenommen. Den Blaurock trägt der 23-Jährige auch in Groß Rünz.

Die Bilanz der Feuerwehr ist überschaubar. Neben einem Brand von Strohballen in Menzendorf Ausbau zählte Wehrführer Hans-Joachim Potschanteck bei der Jahreshauptversammlung fünf Hilfeleistungen auf, darunter bei einer Ölspur und umgekippten Bäumen. Die Kameraden – derzeit 17 Aktive –, seien mit Sachverstand und Engagement dabei gewesen. „Das verdient Anerkennung“, lobte er. Sorgen bereite ihm dagegen die Löschwasserversorgung in der Gemeinde, vor allem in Rottensdorf. Seit Jahren kämpfen sie um die Ausbaggerung des Teiches. „Bis jetzt ist noch nichts passiert“, führte Hans-Joachim Potschanteck aus. Ebenso sei eine neue Anlegestelle an der Mosterei zugesagt worden, da die jetzige mit Kartons zugestellt ist. Auch hier laufen die Bemühungen ins Leere. Bürgermeisterin Anke Goerke seien die Hände gebunden. „Von Amts wegen muss etwas passieren“, erklärte sie. Von einer jahrelangen Vernachlässigung sprach Horst Mosler. „Das kenne ich auch aus unserer Gemeinde“, so der Heidekamper Bürgermeister (Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein). Gemeinsam mit den befreundeten Kameraden der Menzendorfer Wehr war er am Freitag angereist. Seit der Wende besteht die Beziehung, die durch einen Luftballon entstanden ist. Von Menzendorf losgeschickt, landete er in der Gemeinde – und die Feuerwehren fanden zusammen. An den ersten Besuch kann sich Günter Sorge noch erinnern. „Wir sind mit vier Kameraden über die mittlerweile geöffnete Grenze gefahren und haben unsere Uniformen aus Angst im Kofferraum versteckt. Wir wussten nicht, was passiert, wenn man uns mit denen an der ehemaligen Grenze sieht“, erzählt der 82-Jährige lachend. In Zivil rüber, haben sie die Uniformen einige Kilometer hinter der Grenze wieder angezogen – und wurden in Heidekamp herzlich willkommen geheißen. Einige Zeit später gab es sogar ein Fahrzeug von den Kameraden. „Vorher hatten wir einen Einachser hinter einen Traktor gespannt, wenn wir zu Einsätzen gefahren sind“, erinnert sich Günter Sorge, der als Ehrenmitglied in der Menzendorfer Wehr gezählt und geschätzt wird. Schon zu DDR-Zeiten, erinnerte er sich, war die Wehr sehr aktiv – mit deutlich mehr Mitgliedern als heute. „Wir hatten sogar eine Blaskapelle“, erinnert sich Marianne Kossack (84), deren Mann seinerzeit Wehrführer war. Auch sie ist ehemaliges Mitglied und heute Ehren-Mitglied. „Ja, wir hatten alles, nur kein Geld“, sagt sie lachend.

Auszeichnungen

Für 40-jährige Zugehörigkeit in der Menzendorfer Feuerwehr wurde Klaus Howe mit dem Brandschutz-Ehrenabzeichen in Gold geehrt. Zehn Jahre dabei ist Jürgen Schwarten, sein Feuerwehrkollege Jens Schulze 20 Jahre. Den Maschinisten-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben Mathias Wigger, Martin Blöcker und Marc Kevin Kossack. Marcel Fröhling absolvierte den Digitalfunk-Lehrgang, Mathias Wigger das Atemschutznotfall-Training, den Lehrgang Technische Hilfeleistung belegten Mathias Wigger, Martin Blöcker und Marcel Fröhling. Mathias Wigger ist zudem nun offiziell Ausbilder der Feuerwehr, nachdem er die entsprechende Prüfung bestand.

Jana Franke

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