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Nordwestmecklenburg Imker sorgen sich wegen Chemie in der Landwirtschaft
Lokales Nordwestmecklenburg Imker sorgen sich wegen Chemie in der Landwirtschaft
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20:22 02.04.2016

Der Imkerverein Grevesmühlen ist gut aufgestellt. Mit 22 Mitgliedern haben sie mehr als 200 Bienenvölker, die in Grevesmühlen und der Umgebung bis nach Schönberg Blüten anfliegen und bestäuben, damit sich Früchte entwickeln können. Mit Frank Seemann aus Schönberg begrüßte der Vorsitzende Manfred Retzlaff gestern bei der Vereinsversammlung in Grevesmühlen ein neues Mitglied. In der Gemeinschaft des Imkervereins kann er sich nun auf gute Ratschläge verlassen und um Unterstützung bei seiner Bienenzucht bitten. Unter anderem zählt mit Willi Heidmann aus Stellshagen ein Bienensachverständiger zum Verein. Er betreut derzeit vier Imker, die unter anderem eine Gesundheitsbescheinigung für ihre Bienen brauchen, weil sie mit ihnen wandern möchten.

Sorgen bereitet den Imkern der wieder erlaubte Einsatz von Glyphosat, das im vergangenen Jahr nicht benutzt wurde. Ebenso kritisieren sie, dass wieder Chemikalien und Gift genutzt werden können, die unter anderem auf die Blüten des Raps gespritzt werden. Nicht nur Schädlinge sondern auch die Bienen können dem zum Opfer fallen. So wurde in der Versammlung auch erklärt, dass man die Polizei verständigen soll, wenn der Verdacht besteht, dass sich Bienen auf einem Acker vergiftet haben könnten. Von der Polizei werde dann automatisch das Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) verständigt, das dann kontrolliert, welche Mittel der Landwirt auf den entsprechenden Flächen wann ausgebracht hat.

Etwas geschadet habe den Imkern im vergangenen Jahr die Sorge vor dem giftigen Jakobskreuzkraut. Sofern darin Pyrrolizidinalkaloide, giftige Stoffe aus dem ursprünglichen Jakobskreuzkraut, nachgewiesen werden, darf der Imker diesen Honig nicht vermarkten. Die Grevesmühlener Imker berichteten, dass bislang noch keine dieser Stoffe entdeckt wurden und es sich bei den vermeintlichen Beständen von Jakobskreuzkraut in der Region wohl um Unterarten gehandelt habe, die das Gift nicht enthalten.

Außerdem beschäftigten sich die Imker mit der Tierseuchenkasse, in die sie regelmäßig einzahlen. Willi Heidmann merkte an, dass das nicht in allen Bundesländern üblich sei. „Einige Bundesländer zahlen das sogar für die Imker“, sagte er. „MV hat auf jeden Fall den höchsten Satz. Wir sind da Spitzenreiter.“ Das müsse über den Landesverband kritisch hinterfragt werden, meinte Heidmann.

Er berichtete aber auch davon, dass Honig direkt vom Imker offenbar immer beliebter wird. „Der Ertrag bei meinen Bienen ist relativ konstant, aber der Honig vom vergangenen Jahr ist schon verkauft“, sagt er. Auch von anderen Imkern habe er gehört, dass Honig momentan knapp sei. Er sieht einen möglichen Grund darin, dass sich viele Menschen heute bewusster ernähren wollen. Sie halten dann am Straßenrand, wo Imker ihren Stand aufbauen, anstatt den Honig aus dem Regal zu kaufen. „Der Honig im Supermarkt wird oft behandelt, beziehungsweise ihm wird etwas entzogen. Das ist bei uns Imkern nicht so.“ In sechs bis acht Wochen rechnen Grevesmühlens Imker mit dem ersten Honig dieses Jahres. Im Landesverband der Imker in MV sind 1543 Mitglieder organisiert. Sie haben insgesamt 17073 Bienenvölker gemeldet.

Von mab

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