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Nordwestmecklenburg Keine weiteren Buhnen für Boltenhagen
Lokales Nordwestmecklenburg Keine weiteren Buhnen für Boltenhagen
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21:10 27.06.2018
Vor Boltenhagens Ortsteil Redewisch dienen Buhnen dem Küstenschutz. Weitere Buhnen könnten den Hauptstrand schädigen. Quelle: Foto: Malte Behnk
Boltenhagen

Das Ostseebad Boltenhagen sollte keine weiteren Buhnen am Auslauf des Klützer Baches im Ortsteil Redewisch bauen lassen, um damit das Wegspülen des Strandes zu verhindern. Ingenieure haben erklärt, dass an der Stelle so kein Land gewonnen werden könne. Vielmehr würde es zu Schäden und Abtragungen am Hauptstrand bei der Seebrücke führen.

Die Gemeindevertretung hatte 2014 beschlossen, dass geprüft werden sollte, ob mit Buhnen das Wegspülen des Sandes vom Strand verhindert werden könnte, nachdem er 2013 aufwendig aufgespült worden war.

Zurücktransportierter Sand verbreitert Hauptstrand

Grundsätzlich könnten auf einer Strecke von 300 Metern fünf Buhnen gebaut werden. Dadurch wäre ohne eine Zuführung von weiterem Sand aber keine Verbesserung des Strandes zu erwarten. Das geht aus der Untersuchung der b&o Ingenieure hervor. Vielmehr sollte die Gemeinde weiter daran arbeiten, den Sand, der mit dem Seegras vom Strand abtransportiert wird, zu sieben und wieder an den Strand zu bringen. Für eine ordnungsgemäße Lagerung und das Aussieben hatte die Gemeinde erst Anfang Juni eine Lagerstätte eröffnet. Die Kosten für deren Bau sowie für die Anschaffung neuer Maschinen zur Räumung des Strandes hat das Land zu 90 Prozent gefördert. In der Untersuchung zum Buhnenbau haben die Ingenieure erklärt, dass der zurücktransportierte Sand von der Bachmündung in Redewisch langfristig zum Hauptstrand an der Seebrücke getrieben wird und dort zu Verbreiterungen führt. „Wenn wir Buhnen bauen, gibt es die Gefahr, dass wir langfristig den Hauptstrand kaputt machen“, warnte Kurdirektorin Claudia Hörl jetzt im Kurbetriebsausschuss. Vertreter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt hätten außerdem nicht nur zur Küstenbereisung im Mai den Strand begutachtet, sondern seien mehrfach in Boltenhagen gewesen. „Sie waren zufrieden mit der aktuellen Situation“, sagte Hörl, die zuvor in der Sitzung auch berichtet hatte, dass es in diesem Jahr schon viel Lob der Besucher über den Zustand des Strandes und die Sauberkeit gegeben hat.

1,7 Millionen Euro für fünf Buhnen

„Ich möchte das Vorhaben nicht sang- und klanglos beerdigen. Es hat die Gemeindevertretung immerhin vier Jahre beschäftigt“, sagte Ausschussmitglied Olaf Claus, der dann aber die Kostenrechnung mit 150000 Euro für die Planung, 350000 Euro für den Buhnenbau sowie 1,22 Millionen Euro für die Aufspülung von 70000 Kubikmetern Seesand vorlas. „1,7 Millionen Euro um fünf Buhnen zu bauen, das steht in keinem Verhältnis zur letzten Strandaufspülung“, sagte Claus. Die Maßnahme 2013 hatte 800000 Euro gekostet. 75 Prozent finanzierten Bund und Land. „Es wäre nicht zu vertreten, wenn wir das weiter verfolgen“, sagte Claus.

Die Mitglieder des Kurbetriebsausschusses haben der Gemeindevertretung die Empfehlung ausgesprochen, den Buhnenbau am Auslauf des Klützer Baches vorerst nicht weiter zu verfolgen. Die Gemeindevertreter treffen sich zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 5. Juli, ab 18.30 Uhr im Festsaal des Ostseebads.

Bauwerk gegen Sandverlust

Eine Buhne ist ein rechtwinklig zum Strandverlauf in ein Meer vorgebauter oder vom Ufer zur Flussmitte hin errichteter Damm, der dem Küstenschutz oder dem Flussbau dient.

Gebaut werden sie als Reihe von Pfählen aus Holz oder Beton, mit einer Stahlspundwand oder als Steinwall.

Sie bewirken, dass uferparallele Strömungen soweit verlangsamt werden, dass kein Sand abtransportiert sondern angehäuft wird.

1,7 Millionen Euro sollen die fünf Buhnen am Strand des Ostseebades Boltenhagen kosten. Diese würden eine Strecke von 300 Metern abdecken. Das Vorhaben wäre mehr als doppelt so teuer wie die Strandaufspülung aus dem Jahr 2013, die 800000 Euro gekostet hatte.

Malte Behnk

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