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Nordwestmecklenburg Jede Ablenkung ist gefährlich
Lokales Nordwestmecklenburg Jede Ablenkung ist gefährlich
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20:10 27.07.2018
Jens Brügmann, Ines Buchholz (v.l.) und Angelika Becker (r.) baten Urlauber Dirk Schuster aus dem Raum Bielefeld, eine WhatsApp-Nachricht zu tippen, um ihm zu erklären, wie weit er dabei gefahren wäre, ohne auf den Verkehr zu achten. Quelle: Foto: Malte Behnk
Schönberg

Autofahrten im Urlaub können lang werden. Die Gefahr für den Fahrer, abgelenkt zu werden, ist groß. Die Kinder auf der Rückbank können quengeln, etwas zu essen oder zu trinken fordern. Man kann selber zum Getränk oder verbotenerweise zum Mobiltelefon greifen.

Das Präventionsteam der Polizeiinspektion Wismar hat gestern über die Gefahren von Ablenkungen auf der Raststätte Schönberger Land an der A 20 informiert.

Dankbar und teilweise etwas erschrocken waren die Autofahrer, denen Ines Buchholz, Angelika Becker, Jens Brügmann und Michael Harnack verschiedene Situationen erklärten. So baten sie die Autofahrer vielfach, eine kurze Nachricht zu tippen, wie sie im Alltag auftauchen könnte. „Ich verspäte mich, war aber schon einkaufen“ oder „Bin im Auto, rufe gleich zurück“, waren solche Beispiele. Angelika Becker stoppte die Zeit, die für das Tippen benötigt wurde und erklärte dann anhand einer Tabelle, wie weit der Fahrer im Blindflug unterwegs gewesen wäre. Das Entsperren eines Handys, selbst wenn eine Freisprechanlage genutzt wird, dauert zum Beispiel etwa vier Sekunden. „In der Zeit legt ein Auto bei 30 Stundenkilometern 33 Meter zurück. Das ist eine Strecke, auf der ein Kind zwischen Autos hervorkommen könnte“, sagte Angelika Becker. Bei Tempo 100 auf der Autobahn wäre ein Fahrzeug in den vier Sekunden sogar 112 Meter weit gefahren.

„Ich finde gut, dass hier aufgeklärt wird“, sagte Dirk Schuster aus dem Raum Bielefeld. „Mit Blick auf die Unfallstatistiken sollte das viel öfter gemacht werden“, sagt der Urlauber, der auf dem Weg nach Stralsund war.

Ähnlich äußerten sich auch die anderen Autofahrer, die mit dem Präventionsteam ins Gespräch gekommen waren. „Ich finde das gut. Mit solchen Aktionen zeigt die Polizei Bürgernähe“, sagte Toralf Richter, der mit seiner Familie auf dem Weg von Bremen nach Warnemünde war. „Man wird hier sehr anschaulich daran erinnert, wie leicht man abgelenkt werden kann und was das für erhebliche Folgen haben kann“, sagte er. Die meisten Aktionen, die einen Autofahrer ablenken, sollte man vor Fahrtantritt oder bei einer Rast erledigen, empfehlen die Polizisten. „Wir raten auch dazu vor allem bei Fahrten mit Kindern regelmäßig Pausen zu machen“, sagte Jens Brügmann. „Kinder sollten sich austoben, man kann etwas essen und trinken und dann kann die Fahrt konzentriert weitergehen.“ Die Präventionsbeamten hatten auch sogenannte Rauschbrillen dabei, mit denen die Autofahrer nachempfinden konnten, wie sich ein Rausch mit 0,8 oder 1,5 Promille auf die Sicht auswirkt. „Neben unserem Angebot gibt es auch unterschiedliche Fragen der Urlauber“, sagte Michael Harnack vom Autobahnpolizeirevier Metelsdorf. „Viele Fragen nach dem Loch bei Tribsees und wie sie es weiträumig umfahren können. Dabei geht es ihnen einerseits drum, schnell weiterzukommen aber auch darum, die Anwohner nicht zu sehr zu stören“, sagte der Polizist. Er machte während der Infoveranstaltung auch Rundgänge über den voll belegten Parkplatz der Raststätte und gab Tipps zur korrekten Ladungssicherung. „Viele Fahrzeuge haben Fahrradträger. Da muss man drauf achten, dass die Fahrräder auch richtig befestigt sind“, sagte Harnack.

Die Aktion der Polizeiinspektion Wismar wurde im vergangenen Jahr gestartet und soll weiter ausgebaut werden. In diesem Jahr gab es Informationsveranstaltungen in beiden Fahrtrichtungen an der Raststätte Fuchsberg und jetzt in Fahrtrichtung Rostock an der Raststätte Schönberger Land.

Malte Behnk

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