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Nordwestmecklenburg Kein Mediator für Boltenhagen
Lokales Nordwestmecklenburg Kein Mediator für Boltenhagen
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20:46 19.12.2017
Boltenhagen

Die Mediator-Frage ist vom Tisch: Die Gemeindevertreter von Boltenhagen haben sich am Montagabend mit sechs zu fünf Stimmen gegen einen Streitschlichter für den Ort ausgesprochen. Sie lehnten damit einen Antrag der Fraktion BfB/Bolte ab, der zuletzt im Kurbetriebsausschuss noch eine rege Zustimmung fand (LN berichtete). Hintergrund ist ein Gutachten der Berliner Beratungsfirma dwif Consulting, die den Masterplan 2020 und seine Umsetzung untersucht hatte. Dort stellten die Experten fest, dass diverse Konflikte im Ort die Entwicklung bremsen. Sie sprachen von einem „zerrütteten Klima“ sowie „Neid“ und „Missgunst“ im Ostseebad.

„„Wir müssen uns zusammenraufen. Das Geld, das wir für den Mediator ausgeben würden, stecke ich lieber in Kindergärten.“Christian Schmiedeberg (CDU) Bürgermeister Boltenhagen

„Solche Zustände gibt es nicht nur in Boltenhagen“, betonte Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) während der Sitzung. Er lehnte die Beauftragung eines Mediators ab. „Wie soll er zwischen den Parteien vermitteln, zum Beispiel zwischen einem Gastronomen und einem Strandkorbvermieter? Ich denke es ist nicht Sache der Gemeinde, so etwas zu installieren.“ Auch Bruder Hans-Otto Schmiedeberg (CDU) bezog klar Stellung: „Es kostet Geld und bringt nichts.“

Das sah Olaf Claus aus der Fraktion BfB/Bolte völlig anders. „Wir haben uns in den zurückliegenden zehn Jahren ganz schön blamiert. Selbst in Kalkhorst passiert mehr als in Boltenhagen und das stört mich. Wir sollten einen Mediator nehmen und ergebnisoffen an die Sache herangehen“, plädierte er. Wie Claus ergänzte, gehe es nicht darum, Schuldfragen zu klären, sondern Probleme anzugehen. Ihm sprang Gemeindevertreter Jörg Gniwotta zur Seite: „Ein Mediator ist angebracht. Es gibt überall Probleme, die sollte man dann auch ansprechen und ausräumen.“ Laut Gniwotta würden sich viele Boltenhagener nicht genügend mitgenommen fühlen. „Und selbst als Gemeindevertreter fühle ich mich ab und an nicht ausreichend informiert. Das ist sehr bedauerlich.“

Für den Bürgermeister liegen die Ursachen für die stockende Entwicklung woanders. „In der Gemeindevertretung haben wir viele Projekte auf den Weg gebracht. Dann werden wir aber von Dingen wie Management- oder Raumordnungsplänen ausgebremst.“Auch die Kurverwaltung war Zielscheibe seiner Kritik. „Hier ist die Verbindung zu den Bewohnern verloren gegangen. Das hat unter Dieter Dunkelmann besser funktioniert. Darüber werde ich mit Kurdirektorin Claudia Hörl sprechen“, kündigte Schmiedeberg an. Für ihn gehe es darum, sich „zusammenzuraufen.“ Denn: „Das Geld, das wir für den Mediator ausgeben würden, stecke ich lieber in Kindergärten.“

Die CDU-Fraktion brachte in diesem Zusammenhang einen neuen Antrag ein, der knappe Zustimmung fand. So sollen die Punkte im ersten Teil des Masterplans 2020 mit der Kurverwaltung abgearbeitet werden.

Außerdem sollen die Gespräche mit allen Akteuren des Ortes intensiviert werden.

Daniel Heidmann

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