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Nordwestmecklenburg Junge und Alte schätzen Neuburg als Wohnstandort
Lokales Nordwestmecklenburg Junge und Alte schätzen Neuburg als Wohnstandort
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20:51 10.08.2017
Die Kinder lieben den Kletterbaum. Dahinter, vor dem jetzigen Kita-Gebäude, soll ein Anbau für die Jüngsten entstehen. Quelle: Fotos: Haike Werfel

„Hallo Frau Bürgermeisterin!“, wird Heidrun Teichmann von älteren Bewohnern begrüßt. Fritz Tesmen (85) und Franz Teresiak (87) sitzen auf dem Balkon des Seniorenwohnhauses hinter dem Amtsgebäude und klönen. Die Witwer sind aus Boiensdorf beziehungsweise Frankfurt/Oder nach Neuburg gezogen. Die Töchter haben sie hergeholt. Später gesellt sich Werner Trapp (79) dazu, er stammt aus Madsow. „Wir sind das Kleeblatt“, sagen die Männer und dass sie sich wohlfühlen im „barrierearmen Service-Wohnen“. Das Gebäude bietet 14 altersgerechte Wohnungen.

Dorfbewohner vermissen nur Bankfiliale und Kneipe.

„Die Seniorenbetreuung funktioniert sehr gut im Dorf.“ Die Bürgermeisterin berichtet von zwei Seniorensportgruppen, für eine dritte fehlt der Übungsleiter, und von regelmäßigen plattdeutschen Nachmittagen.

Auch die Jüngeren und Jungen im Dorf kämen nicht zu kurz. „Wir haben eine tolle Infrastruktur“, sagt Margret Schütt. Kita, Schule, Jugendklub, aktive Vereine seien Pluspunkte, weshalb die 48-Jährige gerne in Neuburg lebt. „Dazu die wunderschöne Natur. Schade nur, dass es die VR-Bank nicht mehr gibt. Das ist vor allem für die älteren Bewohner schlimm.“

Katja Meiritz (45) ist seit fünf Jahren in der Kita „Sonnenschein“ tätig. „Ich war als Dreijährige bei der Eröffnung 1976 dabei. Angefangen zu arbeiten habe ich in der Gruppe, in der ich schon als Kind war“, erzählt die Neuburgerin. Dass es keine Kita-Schließzeiten im Sommer gibt, findet die Erzieherin gut. „So können die Familien außerhalb der Ferien Urlaub machen.“

Die Gemeinde „leistet“ sich die Kita, sagt Bürgermeisterin Heidi Teichmann, die als Linkspolitikerin die Kinderbetreuung gern kostenfrei hätte. „Und trotz der jährlichen Diskussion um die Gebühren ist die Kita rappelvoll“, sagt sie. Die Gemeinde plant einen Anbau, der zu den 162 weitere 20 Plätze schaffen soll, und hofft auf Fördermittel.

„Wir wollen junge Leute im Dorf halten und herholen“, nennt die Bürgermeisterin ein Ziel der Gemeindevertretung. „Im neuen Wohngebiet Am Weiher haben Paare gebaut, die nach der Ausbildung zurück nach Neuburg gekommen sind“, weiß Heidi Teichmann. Ein weiteres Baugebiet soll am Hageböker Weg entstehen. Zudem errichtet ein Bauunternehmer Miet- und Eigentumswohnungen.

Konkrete Ideen für die Bebauungsplan-Fläche am Bahnhof gibt es noch nicht. Sie könnte zum Beispiel für Mietwohnraum, eine Betreuungseinrichtung oder eine Gaststätte genutzt werden. Eine Kneipe fehlt im Dorf. Die möchte die Bürgermeisterin in den letzten zwei Jahren ihrer Amtszeit unbedingt ansiedeln. „Jeder Koch, der sich selbstständig machen will, soll sich melden“, sagt die 69-Jährige.

Neben der Landwirtschaft bestimmen Handwerk, Gewerbe und Dienstleister das wirtschaftliche Leben im Dorf. Es gibt zum Beispiel Tischler, Maler, Bäcker, eine Sanitär- und Heizungsfirma, einen Bootsbauer, einen Friseur- und einen Kosmetiksalon, eine Physiotherapie. Zwei Allgemeinmediziner und ein Zahnarzt sorgen sich um die Gesundheit der Einwohner.

Haike Werfel

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