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Ironman Thomas Meier: „Es ist alles eine Kopfsache“

Boltenhagen Ironman Thomas Meier: „Es ist alles eine Kopfsache“

Der Mitveranstalter des Aluman-GVM joggt zu seinem Arbeitsplatz. Das gehört für den Extremsportler aus Grevesmühlen zum Training.

Boltenhagen. Thomas Meiers Körper schmerzt diesmal nicht. Der „Aluman-GVM“-Mitveranstalter sitzt auf der Terrasse des neuen Café Toka in der Boltenhagener Mittelpromenade und trinkt einen Milchkaffee nach dem anderen. Etageren mit hauchdünnen Schinkenscheiben und frischen Früchten bauen sich da vor ihm auf. Er genießt. Verdient hat er es sich. Zwei Tage zuvor schwamm der 32-jährige Grevesmühlener 3,86 Kilometer, radelte 180,2 Kilometer und lief 42,195 Kilometer.

Thomas Meier ist ein Ironman. Am Sonntag vor einer Woche nahm er an einem der internationalen Wettbewerbe in Klagenfurt, Österreich, teil. 2010 startete Meier beim Ironman in Regensburg. Danach war er eine Woche krank. „Das wollte ich diesmal nicht und so habe ich auf die Signale meines Körpers gehört“, erklärt er.

12,21 Stunden benötigte Meier diesmal für die Distanzen. „Es geht darum, Spaß zu haben“, lacht er bei seinem Langschläfer-Frühstück in Boltenhagen. Um drei Uhr in der Nacht kam er in seinem Wohnort Grevesmühlen an. Ob er, als er endlich schlafen konnte, von der Teilnahme an einer der Ironman-Weltmeisterschaften in Hawaii geträumt habe? „Es wäre schön, dort einmal zu starten, aber das ist nicht das Wichtigste. Für mich ist es immer das Ziel, die Zeit zu erreichen, in der ein Wettbewerb mindestens geschafft werden muss“, verdeutlicht er. Beim Ironman Austria waren das 17 Stunden.

In Gedanken bewältige Meier dabei nie die gesamte Distanz, sondern immer nur Teilstrecken, wie er einen seiner Tricks verrät. „Es ist alles eine Kopfsache“, erklärt er und fügt hinzu, dass er, wenn er losschwimmt, nichts anderes sehe als die reine Schwimmetappe. Fährt er Rad, so fokussiere er sich auf die Raddistanz und wenn er läuft, so teile er sich den Marathon in Teilstrecken à 10 Kilometer ein.

„Du weißt vorher nie, wie er wird, der Ironman, denn jeder Tag im Leben eines Sportlers ist anders“, macht er klar. Dennoch gehe er davon aus, dass der Triathlon immer das zurückgibt, was trainiert wurde und somit ein besonders ehrlicher Sport ist — mit Cornelius Wermann habe ein Freund ihm diese Worte einmal mitgegeben.

Dann spricht er über seine Freundin. „Sehr tolerant muss sie sein“, umreißt er. Zum „Ironman“ nach Klagenfurt fuhr Franziska Broese mit. „Wenn ich sie am Straßenrand sehe, so halte ich immer an“, erzählt er. Dann gäbe es einen Kuss und er liefe wieder los.

Unter der Woche ist Meier Filialleiter im Profi-Baumarkt in Schönberg, seine wöchentliche Trainingszeit beträgt etwa 20 Stunden. Wie er das managt? Nun, er hat sich etwas einfallen lassen: Zu seinem Arbeitsplatz joggt er einfach — oder aber er fährt mit dem Fahrrad nach Hause. Meistens geht es dabei über die Dörfer. Von Schönberg über Papenhusen und Börzow bis hin nach Grevesmühlen sind es etwa 20 Kilometer. „Das alles ist furchtbar zeitintensiv“, so Meier.

Auch an Marathons nimmt der Triathlet teil. Der Berlin-Marathon beispielsweise markiert sein Saisonende, da er im September stattfindet. „Danach fahre ich erst einmal einen Gang runter, bevor ich im November wieder mit der Grundlagenausdauer beginne“, erklärt er. Trainiert wird das gesamte Jahr über, im Winter schwimmt Meier. Thomas Meier ist auch Taekwondo-Meister. Doch wegen der fehlenden Zeit und dem Umstand, dass sein Großmeister verstorben ist, praktiziert er diesen Sport heute kaum noch.

Wie er zum Sport gekommen ist? „In einem Alter von sechs Jahren habe ich bereits Judo gemacht — nach der Wende kam ich dann zum Taekwondo“, erklärt Thomas Meier. Gelaufen sei er schon immer. Dann kam der erste Halbmarathon — und der erste Marathon. Zum Triathlon brachte ihn ebenfalls Cornelius Wermann. „Er hat mich angesteckt mit seinem Enthusiasmus“, sagt Meier.

Dana Dolata

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