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Nordwestmecklenburg Kaputte Straße ärgert Einwohner
Lokales Nordwestmecklenburg Kaputte Straße ärgert Einwohner
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19:13 23.03.2016
Da können wir uns warm anziehen.“Bürgermeister Reiner Behrens zu den bevorstehenden Kosten

Wann wird die Straße von Lockwisch nach Rupensdorf endlich repariert? Diese Frage wollten Einwohner von Lockwisch am Dienstagabend bei der Gemeindevertretersitzung von Bürgermeister Reiner Behrens beantwortet haben. Seit Mitte Februar geht nichts mehr auf dem kürzesten Weg von Lockwisch nach Schönberg. Die Gemeindestraße ist gesperrt, weil die Strecke unter Wasser steht und der Asphalt abgesackt ist. Wer für den Schaden zuständig ist und was die Reparatur kostet, das ist Sache des Amtes Schönberger Land. Seit der Straßensperrung vor fünf Wochen ist bislang aber nichts passiert, so die Kritik bei der Einwohnerfragestunde. „Wir müssen Fristen einhalten“, erklärte Reiner Behrens. „Das ist bei einem öffentlichen Auftrag anders als bei einer privaten Person.“

Das Amt muss seinen Angaben zufolge mindestens drei Firmenangebote bekommen und sie auswerten, um zu entscheiden, wer den Zuschlag für den Auftrag erhält. „Bislang sind nur zwei Angebote eingegangen. Eins fehlt noch“, so Behrens, der den Einwohnern verdeutlichte, dass deshalb wohl mit einer kurzfristigen Reparatur der Straße nicht zu rechnen ist.

Bis zu 20 Zentimeter ist die Straße abgesackt. Nach Aussage des Bürgermeisters ist es nicht das erste Mal, dass genau an dieser Stelle des Asphalts ein Schaden aufgetreten ist. „Das letzte Mal vor gut drei Jahren.“ Im Hinblick auf die Kosten, die auf die klamme Gemeinde zukommen werden, sagte Behrens: „Da können wir uns warm anziehen.“

Einwohner kritisierten vor allem die vielen Lkw, die auf der Strecke zwischen Lockwisch und Rupensdorf ständig unterwegs seien und fragten ihren Bürgermeister: „Warum wird das nicht unterbunden ?“

Reiner Behrens schüttelte den Kopf. „Das können wir nicht. Wir können niemanden verbieten, dort lang zu fahren und wie wollen wir das kontrollieren.“

Ein anderes Thema der Gemeindevertreter am Dienstag war die Änderung des Bebauungsplanes Nummer fünf. Ende der 1990er Jahre hatte die Gemeinde diesen beschlossen. Mit der Umsetzung hatte sie auch schon begonnen. Allerdings, sagt Folke Behrens vom Bauamt Schönberger Land: „Die Änderungen sind nicht zu Ende ausgeführt worden.“ Grund dafür sollen unter anderem Unstimmigkeiten zwischen Gemeinde und Investor gewesen sein. „Mit dem Weggang des Investors ist auch der damalige Planer verschwunden“, so Behrens. Nach Angaben des aktuellen Planers Martin Hufmann gab es im B-Plan „zahlreiche Abweichungen und Unschärfen, die mit dem rechtskräftigen Raumplan nicht übereinstimmten.“ Sogar Baugrenzen seien „erheblich“ überschritten worden. „Eine ganze Reihe von Ausgleichsmaßnahmen“ seien gar nicht umgesetzt worden, einige geplante Ausgleichsflächen sogar bebaut worden. Das hat laut Hufmann unter anderem dazu geführt, dass Behörden Anträge von Einwohnern, zum Beispiel für Wintergärten, abgelehnt haben mit der Begründung: „Die Gemeinde muss ihren Bebauungsplan erst einmal sortieren und die Abweichungen zwischen Plan und Realität korrigieren.“ Heißt im Klartext: Einwohner von Lockwisch hatten Nachteile, weil die Gemeinde jahrelang ihre eigenen Beschlüsse nicht umgesetzt hatte. Mit der jetzigen Änderung des B-Planes stellen die bisherigen Verstöße keine Probleme mehr für das Bauamt dar.

Anfreunden müssen sich die Lockwischer wohl auch mit dem Gedanken, dass sich auf dem Gebiet der Gemeinde irgendwann einmal Windkrafträder drehen werden. Der Planungsverband Westmecklenburg hat ein 230 Hektar großes Windeignungsgebiet zwischen Lockwisch, Lüdersdorf und Selmsdorf vorgeschlagen. Pech für die klamme Gemeinde Lockwisch: Wenn die zwei Windkrafträder kommen, dann stehen sie auf privaten Flächen. Eigene Flächen und damit die Möglichkeit, von der Windkraft zu profitieren, hat die Gemeinde nicht, sagt Folke Behrens. „Wirtschaftliche Vorteile damit auch nicht.“ Bis Mai müssen sich die Gemeindevertreter Gedanken machen und eine Stellungnahme abgeben, wie sie zu Windkrafträdern auf Gemeindegebiet stehen.

Von Steffen Öldorp

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