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Immer mehr Mädels auf Torejagd: Nächste Mannschaft gegründet

Frauenfußball in Nordwestmecklenburg Immer mehr Mädels auf Torejagd: Nächste Mannschaft gegründet

FSV Testorf Upahl hat ein Damenteam / Auch in Grevesmühlen, Wismar, Gostorf und auf Poel wird gekickt.

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Seit März trainiert das Frauenteam des FSV Testorf Upahl. Zum Kader gehören aktuell 14 Spielerinnen.

Quelle: Foto: Heiko Damrau

Testorf. Zuwachs für den Damenfußball in Nordwestmecklenburg: Beim FSV Testorf Upahl hat sich eine neue Frauenmannschaft zusammen gefunden. 14 Spielerinnen im Alter von 17 bis 39 Jahren zählt der Kader um Trainer Sebastian Rahn. Das Team hat bereits das erste Testspiel hinter sich. In den nächsten Monaten folgen zunächst weitere Freundschaftspartien. Am Punktspielbetrieb nehmen die FSV-Damen in der kommenden Saison noch nicht teil. „Wir brauchen sicher ein Jahr, um reinzukommen. Dann entscheidet das Team, ob wir für die Liga melden wollen“, erklärt Coach Rahn. Viele Spielerinnen schnüren zum ersten Mal im Verein die Fußballschuhe.

LN-Bild

FSV Testorf Upahl hat ein Damenteam / Auch in Grevesmühlen, Wismar, Gostorf und auf Poel wird gekickt.

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Zum Kader gehört auch die Frau des Trainers, Nadine Rahn. Die 37-Jährige freut sich über die Möglichkeit, endlich im Verein Fußball spielen zu können. „Es macht Spaß. Wir haben eine homogene Truppe und man merkt mit jedem Training, dass der Teamgeist wächst“, sagt die 37-Jährige. Sie ist dem Fußball und dem FSV Testorf Upahl schon lange verbunden. Nicht nur ihr Mann, auch der gemeinsame Sohn kickt im Verein.

„Im Februar war die Idee gekommen, Mädels wegen einer Mannschaft anzusprechen“, erzählt Sebastian Rahn. Schnell habe man mehr als ein Dutzend Frauen zusammen gehabt. Sie kommen aus der eigenen Gemeinde, aber auch aus Grevesmühlen, Rüting und Mühlen Eichsen. „Dann wurde noch ein Trainer gesucht. Da bin ich ein wenig wie die Jungfrau zum Kind dazugekommen“, sagt der Coach mit einem Schmunzeln. Im März nahm das neue Team das Training auf. „Die Mädels haben richtig Lust zu kicken“, betont Rahn.

In Grevesmühlen gründete sich ein neuer Verein

Erst vor wenigen Monaten hatte sich in der Region ein neuer Verein mit Damenteam formiert: der 1. FSV Grevesmühlen (die LN berichteten). Im November vergangenen Jahres absolvierte die Mannschaft um Trainer Sven Kruggel ihre erste Partie. Mit 14 Spielerinnen startete der FSV, inzwischen sind es nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Mario Wehr mehr als 20 Frauen, die zum Kader gehören. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft“, gibt Wehr zu.

Doch die positive Entwicklung in Grevesmühlen stehe für ihn sinnbildlich für die des gesamten Frauenfußballs. Dafür gebe es mehrere Gründe, so Wehr. „Vielleicht sind die Frauen heute selbstbewusster“, sagt er. Ein wichtiger Faktor sei aber ohne Zweifel die deutsche Frauen-Nationalmannschaft, die zweifacher Weltmeister sowie achtfacher Europameister ist und bei den zurückliegenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille holte. „Die sind sehr erfolgreich unterwegs“, merkt der FSV-Vorsitzende an. Das würde viele Frauen dazu bewegen, selbst die Fußballschuhe zu schnüren. Doch auch das Zwischenmenschliche innerhalb der Vereine würden die Aktiven schätzen.

