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Nordwestmecklenburg Ingrid von Kruse erzählt bewegende Geschichten
Lokales Nordwestmecklenburg Ingrid von Kruse erzählt bewegende Geschichten
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18:12 13.06.2016

Sehr menschliche Geschichten über berühmte Personen haben die Besucher der Lesung mit Ingrid von Kruse im Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz gehört. Die Fotografin präsentierte ihr Buch „Charakterbilder. Begegnungen unter 5 Augen“. Ihre Lesung war Teil des 13. Klützer Literatursommers, der unter dem Motto „Beziehungsgeschichten“ steht.

Der Projektor zeigte ein Porträt des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Durch ihre lebhafte Art zu lesen, machte Ingrid von Kruse die Begegnung mit Schmidt wieder lebendig und schilderte ihr Unterfangen, den durch und durch organisierten Politiker zu fotografieren. Teils provozierend, teils entwaffnend ist sie dabei ihrem Gegenüber entgegengetreten.

Im Vorgespräch erzählte die Autorin, dass es ihr weniger auf die Bekanntheit des Porträtierenden ankommt, sondern auf deren Persönlichkeit. Wie sich den Besuchern später zeigte, ist genau das die Essenz, die ihre Bilder zum Leben erweckt: Authentizität, Natürlichkeit und Verletzlichkeit. So etwas gelingt nur mit ausgezeichneter Menschenkenntnis, Empathie und guter Vorbereitung.

Der Lesungssaal im Literaturhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt und auch die Bücher, die Ingrid von Kruse signierte, waren nach der Lesung ausverkauft. In ihrem Buch schildert sie, wie es zu diesen beeindruckenden Aufnahmen kam und wie viel Arbeit und Einfühlungsvermögen dahinter stecken. So stellt die Fotografin stets kluge Fragen und es gelingt ihr damit, tiefe Einblicke in die Persönlichkeit der Porträtierten zu bekommen.

Die Zuhörer schmunzelten über ihre Begegnung mit Vicco von Bülow, bekannt als Loriot, den die Fotografin als „besessenen Ästheten“ bezeichnet und der auf den Bildern nichts dem Zufall überlassen will. Im Gedächtnis blieb auch die Begegnung der Fotografin mit einer Zeitzeugin der Stalin-Herrschaft. Ingrid von Kruse schildert, wie sich Anna Larina Bucharina während ihrer Gefangenschaft ihre Brotration mit einer Ratte teilte, da sie keinen Hunger mehr verspürte – der Schmerz hatte dieses und andere Gefühle ausgelöscht.

jk

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