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Nordwestmecklenburg Kirchenmusik lebt vom Ehrenamt
Lokales Nordwestmecklenburg Kirchenmusik lebt vom Ehrenamt
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20:32 16.04.2018
Manfred Absalon (58) hat schon 1973 die Orgel in Klütz gespielt und ist ehrenamtlicher Organist. Quelle: Foto: Malte Behnk
Klütz

Das Ehrenamt ist ein hohes Gut in den Kirchengemeinden. Pastorin Pirina Kittel ist zuständig für die Gemeinden Klütz, Boltenhagen und Bössow und könnte ohne die freiwilligen Helfer zum Beispiel nicht so ein großes Kulturprogramm im Sommer anbieten. Auch bei den Gottesdiensten würde es ohne Ehrenamtler meistens still in den Kirchen sein. Sowohl Manfred Absalon als auch Ilja Pril spielen die Winzer-Orgel in Klütz ohne einen Lohn.

Sicherlich wäre es schön, einen angestellten Kirchenmusiker zu haben wie in der Kirchengemeinde Schönberg mit Kantor Christoph D. Minke. „Aber die Stellen im Kirchenkreis sind eingeschmolzen worden, auch für die Kirchenmusik“, sagt Pirina Kittel. Dass es deswegen kriselt, will die Pastorin so nicht sagen. „Wir tun alles, um die Kirchenmusik trotzdem möglich zu machen. Mit Herrn Absalon und Herrn Pril bin ich in der Beziehung wirklich beschenkt“, sagt sie. Auf neue Situationen müsse man vernünftig reagieren, nicht daran verzweifeln. Man solle aber auch nicht kleinreden, was man macht. Für seine ehrenamtliche Arbeit an der Kirchenorgel während der Gottesdienste ist Manfred Absalon zum Beispiel sonntags von 8.15 Uhr bis 13 Uhr unterwegs – ohne einen Lohn zu bekommen. Dafür ist Pirina Kittel sehr dankbar. Genauso ist es in Grevesmühlen, wo Kirchenmusikerin Annerose Lessing erkrankt ist. „Wir sind außerordentlich froh, dass es verlässliche und gute ehrenamtliche Orgelspieler gibt, so dass wir hier noch keinen Ausfall zu beklagen hatten“, sagt Pastorin Maria Harder.

Dass er für die Gottesdienste viel Zeit opfert, nimmt Manfred Absalon gelassen. „Ich kann hier meinem Hobby nachgehen“, sagt er.

Bereits seit 1973 spielt er die Winzer-Orgel in der Klützer Marienkirche. „Als Schüler habe ich in Wismar das Orgelspiel gelernt und dann hier gespielt“, sagt der 58-Jährige. Als er in die Lehre ging, begann eine längere „Schaffenspause“, was die Kirchenmusik anging. Doch inzwischen sitzt der Grevesmühlener, der aus Klütz stammt, schon wieder seit Jahren auf der Orgelbank. Das freut viele Besucher der Kirche, nicht nur bei den Gottesdiensten.

„Ich übe hier oft auch in der Woche und dann ist die Kirche immer geöffnet“, sagt Absalon. „Letztes Jahr war eine Schulklasse aus Berlin hier, die ich erst nicht bemerkt hatte. Plötzlich kam aber Applaus von unten“, berichtet der ehrenamtliche Organist. „Das macht mir viel Spaß. Dabei kann ich mich mit Kirchenmusikern wie Annerose Lessing oder Christoph D. Minke ja nicht messen“, sagt er bescheiden. „Für mich ist es eine Auszeichnung, auf den Orgelbänken der Region Platz nehmen zu dürfen.“

Malte Behnk

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