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Nordwestmecklenburg Die Kinder von Naschendorf
Lokales Nordwestmecklenburg Die Kinder von Naschendorf
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12:32 27.09.2018
In die Kita „Bummi“ in Naschendorf “ gingen die Kinder schon zu DDR-Zeiten gern. Viele von ihnen offenbar so gern, dass sie ihre eigenen Kinder nun auch dorthin bringen – oder gleich selbst die Leitung dieser Kita übernommen haben. Die Tagesstätte, die inzwischen privat betrieben wird, punktet auch mit der Öffnungszeit – von 6 bis 18 Uhr. Quelle: Annett Meinke
Naschendorf

Wenn Kinder, die vor vielen Jahren in Naschendorf in den Kindergarten gingen, wiederkommen, um ihre eigenen Kinder zu bringen – kann das nur bedeuten, dass sie die besten Erinnerungen an ihre Zeit dort haben. Das kann Bianka Hinz (43), die die Kita „Bummi“ in Naschendorf leitet, so bestätigen.

Dass sie sofort „ja“ gesagt hat, als im Jahr 2005 der damalige Plüschower Bürgermeister Kurt Fiedler fragte, ob sie die Kita in Naschendorf übernehmen würde, hängt auch damit zusammen, dass auch Bianka Hinz als Kind in den Naschendorfer Kindergarten ging. „Er wurde 1973 gebaut, ich bin 1974 geboren und bin dann natürlich als Kind hier gewesen. Ich liebe dieses Haus einfach.“, erzählt die gebürtige Hilgendorferin, einem Ortsteil von Naschendorf.

Bianka Hinz wohnt zwar inzwischen mit ihrer Familie in Satow bei Rostock, nimmt aber die halbe Stunde Autobahnfahrt hin und zurück gern auf sich. „Es ist schön hier zu sein, jeden Tag dort, wo ich aufgewachsen bin.“ Sie erzählt, dass sie auch ihr erstes Praktikum als Erzieherin „ in ihrem Kindergarten in Naschendorf“ gemacht hat – ohne zu ahnen, dass er jemals ganz wortwörtlich „ihr Kindergarten“ werden würde. Insgesamt betreibt die Firma, die sie und eine Kollegin gegründet haben, zwei Kindergärten. Den einen in Naschendorf, den anderen (Kita Bussibär) in der Nachbargemeinde Rüting.

Die Eltern, die ihre Kinder heute in die Kita „Bummi“ bringen, kommen nicht nur aus Naschendorf, viele auch aus der nahen Region: Grevesmühlen, Gostorf, Barnekow unter anderem. 14 Kinder werden in der Krippe betreut, 30 Kinder im Kindergarten, der an der kleinen Naschendorfer Dorfstraße, etwas versetzt liegt, mit einem Garten, der bis an die an das Dorf grenzenden Felder reicht. In dem es auch Kaninchen gibt, um die sich die Kinder kümmern, Holzspielzeug, wie die große Lokomotive.

Für die Kleinsten – die Gruppe „Mäuse“ – sind Annett Schloder und Kristin Buth da. Für die „Schmetterlinge“, die kleinen Kindergartenkinder, ist Karola Foth da. Um die „Elefantenkinder“, die bald zur Schule kommen, kümmern sich Susanne Foth und Bianka Hinz. Eine Erzieherin, Katja Brennecke, ist derzeit selbst in Elternzeit. Klar bringt sie ihren Nachwuchs dann später mit – so wie das Bianka Hinz getan hat. „Natürlich hatte ich meine Kinder bei mir in der Kita. Warum sollten sie woanders hingehen.“

Ab dem 1. Oktober kommt endlich auch mal ein junger Mann dazu – ein Auszubildender. Darüber freuen sich die Frauen – und wohl auch der bisher einzige Mann im Team – Hausmeister Frenk Lietz, der sich selbst lachend „Mädchen für alles“ nennt. Er kauft ein, – Frühstück wird in der Kita selbst zubereitet –, und ist für alles Handwerkliche und für den Garten zuständig. Mittag und Vesper kommen aus Upahl von „Steffis Zwerge-Menü“.

Es existiert eine Warteliste für die Kita, erzählt Bianka Hinz nicht ohne Stolz. „Man hat eine bessere Chance einen Kindergartenplatz bei uns zu bekommen, wenn das Kind schon bei uns in der Krippe war. Denn meistens gehen die Lütten weiter in unsere Einrichtung. Wer ein Kind erwartet, meldet sich am besten gleich bei uns.“, sagt Bianka Hinz.

Was für viele Eltern wohl auch ein immenses Plus bedeutet, ist die Öffnungszeit der Naschendorfer Kita – von 6 Uhr bis 18 Uhr. Und eben, dass das, was in der Kita passiert, ganz viel mit der Region zu tun hat. „Wir nutzen die herrliche Natur rundherum, gehen in den Plüschower Wald, auch zur Agrar-Genossenschaft im Dorf, schauen uns an, wie die Felder bestellt werden oder abgeerntet.“, erzählt Bianka Hinz.

Auch auf Traktoren dürfen die Kinder klettern und selbst Kartoffeln buddeln, zum Beispiel im Garten eines der Opas der Kindergartenkinder. Wenn wie jetzt im Herbst Erntezeit ist, gelangt viel Obst aus den Gärten rundherum in die Kindergartenküche. Das wird dann selbstverständlich auch verarbeitet, ohne und mithilfe der Kinder: „damit sie sehen, was man so aus Pflaumen, Birnen, Äpfeln alles machen kann.“ Den Kindern ist bei einem Besuch das naturnahe Leben anzumerken. Sie wirken irgendwie ziemlich entspannt.

Annett MeinkeI

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