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Nordwestmecklenburg Klützer Kaffeebrenner: Irgendwann wieder bis nach Grevesmühlen?
Lokales Nordwestmecklenburg Klützer Kaffeebrenner: Irgendwann wieder bis nach Grevesmühlen?
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20:12 02.05.2017
Die Klützer Schmalspurbahn ist bei den Touristen in der Region sehr beliebt. Quelle: Foto: Malte Behnk
Grevesmühlen/Klütz

Am 19. Juni wird nach mehr als zweijähriger Bauzeit das sanierte Bahnhofsgebäude in Grevesmühlen eröffnet. Zudem hat die Deutsche Bahn angekündigt, ab Jahresende die Bahnsteige und -übergbänge neu zu gestalten. Grevesmühlens Knotenpunkt am Schienennetz wird sich in einem völlig neuen Gewandt präsentieren. Bis auf eine Ausnahme: Gleis 21.

Schmalspur-Bahn-Betreiber Ludger Guttwein kündigt Erweiterung der Schmalspurbahn an.

Dieses Gleis gehört zum Klützer Kaffeebrenner, die Strecke der Stiftung Deutsche Kleinbahnen und damit Ludger Guttwein. Die Schienen sind vor etlichen Jahren abmontiert worden. Seit drei Jahren dampft eine Schmalspurbahn zwischen dem liebevoll sanierten Klützer Bahnhof und der Haltestelle in Reppenhagen. „Im nächsten Jahr wollen wir die Strecke bis nach Dorf Gutow erweitern“, sagt Ludger Guttwein. „Der Andrang ist groß, die Zahl der Fahrgäste stimmt.“ 2016 waren es nach Angaben des Betreibers 27600 Fahrgäste, die vierte Saison hat gerade begonnen.

Doch was ist mit dem Gleis in Grevesmühlen? „Das brauchen wir vielleicht noch“, erklärt Ludger Guttwein. Und wofür? „Vielleicht fahren wir irgendwann wieder bis nach Grevesmühlen, wer weiß.“ Konkrete Pläne gebe es allerdings nicht. Dafür jedoch Ärger mit der Deutschen Bahn. Denn die will in Grevesmühlen nicht nur sanieren, sondern auch die Entwicklung für die Zukunft festschreiben. Per Planfeststellungsverfahren droht Guttwein der Verlust des Bahnübergangs im Questiner Weg. Doch den braucht der Betreiber der Kleinbahn, will er irgendwann wieder bis nach Grevesmühlen dampfen. „Die Bahn will dort nur ihren Übergang festschreiben, unser Bahnübergang würde dann wegfallen, das will ich verhindern.“ Vor wenigen Tagen fand in Grevesmühlen eine Anhörung im Rahmen des Planungsverfahrens statt. Dort trug Guttwein seine Bedenken zum Planungsziel der Bahn vor.

Laut Deutscher Bahn (DB) hätte dieses Anhörungsverfahren erste positive Ergebnisse gebracht. „Dabei wurden die Erwiderungen auf die Einwendungen näher erläutert und größtenteils Einvernehmen hergestellt“, teilt Unternehmenssprecher Gisbert Gahler mit. Konkrete Angaben darüber, welche Angelegenheiten geklärt werden konnten, machte die Deutsche Bahn allerdings nicht. Über die noch nicht erledigten Einwendungen und Stellungnahmen entscheide das Eisenbahn-Bundesamt als Planfeststellungsbehörde, ergänzt Gahler.

Die Planungen würden nun weitergeführt, um „vorbehaltlich eines Beschlusses im November/Dezember den Umbau unter Deckung der Streckensperrung realisieren zu können“, so der DB-Sprecher aus Berlin.

Für die umfangreichen Bauarbeiten soll die Trasse zwischen Bad Kleinen und Schönberg zeitweise gesperrt werden. Für diese Zeit ist die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs vorgesehen. Autofahrer müssen sich auch auf Sperrungen betroffener Bahnübergänge einstellen.

Rund 5,6 Millionen Euro lässt sich die Deutsche Bahn den Umbau des Bahnhofs in Grevesmühlen sowie die Sanierung der Bahnübergänge im Questiner Weg und in der Rehnaer Straße kosten. Es sei ein komplexer Bahnhofsumbau geplant, der neben den Gleis- und Weichenerneuerungen auch die Erneuerung der Bahnsteiganlagen und den Umbau der Bahnübergänge zum Inhalt habe, heißt es von Seiten des Verkehrsunternehmens. Ursprünglich war der Beginn der Arbeiten für Mitte dieses Jahres vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2017. Doch weil im Rahmen der offiziellen Auslegung der Planungsunterlagen im Grevesmühlener Rathaus einige Einwände bezüglich der Sanierungsarbeiten eingereicht worden waren, verzögert sich der Startschuss. Zu den Problemfeldern gehörte auch die Weiche, die zum Klützer Kaffeebrenner führt.

Eröffnung Bahnhofsgebäude

Am 19. Juni wird das Bahnhofsgbegäude in Grevesmühlen um 11 Uhr offiziell eröffnet. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel wird dazu erwartet. Seit mehr als zwei Jahren läuft die umfassende Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Grevesmühlen. Die Stadt hat das Haus und die umliegenden Flächen erworben. Mehr als zwei Millionen Euro kostet der Um- und Ausbau. Die Eröffnung war ursprünglich für den Herbst 2016 geplant, musste aber aufgrund zahlreicher Probleme, die während der Sanierung auftraten, auf 2017 verschoben werden. Unter anderem hatten Handwerker an mehreren Stellen Schwammbefall entdeckt. Im Bahnhofsgebäude werden unter anderem ein Imbiss, ein Reisecenter, das Jugendzentrum der Stadt sowie Beratungsangebote des DRK untergebracht werden.

Michael Prochnow und Daniel Heidmann

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