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Nordwestmecklenburg Jimmy Kelly: „Ich bin Nummer 7“
Lokales Nordwestmecklenburg Jimmy Kelly: „Ich bin Nummer 7“
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18:10 09.08.2014
Jimmy Kelly in Wismar. Er spielt eigene Songs und Folk aus der ganzen Welt. Quelle: Ina Schwarz
Wismar

Ja, er ist es: Jimmy Kelly zu Gast in Wismar. Mit Gitarre und Mundharmonika steht der 43-jährige Vollblutmusiker gestern in der Fußgängerzone vor dem Wismarer Karstadt-Stammhaus. Die Menschen bleiben stehen, lauschen, klatschen, kaufen CDs und werfen Münzen und Scheine in den geöffneten Koffer zu Füßen des irisch-amerikanischen Sängers und Komponisten.

„Hier kommt mir eine große Wärme entgegen“, freut sich Jimmy, der in den Pausen zwischen den Songs immer wieder Hände schüttelt und den Satz hört: „Ich kenne Sie noch von damals, als Sie noch mit ihrem Vater und der ganzen ,Kelly Family‘ in Wismar gespielt haben.“

Das ist über 20 Jahre her. Die „Kelly Family“ ist eine mit etlichen Musikpreisen ausgezeichnete Pop- und Folkband, die ab Mitte der 1990er-Jahre mit mehr als 20 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Interpreten in Europa gehörte.

„Klar, erinnere ich mich an Wismar“, sagt Jimmy. „Ich war damals 17 oder so.“ Bis heute kann er die Finger nicht von der Straßenmusik lassen. „Alles ist so frei und spontan“, erzählt er. „Für mich auch ein Stück Heimat.“

Jimmy Kelly ist „Nummer 7“, wie er selbst seine Rangfolge in der Geschwisterriege der Kellys auf den Punkt bringt. „Mittlerweile sind wir überall in der Welt verstreut“, erzählt er. „Einige der zwölf Schwestern und Brüder leben in Spanien, Amerika, Irland und Frankreich. Ja, wir tauschen uns aus. Doch jeder ist jetzt auf eigenen Wegen unterwegs. Es ist ein völlig neues Kapitel.“

Er selbst lebt in Köln, hat zwei Kinder und macht dieser Tage mit seiner Frau Ferien bei den Schwiegereltern auf Fehmarn. „Manchmal packe ich dann spontan einfach die Instrumente ein und hau ein wenig ab“, scherzt der Musiker. „Gerade vor ein paar Tagen habe ich mit meiner Schwester Kathy telefoniert“, plaudert er. „Sie wollte eigentlich kommen, dass wir zusammen ein wenig auf der Straße spielen. Doch bis jetzt hat sie sich nicht wieder gemeldet. Vielleicht hat sie ein bisschen Angst bekommen“, flachst Jimmy.

„Allein auf der Straße zu spielen, ist eine ganz besondere Herausforderung und erfordert auch Mut“, gibt er zu. „Für mich ist es immer wieder beeindruckend, wie herzlich die Menschen sind“, sagt Jimmy Kelly. „Sie kaufen meine Musik und schenken mir Geld. Das tut gut. Wir Künstler sind nämlich viel sensibler, als wir zugeben wollen.“

Ob er jetzt weiter zur Hanse Sail zieht, wusste der sympathische Musiker gestern noch nicht. „Hier ist es ruhiger, ich kann Balladen spielen, die gut ankommen und wirken. Ich mag diese Atmosphäre!“

Es kommt mir und meiner Musik viel Wärme entgegen.“Jimmy Kelly (43)

Ina Schwarz

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