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Nordwestmecklenburg Kein Schadenersatz nach Sturz
Lokales Nordwestmecklenburg Kein Schadenersatz nach Sturz
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20:23 09.12.2015
Gerhard Kadenbach hat den Stein fotografiert, über den er stolperte.

An seinen Reha-Aufenthalt in Boltenhagen hat Gerhard Kadenbach(64) aus Süpplingen in Niedersachsen eigentlich gute Erinnerungen. Im Oktober erholte sich der Krebspatient in der Strandklinik im Ostseebad. Ein Sturz und seine Folgen machten aber fast alle positiven Erinnerungen zunichte.

Gerhard Kadenbach war über einen hoch stehenden Pflasterstein im Gehweg gestolpert und gestürzt. „Ich habe mich im Gesicht verletzt und meine Brille war kaputt“, erzählt der Rentner. Mit dem Schaden hatte er sich an die Verwaltung im Amt Klützer Winkel gewandt, die den Fall an den Kommunalen Schadenausgleich (KSA) weiterreichte. „Das ist der normale Weg, wenn es um Haftpflichtangelegenheiten der Gemeinden geht“, erklärt Katrin Pardun, die Leitende Verwaltungsbeamtin.

Vom KSA erhielt Gerhard Kadenbach schließlich eine Ablehnung. „Mein Schaden von 800 Euro soll nicht beglichen werden“, sagt er verärgert. Aus seiner Sicht, hatte er selbst keine Schuld an dem Sturz.

„Ich bin an dem Tag mit einer Bekannten in Boltenhagen spazieren gegangen“, schildert er. „Wir haben uns im Gehen unterhalten. Deswegen habe ich auch nicht ständig auf den Fußweg geschaut.“

Schließlich stieß der 64-Jährige gegen einen Pflasterstein, der wie er sagt etwa drei Zentimeter aus dem Verbund hervorstand. „Meine Bekannte konnte gar nicht reagieren, so plötzlich war ich gestürzt“, beschreibt er den Unfall. Kadenbach fiel mit dem Gesicht aufs Pflaster, konnte sich nur mit einem Arm abstützen. „Ich habe stark geblutet und wurde an zwei Stellen geklammert, als ich wieder in die Klinik ging“, sagt er über seine Verletzung.

Kadenbach hat es nicht auf Schmerzensgeld oder ähnliches abgesehen, aber er möchte den Schaden an seiner Brille ersetzt haben. Der KSA teilt ihm aber mit, er hätte den Sturz verhindern können. „Die Steinerhöhung, die Herr Kadenbach beschreibt und fotografiert hat, hätte man sehen können“, sagt Klaus Kocks, Pressesprecher des KSA, auf Nachfrage. „Deshalb greift hier der Versicherungsfall nicht.“

Die Haftpflicht der Kommune bestehe zum Beispiel bei grob fahrlässigem Verhalten, wenn zum Beispiel schon mehrere Beschwerden über einen beschädigten Gehweg eingegangen sind und sie nicht behoben werden. Auch wenn der Weg abends schlecht beleuchtet gewesen und die gefährliche Stelle im Pflaster deshalb nicht erkennbar gewesen wäre, hätte das ein Haftpflichtschaden sein können.

Gerhard Kadenbach reicht diese Erklärung der Ablehnung nicht. Er kritisiert am KSA außerdem, dass er den für seinen Fall zuständigen Sachbearbeiter nie telefonisch erreichen konnte.

Der Gemeinde Boltenhagen macht er kaum Vorwürfe, auch wenn er sich dort verletzte. „Die Gehwege sind ja auf langer Strecke in Ordnung.“

Ich habe stark geblutet und wurde an zwei Stellen geklammert.“ Gerhard Kadenbach, Rentner

Malte Behnk

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