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Nordwestmecklenburg Inklusives Sportfest: Affe gegen Löwe und Hund
Lokales Nordwestmecklenburg Inklusives Sportfest: Affe gegen Löwe und Hund
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19:14 16.06.2016
Betreuerin Margitta Misch steht Malte (7) von der Grevesmühlener Mosaikschule beim Zielwerfen hilfreich zur Seite.

Affe kämpft gegen Löwe, Schildkröte, Hund und Elefant. Wenn Tiere im Sprint, Weitsprung und Zielwerfen gegeneinander antreten, dann ist Inklusives Sportfest.

Menschen mit und ohne Behinderung traten gestern in gemischten Teams auf dem Tannenbergsportplatz gegeneinander an / Auch ein Fußballturnier wurde ausgetragen.

„Aus dem einfachen Grund, weil die meisten Teilnehmer nicht lesen können. Tiere erkennen sie alle“, begründete Detlef Möller vom Behinderten- und Rehabilitationssportverein. Gemeinsam mit dem Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg und der Stadt Grevesmühlen organisierte er das Event.

Angetreten waren etwa 500 Menschen mit und ohne Behinderung. Unter anderem waren eine Delegation des Sportvereins Blau-Weiß sowie Schüler der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ und des Gymnasiums vertreten. Gebildet wurden (tierische) gemischte Teams, die in vier Disziplinen gegeneinander antraten. Am Ende siegte das Team Affe vor Löwe und Hund.

Karin war im Team Schildkröte. Das räumte zwar keinen Pokal ab, dennoch hatte die geistig behinderte 52-Jährige richtig viel Spaß – besonders beim Weitsprung aus dem Stand. Unterstützung hatte sie dabei von Betreuer Björn Mührer, der Karin an die Hand nahm und kräftig applaudierte, als sie in der Weitsprunggrube gelandet war.

Hilfe brauchte auch Malte aus der Mosaikschule. Der Siebenjährige warf gemeinsam mit Betreuerin Margitta Misch Kegel um. Gar nicht so einfach war dagegen der Rollstuhlparcours. Mit dem Gefährt mussten die Teilnehmer mehrere Hindernisse überwinden. Mitgebracht hatten diese „Die Aufklärer“ des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport Rostock. Unter ihnen ist auch Sylvi Taube. Die 36-Jährige sitzt nach einer Lebertransplantation seit 2001 im Rollstuhl. „Es kam schleichend. Ich konnte mich darauf vorbereiten“, schilderte sie. Mit dem Rollstuhl kam ihre Liebe zum Sport – insbesondere zum Fechten. „Zu den Paralympics in diesem Jahr habe ich es nicht geschafft. Ich bereite mich jetzt auf Tokio 2020 vor“, sagte sie.

Trotz Behinderung sportlich erfolgreich ist auch Stephan Büchler, der gestern zu Gast war. Aufgrund einer Krebserkrankung musste sein linkes Bein vor 19 Jahren amputiert werden, er trägt eine Prothese. Als ehemaliger Grevesmühlener kennt er den Tannenbergsportplatz, ist dort als Kind viele Runden gelaufen. Heute fährt der 36-Jährige, der in Kiel als Orthopädietechniker arbeitet, lieber Fahrrad und holte bei Downhill in den USA bereits zweimal Gold. Anfang Juli fährt er nach Südfrankreich – und hofft auch dort auf eine Platzierung in der 38 Kilometer langen Talfahrt aus 3300 Höhenmetern.

Jana Franke

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