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Nordwestmecklenburg Kameraden hoffen auf eine neue Drehleiter
Lokales Nordwestmecklenburg Kameraden hoffen auf eine neue Drehleiter
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20:41 23.01.2017
Wehrführer Oliver Boest (links) gratuliert Patrick Storch zum Gerätewart. Quelle: Fotos: Steffen Oldörp

Plötzlich war die Autobahn spiegelglatt, erinnert sich Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) an den 14. Januar. Auf der Autobahn A1 nördlich von Hamburg waren vor gut einer Woche rund 30 Fahrzeuge aufeinander gefahren. Eine Frau kam dabei ums Leben, mehrere Menschen wurden schwer verletzt.

Feuerwehr zieht Bilanz / 816 Einsatzstunden im vergangenen Jahr.

Gegründet 1900

40 Einsatzkräfte hat die Freiwillige Feuerwehr Herrnburg. Gegründet wurde sie 1900.

31 Brände wurden von den Herrnburgern 2016 bekämpft, hinzu kamen 23 technische Hilfeleistungen.

Erhard Huzel stand nur 300 Meter von der Unfallstelle entfernt im Stau. In diesem Moment, sagte der CDU-Politiker am Wochenende bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Herrnburg, sei ihm einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig ehrenamtliche Helfer sind: „Da habe ich gesehen, wofür regelmäßig geübt wird, wofür wir als Gemeinde Gelder bereitstellen.“ Aus Sicht von Huzel sehr gut eingesetztes Geld. „Das hat mir gezeigt, wie sehr wir es wertschätzen müssen, dass so viele Kameraden für diese herausfordernden Aufgaben zur Verfügung stehen. Dafür kann man gar nicht hoch genug Achtung haben“, lobte Huzel das Engagement der Feuerwehrleute.

Im vergangenen Jahr mussten sie 54 Mal ausrücken – zu 23 Bränden und 31 Hilfeleistungen (wie Verkehrsunfälle). Gegenüber dem Vorjahr waren die Herrnburger Brandschützer 13 Mal weniger gefordert. Die Anzahl der Einsatzstunden hat sich allerdings erhöht, sagte Wehrführer Oliver Boest: von 764 auf 816 Stunden. Hinzu kommt, dass die Einsätze von weniger Personal bewältigt werden mussten. Denn der Feuerwehr stehen weniger Einsatzkräfte zur Verfügung als noch vor zwölf Monaten – insgesamt 40 Männer und Frauen. „Auch wenn durch den leichten Rückgang in der Einsatzabteilung die Aufgaben auf weniger Schultern verteilt werden müssen“, so Boest, „sind wir mit einem Durchschnittsalter von 32,3 Jahren gut für die Zukunft aufgestellt.“

Eine der größten Herausforderungen in Herrnburg ist, die Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten. „Daran müssen wir arbeiten. Definitiv ist das ein großes Problem für uns“, so Boest. Zurzeit sind die Herrnburger auf Hilfe der benachbarten Feuerwehren aus Schönberg und Selmsdorf angewiesen. „Abends sind wir einigermaßen gut aufgestellt, aber am Tag müssen wir uns weiter verstärken“, so der Wehrführer. Um das zu schaffen und mehr Einwohner für den ehrenamtlichen Brandschutz zu begeistern, wirbt die Wehr seit Monaten. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass nur der direkte Kontakt, nur das direkte Ansprechen zum Erfolg führt“, sagt Boest. Vier Einwohner konnten überzeugen. Sie absolvieren zurzeit ihre Grundausbildung. Das reicht Oliver Boest noch nicht: „In den kommenden drei, vier Jahren soll sich unsere Einsatzabteilung um mindestens zehn Personen verstärken.“

Als große Baustelle in der Wehr bezeichnet Boest auch die Drehleiter. Die wird im August 30 Jahre alt. In diesem Jahr ist noch eine sogenannte Zehn-Jahres-Prüfung notwendig. Das bedeutet, die Drehleiter wird auf Herz und Nieren überprüft. Das Problem: der Preis. Die Überprüfung kostet rund 70000 Euro. „Aus unserer Sicht macht es keinen Sinn, in eine 30 Jahre alte Drehleiter so viel zu investieren“, sagt der Wehrführer. Deshalb hoffen er und die anderen Blauröcke auf eine neue Drehleiter. Die kostet rund 600000 Euro. Das bedeutet, die Gemeinde ist auf Fördermittel angewiesen. Ob es die gibt, ist unklar. Laut Bürgermeister Erhard Huzel soll die Entscheidung über den Fördermittelantrag demnächst in Schwerin fallen. „Da wird im Hintergrund gearbeitet. Ich bin guter Hoffnung, dass wir da etwas hinkriegen“, so Huzel. Es wies darauf hin, dass die Gemeinde nicht in schöne rote Autos investiere, sondern in die Sicherheit ihrer Bürger.

Steffen Oldörp

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