Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Katastrophenalarm auf der Deponie
Lokales Nordwestmecklenburg Katastrophenalarm auf der Deponie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 01.07.2017
Auf der Deponie der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft in Selmsdorf fand gestern eine Katastrophenschutzübung des Landkreises statt. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Großalarm für Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutzeineheiten des Landkreises: Für eine Übung wurden gestern morgen um 7 Uhr fast 200 Einsatzkräfte zur Deponie der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) in Selmsdorf gerufen. Angenommen wurde dort ein schwerer Unfall in einer Anlage, in der das Sickerwasser der Deponie behandelt wird.

Landkreis übte Notfall mit Austritt von Schwefelsäure / Fast 200 Helfer im Einsatz.

„Eine Besuchergruppe, wie sie immer wieder zu uns kommen, war in dieser Anlage. Dort ist Schwefelsäure ausgetreten, die zur Behandlung des Sickerwassers benötigt wird“, erklärt Beate Ibiß, die Kaufmännische Geschäftsführerin der IAG gestern Vormittag am Einsatzort. Dort ziehen sich Feuerwehrleute Chemikalienschutzanzüge über, die sie hermetisch von der Umwelt abschirmen. So können sie auch die Halle betreten, in der laut Übungsszenario ätzende Dämpfe der Säure sind und insgesamt 24 Personen aus der Halle retten.

Die Verletzten werden direkt an Helfer der verschiedenen Rettungsdienste aus dem Landkreis übergeben. Verätzungen der Haus und der Atemwege sind die vorherrschenden Diagnosen. „Solche Verletzungen werden ähnlich behandelt wie Verbrennungen“, sagt ein Sanitäter der die Verletzten in einer kleinen Halle überwacht und betreut.

Viele Spezialkräfte sind auf der Deponie an diesem Morgen im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Rehna hat sechs Kameraden und den Gefahrgutwagen geschickt. „Dort werden direkt die Stoffe untersucht, die austreten“, sagt Beate Ibiß im Vorbeigehen. Sie berichtet, dass jährlich etwa 100000 Kubikmeter verschmutztes Sickerwasser auf der Deponie anfallen. In der von der Übung betroffenen Anlage wird die Menge auf 10000 Kubikmeter verdampft, die dann entsorgt werden.

Als Einsatzleiter ist auch Kreisbrandmeister Torsten Gromm unterwegs von einem Einsatzort zum anderen. Etwa drei Stunden nach der Alarmierung erklärt er in einer kleinen Pressekonferenz, dass die Lage unter Kontrolle ist, aber noch sechs Personen im Gebäude sind und gerettet werden. „Die austretende Schwefelsäure ist aber keine Gefahr für die Umwelt“, betont Gromm. „Es kann nichts nach außen dringen. Das Gebäude ist gebaut wie eine Wanne und die Dämpfe werden aufgrund der Witterung herabgedrückt.“ Auch Peter Hamouz vom Fachdienst Bauordnung und Umwelt des Landkreises sagt: „Wir haben außen keine erhöhten Messwerte.“

Als Stellvertreter der Landrätin nimmt Mathias Diederich an der Katastrophenschutzübung teil. „Wir müssen auch üben mit Situationen umzugehen, die sehr theoretisch sind“, sagt er, weil der angenommene Unfall auf der Deponie aus seiner Sicht relativ unwahrscheinlich wäre. „Aber unsere Katastrophenschutzeinheiten müssen darauf vorbereitet sein. Das Zusammenspiel aller Gruppen und die Sicherheit der Abläufe soll hier trainiert werden“, so Diederich. Er zählt auf, dass nach der IAG-Betriebsfeuerwehr und der örtlich zuständigen Freiwilligen Feuerwehr Selmsdorf der Gefahrstoffzug des Landkreises und der Erweiterte Löschzug, der Dekontaminierungszug sowie Rettungsdienste, THW und der Wassergefahrenzug alarmiert wurden. „Damit sind 192 Einsatzkräfte und 55 Fahrzeuge hier auf der Deponie im Einsatz.“

Zusätzlich wurde das Personal der IAG in die Übung eingebunden. „Wir machen regelmäßig Notfallübungen, bei denen sich die Mitarbeiter an bestimmten Punkten auf dem Gelände sammeln“, sagt Beate Ibiß.

„Das haben wir heute ausgelassen, dafür übernehmen 20 Mitarbeiter die Rollen von Verletzten“, so die IAG-Geschäftsführerin.

Malte Behnk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Volleyballturnier ohne Beleuchtung in der Halle / Sportverein und Feuerwehr mussten nichts absagen.

01.07.2017

So viele Vereine wie noch nie beim Festumzug / Veranstalter zieht positive Bilanz.

01.07.2017

Erstmals traten auch Schüler und Jugendliche in zwei eigenen Rennen gegeneinander an.

01.07.2017
Anzeige