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Nordwestmecklenburg Kommunen brauchen mehr Geld
Lokales Nordwestmecklenburg Kommunen brauchen mehr Geld
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17:56 03.01.2013
Eine Fusion mit anderen Ge- meinden ist für uns auch 2013 kein Thema.“ Günter Cords, Bernstorf

GrevesmühlenDen Gemeinden steht das Wasser bis zum Hals. Die Selbstverwaltung hat vielerorts nur noch mit Mangelwirtschaft zu tun. Kein Wunder, wenn Bürgermeister in der Region, nach ihren Wünschen für 2013 gefragt, immer wieder eine bessere Finanzausstattung anmahnen. Viele Gemeindeoberhäupter wünschen sich angesichts kommunaler Querelen auch eine Rückkehr zur Sachpolitik.

Ruhe, Frieden und Gesundheit stellt Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz (parteilos/SPD-Liste) allem voran. „Damit wir unsere Aufgaben wahrnehmen können“, betont der 61-Jährige, der sich dabei mehr Unterstützung von Landes- und Bundespolitikern wünscht. Seine Stichworte: Mitspracherecht und Finanzausstattung. Denn trotz der bereits 2010 begonnenen Haushaltskonsolidierung komme die Stadt langsam in Bredouille. „Das Geld in der Kasse ist das eine“, erklärt er und räumt ein, nicht glücklich damit zu sein, dass sich der Druck auf die Bürger durch die Sparpolitik immer mehr erhöht. „Das können wir nur abmildern, wenn wir Hilfe bekommen.“ Die wünscht er sich auch für die bauliche Entwicklung, da keinerlei Sanierungsprogramme mehr greifen. Das Stadtfest am zweiten Juni-Wochenende stellt Ditz als kulturellen Höhepunkt in Aussicht.

An dem Wochenende veranstaltet auch Schönberg sein Stadtfest. Die Feierlichkeiten werden jedoch überschattet. „Wir brauchen dringend eine ausgeglichene Finanzierung für die Kommune, um nicht nur Pflichtaufgaben, sondern auch die freiwilligen finanzieren zu können“, sagt Bürgermeister Michael Heinze (Die Linke). In der Gemeinde des 56-Jährigen läuft finanziell bedingt alles „auf Sparflamme“.

Ähnliche Töne aus dem Klützer Winkel: „Ich würde mich freuen, wenn die finanziellen Belastungen der Kommune geringer würden, sodass wir die wenigen freiwilligen Aufgaben, die noch nicht gestrichen wurden, auch erfüllen können“, sagt Dieter Fischer (69). Der parteilose Klützer Bürgermeister sieht das Land in der Pflicht, für eine vernünftige finanzielle Ausstattung der Gemeinden zu sorgen. „Das gesellschaftliche Leben wird sonst kaputt gemacht.“ Zwei Höhepunkte stellt er für das erste Halbjahr in Klütz in Aussicht: den Tag des Ehrenamtes am 18. Januar und das Jubiläum der Stadtrechtverleihung, das sich am 1. April zum 75. Mal jährt.

Ekkehard Schneider (66) erhofft sich vor allem ein ruhiges Jahr: „Mir ist wichtig, dass es keinen Streit gibt und wir in Ruhe und Frieden etwas für die Gemeinde tun können“, betont der parteilose Bürgermeister der Gemeinde Upahl. „2013 haben wir mit der Landmaschinenfirma Krone eine Neuansiedelung im Gewerbegebiet. Ich wünsche mir, dass noch mehr Unternehmen folgen, dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen werden und weniger junge Leute abwandern.“ Einige Vorbereitungen müssen getroffen werden, denn 2014 feiert die Feuerwehr ihr 140-jähriges Bestehen. Es würde ihn zudem freuen, wenn die Straßensanierungen glatt laufen.

Als Kommune nicht mehr für den Straßenbau zuständig sein zu müssen, das wünscht sich Günter Cords (65, parteilos). Für den Bürgermeister der Gemeinde Bernstorf ist das Sache des Staates.

Viel zu lange schon kämpfen die Einheimischen mit ihren kaputten Gemeindestraßen. Nachdem 2012 der Abschnitt Wölschendorf-Vitense saniert wurde, hofft Günter Cords nun auf Fördermittel für die Strecke Wölschendorf-Jeese. Auch die Flickschusterei an der Kreisstraße durch Bernstorf müsse ein Ende haben, sagt er mit Blick auf den Ausbau des Schlosses. Eine Fusion mit anderen Gemeinden ist für die gut 300 Einwohner zählende Kommune auch 2013 kein Thema. „Ein klares ,Nein‘ dazu, freiwillig machen wir das nicht“, betont Cords.

Hohenkirchens Bürgermeister Jürgen Mevius (58, Wählergemeinschaft Groß Walmstorf) wüsste für seine Gemeinde 2013 gern zwei Dinge in Papier und Tüten: „Dass wir endlich mit der Marina in Hohen Wieschendorf vorankommen und für den Golfplatz eine Lösung finden.“ Mandy Krüger (38, parteilos), Bürgermeisterin von Damshagen, wünscht sich ebenfalls, dass einige der vielen angefangenen Projekte zu Ende geführt werden. „Ein großes Vorhaben ist, nach langem Hin und Her den Bebauungsplan Nummer 8, durch den ein Dorfzentrum rund um die Alte Schmiede entstehen soll, endlich auf den Weg zu bringen.“ Ziel sei es die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Arbeit der Gemeindevertretung wieder herzustellen.

Nach den Streitigkeiten und Skandalen in der Kommunalpolitik im vergangenen Jahr wünscht sich Boltenhagens amtierender Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU), dass Ruhe einkehrt. „Es wäre für alle Beteiligten schön, wenn wir es in diesem Jahr schaffen, die sachliche Arbeit wieder in den Vordergrund zu rücken“, erklärt der 52-Jährige. Ruhe soll auch verkehrstechnisch im Ostseebad einkehren: „Viele Gäste haben in der Vergangenheit bemängelt, dass Boltenhagen etwas unruhig geworden ist. Deshalb wollen wir in diesem Jahr endlich das Verkehrskonzept in Angriff nehmen“, sagt Schmiedeberg.

Cornelia Roxin und Melina Ulbrich

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