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Nordwestmecklenburg Kampf um Azubis: Firmen werben für Standort Upahl
Lokales Nordwestmecklenburg Kampf um Azubis: Firmen werben für Standort Upahl
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23:07 06.11.2013
Mark Wisotzki, Lukas Blum, Stephanie Lohff und Fachausbilder Marco Schimanski (v. l.) erwarten die künftigen Azubis. Quelle: Maik Freitag
Grevesmühlen

Stephanie Lohff hat einen für Frauen ungewöhnlichen Beruf. Die 21-jährige Grevesmühlenerin befindet sich im dritten Lehrjahr einer Ausbildung zur Lackiererin im Mercedes Benz Lack- und Karosseriezentrum Ostsee im Gewerbegebiet Upahl. Im Juli 2014 wird sie voraussichtlich ihre Ausbildung erfolgreich abschließen.

Die Grevesmühlenerin ist eine von zwei Auszubildenden, die dort jedes Jahr in verschiedenen Berufen ausgebildet werden. Doch die Anzahl der Bewerbungen lässt immer stärker nach. Geeignete Azubis zu finden, wird immer schwerer, wie Betriebskoordinator Mark Wisotzki weiß. „Nicht nur die Quantität hat stark nachgelassen, auch über die schulischen Leistungen auf dem Zeugnis sind wir häufig verwundert. Und das nicht im positiven Sinne“, erklärt der 39-Jährige, der aber auch sieht, dass nur wenige Leute von den vielen Möglichkeiten einer Ausbildung im Gewerbegebiet Upahl wissen. „Wir haben zwar am Eingang einen Firmenwegweiser, doch kaum jemand weiß, was hier wirklich getan werden kann“, sagt Wisotzki. Deshalb initiierte das Lack- und Karosseriezentrum 2012 eine erste kleine Ausbildungsmesse.

In diesem Jahr gibt es eine zweite Auflage und dieses Mal schalten sich fast doppelt so viele Firmen und Institutionen ein. Mit dabei sein werden am Sonnabend, 16. November, nicht nur ansässige Firmen wie Mercedes Benz, Eggerholz, Milchverarbeiter Arla oder der Stromversorger E.on edis, sondern auch die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, der „Girls-Day“ oder die Agentur für Arbeit. „Wir alle werden Möglichkeiten aufzeigen, wie vielfältig die Ausbildungsberufe hier im Gewerbegebiet Upahl sind“, erläutert der Betriebskoordinator, der auch Unterstützung von Azubi Lukas Blum (2. Lehrjahr zum Industriekaufmann) bekommt. Der 20-Jährige und sein Kollege kümmern sich um die Vorbereitungen, gehen an Schulen und werben für die Ausbildungsmesse. Allerdings mussten auch sie schon Rückschläge hinnehmen. „Auffällig war 2012, dass uns an Gymnasien regelrecht verboten wurde, Werbung für die Messe zu machen. Aber nicht jeder Abiturient wird studieren“, sagt der Azubi und versteht die Reaktion der Verantwortlichen nicht.

Trotzdem garantiert der Auszubildende von 10 bis 13 Uhr eine interessante Ausbildungsmesse, zu der eigens auch ein Shuttlebus eingesetzt wird. „Wir werben hauptsächlich um die Schulabgänger aus der Region. Die haben nicht immer ein Auto. Wir fahren sie jetzt hin und zurück. Im Falle einer späteren Beschäftigung haben sie keinen weiten Anfahrtsweg“, zeigt Blum die Vorteile am Standort Upahl auf. Auf der Messe können Interessierte auch schon einmal Hand anlegen. An einer von Mercedes Benz bereitgestellten Karosserie dürfen die jungen Frauen und Männer schrauben und Blech zerlegen.

„Vielleicht merkt der eine oder andere dann ja doch, dass das etwas für ihn ist“, erklärt Wisotzki.

Shuttle-Service
Abfahrtzeiten der Busse, Hinweg 1:
8.40 Uhr: Rehna (Regionale Schule, Benziner Weg 3), 9.05 Uhr: Grevesmühlen (Bahnhof), 9.15 Uhr: Upahl, 9.40 Uhr: Wismar (Große Sporthalle), 10 Uhr: Upahl, Hinweg 2: 10.05 Uhr: Upahl, 10.20 Uhr: Grevesmühlen, 10.50 Uhr: Rehna, 11 Uhr: Upahl, 11.20 Uhr: Wismar, 11.45 Uhr: Upahl
Rückweg 1: 11.50 Uhr: Upahl, 12 Uhr: Grevesmühlen, 12.30 Uhr: Rehna, 13 Uhr: Upahl, 13.20 Uhr: Wismar, 13.45 Uhr: Upahl Rückweg 2: 13.50 Uhr: Upahl, 14.05 Uhr: Grevesmühlen, 14.35 Uhr: Rehna, 15.05 Uhr: Upahl, 15.25 Uhr: Wismar

Maik Freitag

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