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Nordwestmecklenburg Wismar: Polizei fasst ersten Tatverdächtigen
Lokales Nordwestmecklenburg Wismar: Polizei fasst ersten Tatverdächtigen
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15:35 30.08.2018
In Wismar haben drei Täter einen 20-jährigen Zuwanderer zusammengeschlagen. (Symbolbild) Quelle: Lena Schüch
Wismar

Die Polizei hat einen 26-jährigen Deutschen vorläufig festgenommen, der den Syrer in Wismar angegriffen haben soll. Das teilte die Staatsanwaltschaft Schwerin am Donnerstag mit. Sie prüfe, ob Haftantrag gestellt werde.

Der Zuwanderer war in einem Park mit einer Kette geschlagen und verletzt worden. Er gab gegenüber der Polizei an, am späten Mittwochabend allein auf dem Heimweg von drei Deutsch sprechenden Männer angegriffen worden zu sein. Er wurde am Donnerstag nochmals vernommen.

Der 20-Jährige erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen, konnte aber nach ambulanter Behandlung die Klinik wieder verlassen, wie ein Polizeisprecher in Rostock sagte.

Staatsschutz ist eingeschaltet

Da ein fremdenfeindliches Motiv vermutet werde, sei der Staatsschutz eingeschaltet worden.

Die Tat sorgte für Entsetzen. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sprach von einem abscheulichen Vorfall. „Wir dürfen nicht zulassen, dass eine fremdenfeindliche Stimmung um sich greift, die Wegbereiterin solcher Taten ist.“ Die Ministerin erinnerte an die Vorkommnisse in Rostock-Lichtenhagen 1992. „Hier ist neben der staatlichen Ebene auch die Zivilgesellschaft gefordert, offensiv für unsere Werte von Freiheit, Weltoffenheit, Akzeptanz und Solidarität einzutreten.“

Ausdruck der „Pogromstimmung“ in Deutschland

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) zeigte sich entsetzt. Die Tat sei Ausdruck der „Pogromstimmung“ in Deutschland, diese schwappe nun auch auf Wismar über, sagte er dem Sender NDR 1 Radio MV. Seine Befürchtungen seien wahr geworden. Allerdings sei dies in der Hansestadt nicht der Alltag. In Wismar gebe es eine aktive Stadtgesellschaft, die mit friedlichen Mitteln dagegenhalte. So hätten sich am vergangenen Montag etwa 70 Menschen einer Mahnwache der AfD entgegengestellt.

Der junge Syrer war nach Polizeiangaben von den Unbekannten zunächst ausländerfeindlich beschimpft worden, dann sollen zwei der Täter ihn mit Fäusten angegriffen haben. Der Dritte habe mit einer Eisenkette gegen seine Schulter und Rippen geschlagen. Als der 20-Jährige dann zu Boden ging, sei er getreten worden. Anschließend seien die Täter geflohen.

Konkreter Hintergrund ist noch unklar

Gestohlen wurde nichts. Eine Anwohnerin hatte laute Geräusche gehört, vermutete eine Auseinandersetzung und alarmierte die Polizei. Sie habe aber kein Wort verstehen können. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Der Hintergrund sei aber noch unklar.

Der Geschädigte lebt in Wismar. Der Status des Mannes, also inwieweit ein möglicher Asylantrag schon bewilligt wurde, war zunächst nicht klar. In Mecklenburg-Vorpommern werden aber nur Zuwanderer auf Kommunen verteilt, die Aussicht auf Asyl haben. Alle anderen Zuwanderer bleiben in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes.

RND/dpa

In Wismar ist ein 20-jähriger Syrer von drei Männern angegriffen und mit einer Eisenkette schwer verletzt worden. Die Täter riefen dabei ausländerfeindliche Parolen.

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