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Nordwestmecklenburg Kleiner Tiger Elsa hat ein Zuhause
Lokales Nordwestmecklenburg Kleiner Tiger Elsa hat ein Zuhause
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08:33 16.12.2016
Tiger Elsa spielt gerne mit einem Plüschtiger. Für die dreieinhalb Monate alte Raubkatze hat ein Sohn der Familie Farell sein Zimmer geräumt. Von der tierischen Mutter wurde Elsa nach der Geburt nicht angenommen. FOTO: JÜRGEN LENZ
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Dassow/Lübeck

Die tragische Geschichte des Tigerbabys Elsa hat ein gutes Ende gefunden. Familie Farell kümmert sich nun um die kleine Raubkatze, die vor dreieinhalb Monaten nach der Geburt in einem Zirkus auf Rügen von ihrer Mutter verstoßen wurde. Elsa wächst zunächst bei Farells zu Hause in Lübeck auf. Ab 13. April wird sie im Erlebnis- und Tigerpark trainiert, den die Familie in Dassow betreibt. „Das Publikum wird hautnah dabei sein“, kündigte Monica Farell gestern an. Für Elsa werde in Dassow ein neues Gehege gebaut.

In Lübeck hat Monica Farells Sohn Dwayne sein Zimmer für den sibirischen Tiger geräumt. Möbel stehen nicht mehr drin. Die hätte Elsa schnell zerkratzt. „Sie ist sehr temperamentvoll und mutig“, sagt Monica Farell. Elsa sei eine richtige Kämpfernatur. „Sie hatte es ja nicht einfach.“

Während des Gastspiels eines Zirkus in Sassnitz geboren, waren die Überlebenschancen des verstoßenen Tigerbabys gering. Seine erste Retterin war Lisa Frömming, Mitarbeiterin der Tierarztpraxis Nieburg. Sie nahm Elsa an, kümmerte sich um sie, gab ihr alle zwei Stunden eine Flasche Milch zu trinken, gewann die kleine Raubkatze lieb. Klar war aber: Das konnte keine endgültige Lösung für einen sibirischen Tiger sein, der, wenn er ausgewachsen ist, 250 Kilo schwer sein wird und seine Raubtierinstinkte ein Leben lang behält. Tierarzt Marco Nieburg kündigte im Herbst an: „Das Tier soll ein vernünftiges Zuhause mit artgerechter Haltung bekommen.“ Dafür sei eine Großkatzen-Anlage besonders geeignet. Mit so einer Anlage in Mecklenburg-Vorpommern sei bereits Kontakt aufgenommen worden. Es war der Erlebnis- und Tigerpark, den Familie Farell 2002 im Dassower Gewerbegebiet „Holmer Berg“ eröffnet hat. Dort leben heute 14 Tiger und fünf Löwen.

Im Fall Elsa überlegten Farells nicht lange. Sie wollten helfen, sagten nach einer Anfrage des Veterinäramtes spontan zu, kamen mit Lisa Frömming in Kontakt. Dann waren Formalitäten zu regeln. Eine Krankheit verzögerte den Umzug. Schließlich hieß es für Lisa Frömming, Abschied nehmen vom Tiger, der ihr ans Herz gewachsen war. „Sie ist bei uns aber immer herzlichst willkommen“, versichert Monica Farell. Nun tigert sie mit Elsa durch die Wohnung oder geht mit ihr an der Leine nach draußen auf den Hof. „Es ist für uns ein 24-Stunden-Job“, erklärt die Raubtierexpertin, die sich mit ihrem Mann Saad Rose und Sohn Dwayne um Elsa kümmert. Das Tigerweibchen braucht alle vier Stunden die Flasche. Rohes Eigelb mag es auch. Am liebsten frisst Elsa Hähnchenschenkel.

15 Kilo Lebend- und Kampfgewicht bringt der sibirische Tiger jetzt auf die Waage. Die kleine Elsa kann auch schon ganz schön zubeißen. Meistens spielt sie aber nur. Und das ausgiebig. „Ein bisschen Erziehung muss aber auch sein“, betont Monica Farell. Die Raubkatze darf nicht zu grob sein, wenn sie mit der Familie spielt. Der kleine Wuschel muss auch mal ein Nein akzeptieren.

Tierische Mitbewohner in Dassow hat Elsa bereits kennengelernt. Monica Farell erzählt von einer ersten Begegnung: „Mein großer Tiger Korfu fand sie ganz toll. Er hat sie schon angeprustet.“

Jürgen Lenz

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