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Nordwestmecklenburg Kleine Filmemacher ganz groß
Lokales Nordwestmecklenburg Kleine Filmemacher ganz groß
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18:13 14.01.2017
Schüler der Mosaikschule in Grevesmühlen drehten vier Filme. Seit einiger Zeit gibt es zwischen der Schule, in der Kinder mit geistigen Behinderungen unterrichtet werden, und dem Filmstudio eine Kooperationsvereinbarung.
Grevesmühlen

Drei Jungen wollen einen Fußball kaufen. In der Annahme, dass dieser 30 Euro kostet, steuert jeder zehn Euro bei, die ihnen der Verkäufer auch abnimmt.

Viert- bis Zwölftklässler agieren als Schauspieler / Premiere am 29. Januar.

Im Nachhinein stellt er fest, dass der Ball ja nur 25 Euro kostet und schickt seine Angestellte los, um den Jungen die fünf Euro wiederzugeben. Mit fünf Ein-Euro-Stücken in der Tasche stiefelt sie los, steckt sich aber heimlich zwei Euro ein und gibt jedem Jungen einen Euro. Somit haben die Jungen jeweils neun Euro bezahlt. Aber drei mal neun sind doch 27?! Und die Angestellte hat sich doch nur zwei Euro eingesteckt. Wo ist der eine Euro? Häh?

Mit diesem Rätsel beschäftigen sich Schüler der Mosaikschule Grevesmühlen in dem Film „Rechenaufgabe“, der am Sonntag, 29. Januar, bei der schon zur Tradition gewordenen Filmpremiere in Grevesmühlen gezeigt wird. In den vergangenen Jahren war der Rathaussaal stets gefüllt. Das erwarten Filmstudioleiter Dieter Kowalski und sein Assistent Jan Kadura auch in diesem Jahr wieder, wenn 13 Filme – mal kürzer und mal länger – zu ihrer Erstaufführung kommen.

Ein Jahr haben Schüler in verschiedenen Arbeitsgruppen gefilmt, geschnitten, vertont – und nun ist es vollbracht. Alles ist im sprichwörtlichen Kasten und bereit, gezeigt zu werden. Die jüngsten Filmemacher sind Viertklässler der Grundschule „Fritz Reuter“, die sich in ihrem Streifen mit dieser namensgebenden Persönlichkeit beschäftigen. „Fritz Reuter lebt“, heißt der Film und erzählt von einem Racheplan zwei Schülerinnen, die von Klassenkameraden gehänselt werden. Ins Boot holen sie dafür schließlich den stellvertretenden Schulleiter Ralf Bendiks, der den „Bösewichten“ mit moderner Technik eine riesigen Schrecken einjagt.

Drei Jahre in der Bearbeitung war ein Film von Fünft- bis Neuntklässlern, die sich mit dem Thema Mobbing beschäftigen. In der Dokumentation schildern unter anderem auch Betroffene ihre Erlebnisse.

„Ich hatte eigentlich gedacht, dass Mobbing kein so großes Thema mehr an Schulen ist, aber es ist präsent“, erklärt Dieter Kowalski. Zu sehen ist in „Mobbing“ auch ein Interview mit der Rostocker Rechtsanwältin Gesa Stückmann, die an Schulen regelmäßig Vorträge zu dem Thema hält.

Seit zwei Jahren gibt es eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kinder- und Jugendfilmstudio und der Mosaikschule in Grevesmühlen, an der Kinder mit geistiger Behinderung unterrichtet werden. Mit Begeisterung sind einige Schüler vor und hinter der Kamera aktiv und waren im vergangenen Jahr so fleißig, dass insgesamt vier kleine Filme entstanden sind. Einer von denen ist die besagte „Rechenaufgabe“, einer anderer spielt im Freibad Grevesmühlen. Der erzählt von zwei Jungen mit großer Klappe. Sie behaupten, im Ploggensee immer riesige Fische zu fangen. Freunde verlangen einen Beweis – und den findet das Duo im Fischladen. Sie kaufen kurzerhand gefrorene Forellen und hängen diese an die Angel. Ob sie mit dieser Lüge durchkommen?

Das Drehen gestaltete sich gar nicht so einfach. „Wir haben tatsächlich gefrorene Forellen gekauft. Die waren so glitschig, dass uns eine ins Wasser gefallen ist. Die haben wir nicht wiedergefunden“, erzählt Jan Kadura über die kleine Panne, die eben bei jedem Dreh passieren kann. Das Gelächter jedenfalls war groß.

Und so gibt es viele interessante Filme bei der Premiere zu sehen: von Schülern, die auf dem Parkplatz am Gymnasium ein Auto klauen, von einer gestohlenen Fotokamera, auf der vermeintliche brisante Fotos gespeichert sind, von Dieben, die zufällig bei einem Schmuckraub gefilmt werden, von Jungen und Mädchen, die sich das Leben mit derben Streichen schwer machen und am Ende doch zusammenhalten, von einem riskanten Spiel, bei dem sogar ein Kind zu Tode kommt, und von Menschen, die auf der Straße zusammenbrechen und sterben, weil ihnen kein Passant hilft. Die Besucher dürfen gespannt sein und können im Nachgang in einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Kuchen im Foyer des Rathauses über die gesehenen Filme diskutieren.

Filmpremiere: Sonntag, 29. Januar, um 15 Uhr im Rathaussaal; Eintritt für Erwachsene: 1 Euro.

Programm

Die Filmpremiere startet am 29. Januar um 15 Uhr im Rathaussaal. Folgende Filme werden gezeigt:

“Fritz Reuter lebt!“, ein Film der 4. Klasse

„Mobbing“ von Schülern der 5. bis 9. Klasse

„Bonnie und Clyde“, ein Film der 7. Klasse

„Der Deal“ von Schülern der 7. Klasse

„Rechenaufgabe“, „Tanz“, „Große Fische“ und „Lärm in der Schule“ von Schülern der Mosaikschule Grevesmühlen

„Five Time“ und „Ehrlich währt am längsten“, zwei Filme der 6. Klasse

„Sechste gegen Siebente“ von Schülern der 6. Klasse

„Nerve“ und „Die Parabel vom barmherzigen Samariter“ von Schülern der 5. bis 12. Klasse

Jana Franke

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