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Nordwestmecklenburg Käufer-Ansturm auf Waterfront
Lokales Nordwestmecklenburg Käufer-Ansturm auf Waterfront
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20:20 11.12.2015

Der erste Spatenstich ist keine zwei Monate her, und schon ist ein Großteil der ersten Ferienwohnungen des Waterfront- Projekts auf dem Priwall verkauft. Dabei hat die öffentliche Vermarktung noch gar nicht begonnen. Für 46 von 62 Wohnungen in neun Häusern sind nach Angaben von Investor Sven Hollesen schon Kaufverträge abgeschlossen. Die Häuser liegen mit einer Ausnahme im ersten Bauabschnitt.

Mit den Verkäufen hat Hollesen schon 17,3 Millionen Euro von den 23 Millionen sicher, die ihn dieser Teil der Investition gekostet hat. Und das alles ohne große Werbung, denn die bisherigen Investoren kommen gut zur Hälfte aus dem Kreis derer, die schon Immobilien bei Hollesen gekauft haben. Darunter sind viele der 174, denen Häuschen in den Feriendörfern auf dem Priwall gehören. „Das sind keine Fonds oder Immobilienhändler“, sagt Hollesen, „das sind ganz normale Familien.“

Die Wohnungen am Passathafen sind zwischen 50 und 180 Quadratmeter groß und kosten zwischen 250000 und 1,1 Millionen Euro. Hollesen bietet sie zum Festpreis an — voll möbliert und ausgestattet. Für das neue Jahr kündigt er den Verkaufsstart für 100 weitere Ferienwohnungen an. Sie werden in Villen in zweiter Reihe hinter dem Hafen liegen, 30 bis 108 Quadratmeter groß sein und voraussichtlich zwischen 120000 und 500000 Euro kosten. Am Ende sollen es 454 Wohneinheiten werden, einschließlich der auch als Ferienwohnungen nutzbaren Zimmer des Tagungszentrums, das Hollesen mit einem Partner aus Lübeck selbst betreiben will. Das gesamte Projekt soll laut Hollesen 2018 fertiggestellt werden und Travemünde 315000 zusätzliche Übernachtungen pro Jahr verschaffen.

Siegbert Bruders, Sprecher der Bürgerinitiative behutsame Priwallentwicklung (BiP) und Wortführer der Waterfront-Gegner, zeigt sich nicht überrascht von dem Ansturm. „Es ist klar, dass sich das verkauft in der Lage. Sie können den ganzen Priwall verkaufen.“ Hollesens Übernachtungszahlen aber hält er für überzogen: „Eine Auslastungsquote von 60 Prozent ist illusorisch“, sagt es. „Das gibt es auf der ganzen Welt nicht. Dann müssten 38 Wochen im Jahr alle Wohnungen komplett vermietet sein.“

Bruders und seine Mitstreiter erlitten ihre große Niederlage am 24. September, als die Bürgerschaft Baurecht für Waterfront beschloss. Sie haben trotzdem die Hoffnung auf einen Baustopp nicht aufgegeben. Ein Anwalt prüfe zurzeit die Aussichten eines Normenkontrollverfahrens.

kab

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