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Nordwestmecklenburg Kein Geld zur Reparatur der Straßen
Lokales Nordwestmecklenburg Kein Geld zur Reparatur der Straßen
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20:25 12.03.2016

Schlechter muss nicht, besser darf immer. Mit diesen Worten beschreiben Anwohner der Dorfstraße in Höltingsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Passee, den Zustand des Weges vor ihrer Haustür: Schlagloch an Schlagloch mit nachgemessenen vier bis sechs Zentimetern Tiefe. Die Gemeinde hat kein Geld, um die Schäden auszubessern. Daher hatten die Anwohner an Mecklenburg- Vorpommerns Bürgerbeauftragten Matthias Crone geschrieben. „Die Antwort war enttäuschend“, sagt Horst Steinlein (74).

Die Straße in Höltingsdorf, einem Ortsteil von Passee, ist eine üble Schlaglochpiste. Quelle: Sylvia Kartheuser

Große Hoffnungen hatten sich die Höltingsdorfer zwar ohnehin nicht gemacht, aber nur darauf zu verweisen, dass man die Gemeinde um eine Stellungnahme gebeten habe, ist ihnen dann doch zu wenig. „Wie soll die denn aussehen? Dass die Gemeinde kein Geld hat, wissen wir selbst, und dass der Bürgermeister sich nach Kräften bemüht, sogar noch das anscheinend Unmögliche doch möglich zu machen auch“, betont er. Bürgermeister Adolf Wittek (parteilos) bestätigt, dass die Sanierungsmaßnahmen, die sich die Gemeinde in Höltingsdorf leisten könnte, nicht ausreichen würden. Auch er hat eine Antwort des Bürgerbeauftragten erhalten — und ist ziemlich sauer: „Was soll sein Hinweis, dass die Gemeinde für die Straße verantwortlich ist. Das wissen wir selbst.“ Das Land solle sich lieber bemühen, die Gemeinden finanziell „auskömmlich“ auszustatten, so wie es in der Kommunalverfassung stehe, wettert er. Bei den Straßen könne Passee nur ein Drittel der Reparaturen ausführen, die eigentlich notwendig wären.

Adolf Wittek kennt die Not der Höltingsdorfer: „Die Straße ist zwischen den Hausnummern 1 und 8 so schlecht, dass sich ein Abfallentsorger geweigert hat, dort die Tonnen abzuholen.“ Die Gemeinde hat sofort reagiert. Jetzt holt ein anderes Unternehmen das Altpapier ab. Die Dorfstraße bleibt eine Schlaglochpiste mit Risiken. „Ich musste einmal die schnelle medizinische Hilfe anfordern, der Rettungswagen ist kaum durchgekommen“, erinnert sich Horst Steinlein. Die Höltingsdorfer wohnen idyllisch am Waldrand. Die Dorfbewohner lieben ihre Ruhe und wollen keine Rennpiste vor der Haustür.

„Aber wenigstens einen Weg, der ordentlich befahren werden kann“, betont Steinlein. „Vor acht bis zehn Jahren wurde eine Splittschicht auftragen und anschließend mit Teer überzogen. Das hat einige Jahre gut gehalten“, ergänzt er. Inzwischen ist von der Teerschicht kaum noch etwas zu erkennen. Sie muss nach dem Willen der Anwohner nicht neu gegossen werden. „Aber wir wollen, dass die Straße solide ausgebessert wird — und die Qualität der Arbeit auch kontrolliert wird“, erklärt Karin Steinlein. Das sei in der Vergangenheit zu selten geschehen.

Voller Neid schaut Adolf Wittek auf das Programm des Bundes zum Breitbandausbau. Bis 2018 werden dafür 2,7 Milliarden Euro bereitgestellt. Wittek seufzt: „Warum kann der Bund nicht mal ein ähnliches Programm für bedürftige Gemeinden auflegen, zur Sanierung ihrer Straßen?“

Von Sylvia Kartheuser

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