Inzwischen haben die Grevesmühlenerinnen den ersten Testspielsieg auf Kleinfeld feiern können (5:2 gegen Blau-Weiß Parum). „Die Mädels nehmen die Sache ernst und erscheinen fast immer vollzählig beim Training. Davon können sich einige Männerteams gleich zwei Scheiben abschneiden“, lobt Wehr. Die Vereinsverantwortlichen erwägen deshalb auch die Meldung für den Punktspielbetrieb in der kommenden Saison. Bis Ende Juni muss die Entscheidung fallen. Das Team würde dann in der Kreisliga einsteigen. „Mal schauen, ob wir diesen Schritt schon jetzt oder erst später gehen. Aber über kurz oder lang ist der Ligabetrieb unser Ziel“, so Wehr.

Landesfußballverband sieht keinen Boom

Trotz der Gründungen in Testorf und Grevesmühlen gibt es für den Landesfußballverband (LFV) keinen Grund für Jubelsprünge. „Der LFV und insbesondere der Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball sehen derzeit leider keinen Anlass, um von einem Boom zu sprechen“, meint Sprecher Robert French. Das Verhältnis von neuen Teams und Abmeldungen halte sich zuweilen noch immer die Waage. „Das gilt nicht nur für Nordwestmecklenburg“, teilt er mit. In der Summe sei keine steigende Zahl an aktiven Frauen auszumachen. „Das sieht man unter anderem an der Stagnation der AOK-Verbandsliga. Auch in den drei darunter installierten Kreisligen gab es keine Steigerung der Mannschaftszahlen“, so French.

Auch der Fakt, dass sowohl Testorf Upahl als auch Grevesmühlen zunächst nicht am Punktspielbetrieb teilnehmen, trübt die Euphorie. „Sie sind für die Entwicklung des Frauenfußballs in unserem Land in der Breite als auch in der Spitze aktuell noch nicht aussagekräftig genug. Der Spaß steht hier im Vordergrund.“

In Gostorf ist Frauenfußball schon Tradition

In Gostorf gehört der Frauenfußball dagegen schon seit 35 Jahren fest dazu. Im Juni 1982 gründete sich die Damenabteilung aus einer Wette heraus, die die Brüder Jürgen und Dieter Grund initiiert hatten. Dieter, der in Thale im Harz Kontakte zu einer Frauenfußballmannschaft hatte, glaubte bei einer Stippvisite im Norden nicht daran, dass sein Bruder Jürgen bis zum nächsten Besuch eine Damenmannschaft auf die Beine stellen könnte. Daraus entwickelte sich eine sportliche Erfolgsgeschichte. Das Team spielte zwischenzeitlich sogar in der Verbandsliga. Aktuell kicken die Gostorferinnen in der Kreisoberliga Westmecklenburg. Die gerade zu Ende gegangene Saison beendeten sie als Tabellensechster.

Poeler SV will zurück in die Verbandsliga

Auch die Ostseeinsel Poel kann erfolgreichen Damenfußball vorweisen. Im Jahr 2006 feierte der Poeler SV den Kreismeistertitel. Doch ausgerechnet nach dem Triumph löste sich das Team auf – es gab zu wenige Spielerinnen. Erst 2012 wurde das Training wieder aufgenommen und zur Saison 2013/14 wieder am Spielbetrieb teilgenommen. Auch die Poelerinnen treten derzeit in der Kreisoberliga Westmecklenburg an. Und dort erreichten die „Küstenkinder“ in der abgelaufenen Saison die Vizemeisterschaft. „Unser Ziel ist es, Meister zu werden“, betont Trainer Thomas Gilles. Langfristig nimmt der Verein den Großfeldbetrieb, also die Verbandsliga wieder ins Visier. „Doch dafür bräuchten wir noch Verstärkung“, sagt der Coach. Denn der aktuelle Kader mit 15 Spielerinnen sei dafür zu dünn aufgestellt.

