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Nordwestmecklenburg Kommunalpolitiker aus Rehna muss wegen Unfallflucht 1200 Euro zahlen
Lokales Nordwestmecklenburg Kommunalpolitiker aus Rehna muss wegen Unfallflucht 1200 Euro zahlen
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17:26 18.06.2012
Grevesmühlen

Wie sich im Laufe der Verhandlung herausstellte, hatte der Kommunalpolitiker nach der Sitzung mit seinem Opel auf dem Parkplatz einen Wagen gerammt. Und zwar so heftig, dass sein Auto auf dem Anhängerzug festsaß. Anstatt die Polizei zu rufen, ging D. ins „Stadt Hamburg“ und spülte seinen Ärger runter. Anschließend habe er im Gartenhaus übernachtet, wo er auch noch einen kräftigen Schluck aus der Weinbrandflasche genommen haben will. Tatsache ist, dass am nächsten Morgen, als das Unfallopfer die Polizei alarmiert hatte, der 65-Jährige beim Alkoholtest um 7 Uhr knapp ein Promille Alkohol im Blut hatte. Das ließ für die Staatsanwaltschaft den Schluss zu, dass D. am Abend während des Unfalls ebenfalls nicht ganz nüchtern gewesen sei.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir nicht das gehört haben, was an dem Abend wirklich geschehen ist“, machte Richter Hinrich Dimpker in seiner Urteilsbegründung deutlich. Aber die Trunkenheitsfahrt sei eben nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen und daher sei der Angeklagte in diesem Punkt freizusprechen. Ähnlich hatte zuvor auch die Staatsanwaltschaft argumentiert. Die Geschichte, die Michael D. in der Hauptverhandlung präsentiert habe, stinke einfach, hieß es dazu im Plädoyer. Er habe genau gewusst, weshalb er nicht die Polizei gerufen habe nach dem Unfall.

Der Anwalt des 65-Jährigen hingegen betonte, dass die Geschichte zwar ungewöhnlich klinge, aber der Wahrheit entspreche. „Herr D. ist überhaupt nicht in der Lage zu lügen.“

Am Ende blieb dem Gericht eine Verurteilung wegen Fahrerflucht. Wie Michael D. beteuerte, habe er nicht gewusst, dass er sich strafbar gemacht habe. „Ich bin davon ausgegangen, dass eine Fahrerflucht erst dann stattfindet, wenn ich weggefahren wäre.“ Stattdessen blieb sein Wagen auf dem Anhängerzug des geschädigten Fahrzeugs zurück, während er ins „Stadt Hamburg“ ging.

Seinen Führerschein bekommt der 65-Jährige frühestens in vier Monaten wieder. Das Gericht verhängte eine Sperre von weiteren vier Monaten, der Führerschein war ihm unmittelbar nach dem Unfall im vergangenen Jahr entzogen worden. „Der Schaden betrug mehr als 1000 Euro, Ihnen hätte klar sein müssen, dass man nicht einfach den Unfallort verlassen kann“, so Dimpker.

M. Prochnow

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