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21:48 15.08.2016
Johannes Schürmeyer (l.) und Hazem Alrifai vermessen und bearbeiten auf dem Denkmalhof in Schönberg Holz, mit dem Erwachsene, Jugendliche und Kinder Möbel gestalten. Sie machen es im Rahmen der Aktion „Heimat finden – ein künstlerischer Garten“. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
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Schönberg

Erwachsene und Kinder, Einheimische und Zugezogene treffen sich auf dem Denkmalhof „Bechelsdorfer Schulzenhaus“. Sie reden miteinander, lernen sich kennen, haben Spaß, gestalten einen „Garten der Nationen“. Ein Kunstprojekt von Renate U. und Johannes Schürmeyer führt die Menschen auf dem Gelände am Stadtrand von Schönberg zusammen: „Heimat finden

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Künstliche Mohnblumen stehen auf dem Gelände des Denkmalhofs, gefertigt aus Pappmaschee, Kronkorken und Fahrradspeichen.

– ein künstlerischer Garten“. Das Künstlerehepaar, das in Jeese bei Grevesmühlen wohnt, erläutert: „Gemeinsam mit allen Interessierten der unterschiedlichsten Nationen, ob jung, ob alt, ob einheimisch oder zugezogen, werden wir einen Garten mit Kunstpflanzen und Gewächsen, mit Gartenmöbeln und Blumenkästen anlegen, der aus den einfachsten Materialien erwächst. Jeder ist herzlich eingeladen, uns zu besuchen, mit zu gestalten oder einfach nur Spaß zu haben.“ Möglich ist das bis zum 25. August dienstags und mittwochs von 11 bis 17 Uhr auf dem Denkmalhof.

Die ersten Male kamen bis zu 20 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Damit ist Johannes Schürmeyer sehr zufrieden. „Ich denke, es wird sich weiter herumsprechen“, sagt der 53-Jährige.

Sehr unterschiedlich ist die nationale Herkunft der Menschen, die sich auf dem Denkmalhof in Schönberg treffen. „So soll es ja auch sein: generations- und nationsübergreifend. Das macht es lebendig“, erläutert Renate U. Schürmeyer. Es gebe viel Austausch. Einige Menschen hätten sich bei dem Kunstprojekt kennengelernt. Auch das ist von den Initiatoren erwünscht. Renate U. Schürmeyer erklärt: „Es geht darum, Berührungsängste abzubauen, etwas gemeinsam zu tun.“ Das machen in diesem Moment Johannes Schürmeyer und Hazem Alrifai. Die beiden Männer – einer in Deutschland und einer in Syrien aufgewachsen – sägen Holz für künstlerisch gestaltete Gartenmöbel zu und unterhalten sich. Beides gefällt Hazem Alrifai. Was er schnell möchte: „Deutsch lernen.“

Was das Projekt in Schönberg ebenfalls bewirkt, sagt die 17-jährige Lilith Jörke: „Man setzt sich mit der Situation von Flüchtlingen auseinander und hat Spaß.“ Auch soll das Projekt das Verstehen unterschiedlicher Lebensläufe fördern. Renate U. Schürmeyer nennt einen weiteren Aspekt: „Es geht um die Frage: Wie gehen wir mit Ressourcen um?“ Zurzeit entstehen auf dem Denkmalhof in Schönberg aus Materialien, die häufig achtlos weggeworfen werden, fantasievoll gestaltete Blumen, Stühle, Throne, Tische.

„Heimat finden – ein künstlerischer Garten“ ist ein Projekt von Renate U. und Johannes Schürmeyer in Zusammenarbeit mit der „Flüchtlingshilfe bleib.mensch für Grevesmühlen, Mallentin, Schönberg und Umgebung“, veranstaltet vom Verein „Politische Memoriale“. Die Künstlerin, von der zurzeit auch Werke in der Kirche in Schönberg ausgestellt werden, erklärt auf dem Denkmalhof: „Ich habe schon mehrere solche Projekte gemacht.“ Als Beispiel nennt sie eine Kunstaktion in Berlin mit öffentlicher Nähstube: „Hellersdorfer Picknickdecken“. Für „Heimat finden – ein künstlerischer Garten ist“ habe sich der Denkmalhof in Schönberg angeboten. Sie habe sich sehr gefreut, dass der Museumsleiter Olaf Both sofort Ja gesagt habe.

Was die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Schönberg außer Gartenmöbeln und Blumen noch gestalten werden, steht nicht fest. „Es entwickelt sich auch aus dem Tun heraus“, erklärt Renate U.

Schürmeyer. „Es hängt davon ab, welche Ideen hereingetragen werden.“ Dem stimmt Johannes Schürmeyer zu. Er sagt: „Mal sehen, was die Zukunft bringt.“

Arbeitsgruppe unterstützt Flüchtlinge

Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, ist erklärtes Ziel der „Flüchtlingshilfe bleib.mensch für Grevesmühlen, Mallentin, Schönberg und Umgebung“. Die im vorigen Jahr gegründete Arbeitsgruppe erläutert: „Als Ehrenamtliche arbeiten wir achtsam und werden durch weiterbildende Seminare geschult.“ Engagieren würden sie sich, „weil wir alle auf dieser Erde leben, die gleiche Luft atmen und wir die Menschen, die notgedrungen, zwangsweise zu uns kommen, als Bereicherung eines gemeinsamen Lebens sehen.“

Kontakt: ☎ 03881/2324 oder 03881/2524, www.bleibmensch.org, E-Mail: kontakt@bleibmensch.org

Jürgen Lenz

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