Gilles hofft deshalb, dass das steigende Interesse am Frauenfußball auch auf der Ostseeinsel für Zuwachs sorgt. Für ihn hängt der positive Trend ganz eng mit der Nationalmannschaft und der größeren Präsenz im Fernsehen zusammen. Doch er sieht nach wie vor ein großes Defizit: „Es gibt oft keine Jugendteams, doch bei den Frauen dürfen Aktive erst ab 16 Jahren mitspielen“, erklärt Gilles. Die Nachwuchsförderung müsse dringend verbessert werden, um interessierte Mädchen nicht zu verlieren.

Am 19. August veranstaltet der Poeler SV ein Sommerturnier auf dem Sportplatz in Kirchdorf, bei dem namhafte Gegner auflaufen. Darunter sind die Frauenteams des Hamburger SV, von Hannover 96 oder Holstein Kiel. Das Turnier soll auch dazu dienen, interessierte Mädchen und Frauen anzulocken und für den Vereinssport zu begeistern.

FC Anker Wismar stellt sogar B-Juniorinnen

Seit 2004 wird beim FC Anker Wismar Frauenfußball gespielt. Gestartet in der 1. Kreisklasse Ludwigslust auf Kleinfeld, gewannen sie 2007 die Kreismeisterschaft und den Kreispokal. Daraufhin wagte das Team aus der Hansestadt die Mission Verbandsliga auf Großfeld. Für die Anker-Damen war nach mehreren siebten und sechsten Plätzen ein fünfter Rang das beste Ergebnis in der Verbandsliga. In der höchsten Spielklasse des Landes reduzierte sich die Anzahl der Teams in den zurückliegenden Jahren allerdings stetig. Einst gab es sogar zwei Staffeln. Zuletzt waren nur noch acht Teams an den Start gegangen.

Trainer bei den Anker-Damen ist seit zwei Jahren Dirk Oest, der früher schon die Frauen des MSV Lübstorf in der Verbandsliga trainierte. Von den damaligen Gründern des Anker-Frauenteams sind heute nur noch Antonia Schauland und Maria Dahlke im Kader. Inzwischen hat sich die Personallage bei Anker aber ein wenig entspannt, denn seit der abgelaufenen Saison gibt es auch eine B-Juniorinnen-Mannschaft. Das Team von Trainer Jörg Zelva belegte in der abgelaufenen Saison einen guten dritten Platz in der Verbandsliga. „Zur neuen Saison werden uns einige Mädchen verlassen und in den Frauenbereich wechseln. Von daher sind wir auf der Suche nach jungen Mädchen, die beim FC Anker Wismar in der B-Jugend spielen wollen“, so Zelva.

Die Damenteams der Region

1. FSV Grevesmühlen

Gründung: 2016

Liga: nicht für Spielbetrieb gemeldet

Training: dienstags um 18.30 Uhr, Sportplatz Tannenberg

Kontakt: ☎ 0162/2320188 (Vereinsvorsitzender Mario Wehr)

FC Anker Wismar

Gründung: 2004

Liga: Verbandsliga, 6. Platz in der

Saison 2016/17

Training: mittwochs und freitags um 18.30 Uhr im Kurt-Bürger-Stadion, B-Juniorinnen jeweils um 17 Uhr

Kontakt: ☎ 0173/2759783 (Trainer Dirk Oest)

Gostorfer SV

Gründung: 1982

Liga: Kreisoberliga Westmecklenburg, 4. Platz in der Saison 2016/17

Training: mittwochs um 18 Uhr auf dem Sportplatz an der Festwiese

Kontakt: ☎ 03 88 24/ 29 69 (Trainer Günter Damrow)

Poeler SV

Neugründung: 2012

Liga: Kreisoberliga Westmecklenburg, 2. Platz in der Saison 2016/17

Training: mittwochs 18.30 Uhr und freitags 17.30 Uhr, Sportplatz Kirchdorf

Kontakt: ☎ 0172/1474192 (Trainer Thomas Gilles)

FSV Testorf Upahl

Gründung: 2017

Liga: nicht für Spielbetrieb gemeldet

Training: freitags 18 Uhr, Sportplatz Testorf

Kontakt: ☎ 0160/4906417 (Trainer Sebastian Rahn)

Daniel Heidmann und Andreas Knothe

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