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Nordwestmecklenburg Illegale Müllentsorgung nimmt zu
Lokales Nordwestmecklenburg Illegale Müllentsorgung nimmt zu
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21:31 30.04.2018
Der westliche Bereich des ehemaligen Sägewerksgeländes liegt voller Müll, die Entsorgung muss die Stadt Grevesmühlen bezahlen. Quelle: Foto: Michael Prochnow

Der Aufwand, den die Stadt Grevesmühlen betreiben muss, um illegal entsorgten Müll zu beseitigen, wird immer größer. Neben den „kleinen“ Müllkippen in den Wäldern in den Ortsteilen, wo Grünschnitt und Bauschutt heimlich abgeladen wird, kommen inzwischen auf den Bauhof größere Halden zu. Mehr als 10000 Euro hat 2017 allein die Entsorgung der Abfälle gekostet. Deutlich größer als der finanzielle Schaden ist jedoch der zeitliche Rahmen. Denn die Mitarbeiter des Bauhofes investieren immer mehr Zeit in die Beseitigung der wilden Müllhalden.

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Grevesmühlens Bauhof-Mitarbeiter bereinigen wilde Müllhalden.

Ein Beispiel ist das ehemalige Sägewerksgelände im Süden der Stadt. Dort hatte vor Jahren ein Schrotthandel sein Domizil. Die Überreste stapeln sich noch heute auf dem Areal.

Wie Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler auf Nachfrage in der Stadtvertretersitzung erklärte, habe der Aufwand in Sachen Müllentsorgung tatsächlich zugenommen. „Das alte Sägewerksgelände ist leider ein negatives Beispiel dafür, dass die Stadt solche Liegenschaften bereinigen muss.“ Die Kommune hat das Areal aufgekauft – mitsamt den Altlasten. Und die türmen sich entlang der provisorischen Zufahrt zur Gärtnerei Mundt auf etlichen Metern. Die Entsorgung ist Sache des Eigentümern, in diesem Fall der Stadt Grevesmühlen. Die Verursacher sind verschwunden.

Bereits zu Zeiten als der Schotthandel damals in diesem Teil des Industriegeländes tätig war, gab es Beschwerden von Anwohnern. Doch weil es Privatgelände war, waren der Kommune die Hände gebunden.

Nun steht im Rahmen der geplanten Erschließung – derzeit läuft noch das Umlegungsverfahren – die Entsorgung der Abfälle an.

Ein weiteres Problemfeld ist die Bürgerwiese in Grevesmühlen. Vor allem an den Wochenenden sammelt sich dort jede Menge Unrat an. „Zweieinhalb Stunden brauche ich montags für den ganzen Platz“, sagt Torsten Minzinski vom Grevesmühlener Bauhof. „Schlimm ist es vor allem auf dem Fußballplatz und an den Eichen, die Jugendlichen lassen alles liegen.“ Zerbrochene Flaschen, Verpackungen, Kippen – es gibt nichts, was dort nicht herumliegt. Und immer wieder fahren junge Leute mit ihren Autos auf den Fußballplatz in diesem Bereich. Das Ordnungsamt schaut zwar regelmäßig vorbei, doch die Einsicht der Autofahrer hält sich in Grenzen.

Die Lösung soll eine Kamera bringen, die aufgrund des neue errichteten Spielplatzes auf der Bürgerwiese wieder in die Diskussion geraten ist. Eltern hatten vehement dafür plädiert, den gesamten Bereich per Video überwachen zu lassen, um Vandalismus und Müllentsorgung einzudämmen. Doch die Sache gestaltet sich weitaus komplizierter als gedacht. Lars Prahler verwies auf die Persönlichkeitsrechte und holte sich Rat beim Landesbeauftragten für Datenschutz. Mitte Mai, so teilte die Stadtverwaltung jetzt mit, werde es ein erneutes Treffen zwischen Bürgermeister und Datenschutzbeauftragtem geben, um die Kameraüberwachung auf der Bürgerwiese zu diskutieren – Ausgang ungewiss.

 Michael Prochnow

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