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Nordwestmecklenburg „Jamel rockt den Förster“ in neuem Gewand
Lokales Nordwestmecklenburg „Jamel rockt den Förster“ in neuem Gewand
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19:56 11.08.2018
Studentinnen der Fakultät Gestaltung der Wismarer Hochschule nutzten einen der ersten Stände für „Jamel rockt den Förster“ testweise, um Besuchern der Jahresausstellung „Dia“ Kuchen und Getränke anzubieten. Quelle: Foto: Hochschule Wismar/georg Hundt
Jamel/Wismar

Wenn am letzten August-Wochenende das überregional bekannte und mit mehreren Preisen ausgezeichnete zweitägige Open-Air-Festival „Jamel rockt den Förster“ beginnt, wird es erstmals ein Mini-Dorf in Jamel geben. Sieben Stände mit Möbeln – von 32 Studenten der Fakultät Gestaltung der Wismarer Hochschule entwickelt und gebaut – stehen nun den Organisatoren und natürlich dem Festivalpublikum zur Verfügung.

Wismarer Studenten haben für das Festival Stände gebaut.

Das Besondere daran ist, dass die wetterbeständigen „Hütten“ schnell auf- und abgebaut, aufgrund des kleinen Packmaßes platzsparend einlagert und in den kommenden Jahren wiederverwendet werden können. Während sich die eingesetzte Rahmenkonstruktion wie ein Zollstock zusammenfalten lässt, können die aus recycelten Material produzierten Wabenpappen individuell gestaltet und nach dem Festival in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Neben dem engagierten Einsatz der Studenten und ihrer Professoren trugen zahlreiche Spender sowie eine Crowdfundingkampagne zum Gelingen bei.

Um den Organisationen, die das „Festival für Toleranz“ unterstützen, eine feste Standinfrastruktur zu bieten und der Veranstaltung einen eigenständigen Wiedererkennungswert geben zu können, initiierte Prof. Oliver Hantke im vergangenen Jahr ein studentisches Realisierungsprojekt. Er lehrt an der Fakultät Gestaltung Innenarchitektur, Grundlagen des Entwerfens, Planung und Entwurf und ist damit vor allem für Studenten der Innenarchitektur Ansprechpartner.

Für das Semesterprojekt konnte Hantke jedoch junge Leute aller Studiengänge der Fakultät begeistern, sodass interdisziplinär entworfen, getestet und schließlich gebaut wurde. Der Realisierung vorausgegangen war eine Bachelorthesis aus dem Sommersemester 2017 von Rebecca Klabes, die als Gestaltungsthema eine Dorf-im-Dorf-Struktur präsentierte. Es sollte ein Dorf der Demokratie und Toleranz innerhalb des „Nazidorfes“ auf dem temporären Festivalgelände, einem Privatgrundstück der Familie Lohmeyer, entstehen. Ihr Entwurf sah unter anderem vor, dass der Dorfcharakter durch die Gestaltungsform der einzelnen Stände gestärkt wird. In den folgenden zwei Semestern wurde unter Leitung der Professoren Stephan Schulz und Oliver Hantke die ursprüngliche Idee von 32 Studenten verfeinert, Konstruktion und Material so modifiziert, dass sie schließlich umgesetzt werden konnte. Im Januar 2018 wurde der Prototyp auf der Internationalen Möbelmesse „imm“ in Köln präsentiert.

Während der Jahresausstellung „Dia“ der Fakultät Gestaltung wurden die ersten fertigen Häuser während der studentischen Feiern und Partys getestet. Zurzeit werden die restlichen Häuser fertiggestellt, sodass sie Ende August während des diesjährigen Festivals in Jamel genutzt werden können.

Die Studenten und ihre Professoren wurden von der Firma Yamaton aus Rostock bei der Formfindung und Prototypgestaltung mit viel Pappe unterstützt. Eine Firma für Dachdeckereibedarf stellte die Hölzer für die Konstruktion kostenfrei zur Verfügung. Das Material für die Dächer stammt von der Firma „thermhex“ aus Halle. Viele kleine Spenden konnten über eine Spendenplattform gesammelt werden. Diese Beträge wurden und werden unter anderem für sämtliche Verbindungsmittel und Transportkosten eingesetzt. Weitere Unterstützung ist gern gesehen und kann über www.betterplace.de mit den Suchbegriffen „Jamel“ und „Wismar“ erfolgen. Dort sind auch Bilder zum Projekt bereitgestellt, die sowohl die Studenten bei ihrer Arbeit als auch verschiedene Ansichten zeigen.

Ein Zeitraffer-Video, das Studenten beim Testaufbau eines Standes auf dem Wismarer Campus zeigt, ist im Internet zu finden (www.youtube.com/watch?v=DzzUEg-bXVE).

Die Projektakteure

Unter der Leitung der Professoren Oliver Hantke (Innenarchitektur) und Stephan Schulz (Design) wirkten folgende Studenten der Fakultät Gestaltung der Wismarer Hochschule an dem Projekt mit: Vivien Abart, Nayanika Bahia, Nathalie Bergau, Sophie Marie Berger, Spencer Chisholm, Joshua Delissen, Marty Friedrich, Enrico Frontzek, Morten Fuchs, Max Graupner, Mike Horn, Rebekka Jochem, Jessica Jung, Emma Karamnow, Rebecca Klabes, Samuel Lewek, Dajana Lieser, Chloé Merboth, Julia Neumann, Merle Neumann, Thomas Oertel, Pia Podßun, Tim Rohwedder, Sven Schekahn, Benedict Schuster, Maya Stehle, Lukas Steigerwald, Sarah Strenge, Lynn Tilsner, Wiebke Untiedt, Jacobo Cuesta Wolf, Kai Zimmer.

Kerstin Baldauf

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