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Nordwestmecklenburg Im Laufschritt Müll sammeln
Lokales Nordwestmecklenburg Im Laufschritt Müll sammeln
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18:10 15.09.2018
So läuft Plogging: Handschuhe, Müllsack, mal laufen, mal bücken. Melanie und Mareen im Lindengarten.
Wismar

Joggen und nebenbei Müll sammeln. Die Rede ist von Plogging. Das klingt etwas verrückt, hat aber einen ernsten Hintergrund mit Spaßfaktor.

Mareen (links) und Melanie Tegler starten Plogging in Wismar. Sie hoffen, dass am kommenden Mittwoch viele mitmachen. Quelle: Fotos: Heiko Hoffmann

Die Idee, Müll im Laufschritt in der Hansestadt zu sammeln, haben die beiden Wismarerinnen Mareen und Melanie Tegler. „Wir haben Plogging im Fernsehen gesehen, fanden die Idee total super und dachten uns, dass man das auch in unserer Stadt machen könnte. Denn Müll wird überall hingeschmissen“, sagt Mareen Tegler.

Start der Aktion ist am Mittwoch, 19. September, um 18 Uhr vor dem Karstadt-Stammhaus in der Altstadt. „Da treffen wir uns und hoffen, dass uns viele unterstützen, die Stadt weiter sauber zu halten“, so Melanie Tegler, die wie ihre Schwester für die TSG Wismar Handball gespielt hat.

Die beiden Schwestern haben in den letzten Tagen einige Strecken erkundet. Natürlich im Laufschritt. Ihnen schwebt vor, dass eine Gruppe am Mittwoch etwa vier Kilometer in Richtung Kuhweide läuft, die andere sieben Kilometer.

Plogging ist seit zwei Jahren eine neue Trendsportart. Von Schweden hat sie sich weltweit verbreitet. Vor allem in größeren Städten. „Es passiert so unheimlich viel auf der Welt. Wir hatten das Gefühl, dass wir was Gutes machen wollen“, erzählt Mareen. Dann sahen sie Plogging.

„Wir dachten uns, warum nur in Großstädten, wir wollen das auch nach Wismar bringen.“ Mareen, die in der Wismarer Stadtverwaltung arbeitet, will mit der Aktion auch einen Anreiz für mehr Umweltbewusstsein schaffen. „Vielleicht überlegt sich manch einer, ob er den Müll einfach wegschmeißt.“ Das hofft auch ihre Schwester. „Ich finde, dass Wismar grundsätzlich eine saubere Stadt ist.

Aber es gibt natürlich Ecken, die dreckig sind“, sagt Melanie, die in „Ulis Kinderland“ in Gallentin am Schweriner See tätig ist.

Wenn Plogging gut anläuft, wollen sie künftig einmal im Monat im Laufschritt Müll sammeln. Vielleicht entwickelt sich daraus eine Laufgruppe. In den letzten Tagen haben die beiden Frauen kräftig die Werbetrommel gerührt. „Wir haben viel Zuspruch bekommen“, freut sich Mareen. Und Melanie sagt: „Handschuhe, Müllsack und Motivation – mehr braucht keiner mitbringen. Es geht nicht darum, besonders schnell zu laufen, sondern in einer lockeren Gemeinschaft etwas Tolles für unsere Stadt auf die Beine zu stellen.“

Auf Facebook haben sie unter „Plogging Wismar“ eine Gruppe gegründet. Dort schreiben sie: „Lasst uns gemeinsam unseren Beitrag zum Umweltschutz leisten und nicht mehr einfach nur zusehen.“ Zusagen liegen schon vor.

Plogging

Plogging wird gebildet aus „plocka“ (schwedisch aufheben) und Jogging. Bei der Natursportart wird die Vermüllung der Landschaft bekämpft.

Der Trend kommt aus Schweden. Gruppen joggen durch Parks und sammeln Müll. Der schwedische Umweltaktivist Erik Ahlström gilt als eine der treibenden Kräfte hinter der „Plogging“-Bewegung. Er zog nach Stockholm, wo ihm die großen Mengen Abfall aufstießen. Ahlström organisierte daraufhin Jogging-Gruppen, die mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet in der schwedischen Hauptstadt aufräumten. Anschließend feierten sie ihre Aktion im sozialen Netzwerk „Instagram“.

Diesem Beispiel folgen nun Gruppen auf der ganzen Welt. Wismar ist dabei. Start: 19. September, 18 Uhr, vor Karstadt.

Heiko Hoffmann

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